Der Rechner teilt eine rechteckige Estrichfläche so in Felder auf, dass Feldgröße, Seitenlänge und Seitenverhältnis die eingetragenen Richtwerte einhalten – mit möglichst wenig Fugenlänge. Ergebnis ist ein Vorschlag als Grundlage für den Fugenplan des Planers.
Ergebnis
Das Ergebnis wird berechnet …
Grundlagen
Estriche verformen sich beim Trocknen und bei Temperaturwechseln. Zementestriche schwinden, Heizestriche dehnen sich beim Aufheizen aus und ziehen sich beim Abkühlen zusammen. Fugen teilen die Fläche in Felder, die sich unabhängig voneinander bewegen können, ohne zu reißen. Die Anforderungen an Estriche auf Dämmschichten stehen in DIN 18560-2 (bei DIN Media). Konkrete Feldgrößen nennen die Hinweise des Bundesverbands Estrich und Belag (BEB) zu Fugen in Estrichen sowie die Merkblätter der Estrichhersteller.
Wichtig für die Zuständigkeit: Den Fugenplan erstellt der Planer. Der Estrichleger legt die Fugen nach diesem Plan an, der Bodenleger übernimmt sie in den Belag. Ohne Fugenplan darf der Bodenleger keine Bewegungsfugen eigenmächtig anordnen oder schließen.
So rechnet der Rechner
- Der Rechner probiert alle Aufteilungen in gleich große Rechteckfelder durch und behält die, die alle Richtwerte einhält und die geringste Fugenlänge hat.
- Vorbelegt sind übliche Richtwerte für Zement- und Heizestriche: Feldgröße höchstens 40 m², Seitenlänge höchstens 8 m, Seitenverhältnis höchstens 1:2. Sie lassen sich an Herstellerangaben anpassen.
- Bei Heizestrich kommen Bewegungsfugen in Türdurchgängen hinzu. Der Rechner weist sie gesondert aus.
- Berücksichtigt werden nur Rechteckflächen. L-förmige Räume in Rechtecke zerlegen und einspringende Ecken zusätzlich fugen.
Welche Fugen es gibt
Randfugen
Randfugen trennen den Estrich von Wänden, Stützen und Rohrdurchführungen. Der Randdämmstreifen muss bei Heizestrichen mindestens 10 mm dick sein und wird erst nach der Verlegung des Belags abgeschnitten. Fehler bei Randfugen gehören zu den häufigsten Ursachen für Schallbrücken und Risse.
Bewegungsfugen
Bewegungsfugen gehen durch den gesamten Estrichquerschnitt bis auf die Dämmschicht. Sie bleiben dauerhaft beweglich und dürfen nicht kraftschlüssig geschlossen werden. Im Belag werden sie mit Profilen oder elastischer Fugenmasse übernommen. Bei Heizestrichen gehören sie in Türdurchgänge und zwischen Heizkreise mit unterschiedlicher Regelung. Heizrohre kreuzen Bewegungsfugen nur mit Schutzrohr.
Scheinfugen
Scheinfugen sind Sollbruchstellen, die etwa ein Drittel der Estrichdicke einschneiden. Sie lenken Schwindrisse an eine gewollte Stelle und werden vor der Belagsverlegung kraftschlüssig geschlossen, zum Beispiel mit Gießharz.
Bauwerksfugen
Gebäudetrennfugen werden in gleicher Lage und Breite durch Estrich und Belag geführt. Hier ist der Spielraum gleich null.
Häufige Fragen zum Fugenplan
Brauchen Calciumsulfat-Fließestriche Fugen?
Calciumsulfatestriche schwinden kaum. Die Hersteller lassen deshalb deutlich größere Felder zu als bei Zementestrich. Randfugen, Bewegungsfugen über Bauwerksfugen und bei Heizestrich in Türdurchgängen bleiben aber nötig. Die Herstellerwerte im Rechner eintragen.
Gilt der Fugenplan auch für den Belag?
Bewegungsfugen des Estrichs müssen im Belag an gleicher Stelle übernommen werden. Bei Fliesen und Naturstein gelten oft zusätzliche, engere Feldgrößen. Bei elastischen Belägen und Parkett hängt es vom Belag und der Verlegeart ab – der Belag darf die Bewegung jedenfalls nicht behindern.
Wer haftet, wenn ohne Fugenplan gebaut wird?
Fehlt der Fugenplan, sollten Estrichleger und Bodenleger ihn anfordern und Bedenken schriftlich anmelden. Eigenmächtig gesetzte oder weggelassene Fugen führen bei Rissen schnell zur Mithaftung.
Was ist mit einspringenden Ecken?
An einspringenden Ecken, etwa bei L-förmigen Räumen, konzentrieren sich Spannungen. Dort entstehen bevorzugt Risse. Eine Fuge, die von der Ecke ausgeht, entlastet die Fläche.
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