Der Rechner berechnet das Trittschallverbesserungsmaß ΔLw eines schwimmenden Estrichs aus seiner flächenbezogenen Masse und der dynamischen Steifigkeit der Trittschalldämmung. Mit Zielwert zeigt der Rechner, welche Steifigkeit die Dämmung höchstens haben darf.
Ergebnis
Das Ergebnis wird berechnet …
Grundlagen
Ein schwimmender Estrich wirkt wie ein Masse-Feder-System: Die Estrichplatte ist die Masse, die Trittschalldämmung die Feder. Je schwerer der Estrich und je weicher die Dämmung, desto weniger Körperschall gelangt in die Rohdecke. Das Ergebnis ist das Trittschallverbesserungsmaß ΔLw in Dezibel.
Für Estriche aus mineralischen Bindemitteln – Zement, Calciumsulfat, auch als Fließestrich – gibt DIN 4109-34 (bei DIN Media) eine Gleichung an, die für flächenbezogene Massen von 60 bis 160 kg/m² und dynamische Steifigkeiten von 6 bis 50 MN/m³ gilt. Den Nachweis, ob eine Decke die Anforderungen an den Schallschutz erfüllt, führt der Planer nach DIN 4109-2.
So rechnet der Rechner
- Flächenbezogene Masse m′ = Estrichdicke × Rohdichte. 50 mm Zementestrich mit 2.000 kg/m³ ergeben 100 kg/m².
- ΔLw = 13 · lg(m′) − 14,2 · lg(s′) + 20,8 dB. Mit 100 kg/m² und s′ = 20 MN/m³ ergeben sich rund 28 dB.
- Zwei Trittschalllagen wirken wie hintereinandergeschaltete Federn: 1/s′ = 1/s′₁ + 1/s′₂. Wärmedämmlagen ohne Steifigkeitsangabe bleiben unberücksichtigt – das liegt auf der sicheren Seite.
- Mit Zielwert stellt der Rechner die Gleichung nach s′ um und zeigt die höchstzulässige Steifigkeit.
Was Boden- und Estrichleger beim Trittschall beachten müssen
Die Anforderungen setzt der Planer
Welcher Trittschallpegel einzuhalten ist, legt der Planer fest. Die Berechnung des gesamten Bauteils umfasst Rohdecke, Estrich, flankierende Wände und Sicherheitsabschläge. Estrich- und Bodenleger setzen den geplanten Aufbau um – und sind dafür verantwortlich, dass er ohne Schallbrücken ausgeführt wird.
Schallbrücken machen alles zunichte
Fehlende oder zu früh abgeschnittene Randstreifen, Mörtelreste in der Randfuge, Rohrleitungen ohne Entkopplung oder harte Sockelleisten, die Estrich und Wand verbinden: Jede starre Verbindung leitet Schall an der Dämmung vorbei. Ein schwimmender Estrich mit 28 dB Rechenwert kann mit einer einzigen Schallbrücke einen Großteil seiner Wirkung verlieren.
Belag und Estrich nicht addieren
Weichfedernde Bodenbeläge verbessern den Trittschall zusätzlich. Ihr Prüfwert darf aber nicht einfach zum Wert des schwimmenden Estrichs addiert werden. In Wohnungstrenndecken dürfen weichfedernde Beläge für den Nachweis in der Regel nicht angerechnet werden, weil sie bei Mieterwechsel oder Verschleiß ausgetauscht werden können.
Häufige Fragen zum Trittschall
Was bedeutet „SD 20“ auf der Trittschalldämmung?
SD steht für die dynamische Steifigkeit in MN/m³. SD 20 heißt: s′ höchstens 20 MN/m³. Kleinere Werte bedeuten eine weichere Feder und damit bessere Trittschalldämmung, aber meist auch eine größere Zusammendrückbarkeit.
Gilt die Gleichung auch für Trockenestrich und Gussasphalt?
Nein. Für Fertigteilestriche und Gussasphalt gibt DIN 4109-34 eigene Werte an. Der Rechner gilt nur für Estriche aus mineralischen Bindemitteln.
Warum warnt der Rechner bei dünnen Estrichen?
Unter 60 kg/m², also bei Zementestrich unter etwa 30 mm, liegt die Gleichung außerhalb ihres Gültigkeitsbereichs. Dünne Estriche bringen weniger Masse mit und verbessern den Trittschall entsprechend weniger.
Reicht ΔLw als Nachweis?
Nein. ΔLw beschreibt nur den Beitrag des Estrichs. Der Nachweis des bewerteten Norm-Trittschallpegels der Decke nach DIN 4109-2 ist Aufgabe des Planers.
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