Die Parkettleger on Tour 2026 haben im spätbarocken Schlosspavillon auf dem Gelände der Vitzenburg in Sachsen-Anhalt einen Parkettboden mit Sternen, Fries und Oval in der Raummitte verlegt – auf 70 m² ohne brauchbaren Unterboden. Der Bericht zeigt, wie 21 Fachkräfte Estrich, Fußbodenheizung, 1:1-Aufriss und Verklebung in einer Woche organisiert haben. Für Betriebe: ein Praxisbeispiel für Planung und Vorfertigung bei Sonderformen.
Der Vitzenburger Schlossberg in der Ortschaft Vitzenburg in Sachsen-Anhalt ist das Ziel der Parkettleger on Tour 2026. Die Herausforderung: die Parkettverlegung in einem ovalen Raum auf einer kleinen Fläche von 70 m² ohne brauchbaren Unterboden. Innerhalb einer Woche entstehen dort ein neuer Unterbodenaufbau und ein individuell gefertigter Parkettboden.
Spätbarocker Schlosspavillon wird Hochzeitslocation
Im Mittelpunkt der Arbeiten, die von Ende Mai bis Anfang Juni stattfinden, steht der spätbarocke Schlosspavillon auf dem Gelände der Vitzenburg. Er soll künftig als Hochzeitslocation und Trauzimmer genutzt werden. Eigentümer des Pavillons ist der Verein zur Förderung und Erhaltung des historischen Ensembles Weinberg Vitzenburg e. V.
Ohne brauchbaren Unterboden kein Parkett – deshalb beginnt das Projekt mit dem Estrich. "Bereits am Freitag sind drei unserer Teilnehmer nach Vitzenburg gereist und haben sofort begonnen, im Schlosspavillon einen neuen Estrich einzubauen. Weil der Estrich ein paar Tage braucht, um zu trocknen und mit Parkett belegt werden zu können, war dies notwendig. Unser Estrichlegermeister Uwe Stellermann hatte im Vorfeld schon die Baustelle besichtigt und den Aufbau des Bodens geplant", berichtet Organisator Ernst Müller, ehemaliger Berufsschullehrer in Ehingen.
21 Profis vor Ort – das Team der Parkettleger on Tour 2026
Im Laufe des Samstags kommen fast alle Teilnehmer in Vitzenburg an. Damit können die Vorbereitungen für die Herstellung des Parkettbodens beginnen. Insgesamt sind die Parkettleger on Tour mit 21 Leuten vor Ort, davon ein Kollege aus der Ukraine und drei aus England. "Besonders gefreut hat uns die Teilnahme von zwei Parkettleger-Gesellinnen und zwei Auszubildenden", so Müller.
Das Team im Überblick

- 21 Teilnehmer insgesamt
- ein Kollege aus der Ukraine, drei Kollegen aus England
- zwei Parkettleger-Gesellinnen
- zwei Auszubildende
- Estrichlegermeister Uwe Stellermann (Planung des Bodenaufbaus) und die Estrichmannschaft
- Organisation: Ernst Müller, ehemaliger Berufsschullehrer in Ehingen
Aufriss im Maßstab 1:1: Vorfertigung in der Werkstatt-Scheune
Nachdem alle Aufgaben verteilt sind, bringt das Team in der als Lager- und Werkraum genutzten Scheune einen Aufriss des Parkettbodens im Maßstab 1:1 auf. Das ist nötig, um den gesamten Boden anzufertigen und passgenau zusammenzusetzen. Die fertigen Elemente werden im weiteren Verlauf des Projekts in den Pavillon gebracht und dort verklebt.
In der Scheune entstehen unter anderem die Zuschnitte für den Fries in den Nischen des Schlosspavillons. Gesellin Juliane Heidecker arbeitet konzentriert an diesen Zuschnitten.
Sonntag und Montag: Fußbodenheizung liegt, Muster steht
Am Sonntag geht die Arbeit auf dem inzwischen begehbaren Estrich weiter. Bis zum Abend ist die Fußbodenheizung eingebaut und überspachtelt. Auch in der "Werkstatt-Scheune" macht das Team gute Fortschritte. Viele Teile – beispielsweise die Sterne für den Boden – sind bereits zugeschnitten und auf dem Aufriss zusammengesetzt.
Offen ist zu diesem Zeitpunkt noch die Gestaltung der Flächen. Ernst Müller: "Am Montag haben wir uns endgültig entschieden, mit welchem Parkettmuster die Flächen um die Sterne gefüllt und wie der Boden und der Fries rings um das Oval gestaltet werden sollten. Das war bis dahin noch nicht ganz klar und es wurde rege diskutiert."
Schließlich einigt man sich auf Lösungen, mit denen alle gut leben können. Das Muster wird im Pavillon auf der Fläche aufgerissen. Die ersten Teile des Parkettbodens gelangen an ihren endgültigen Platz.
Einzelteile zusägen: Puzzlearbeit für Erker und Oval
Am Dienstag nimmt der Boden im Pavillon zunehmend Gestalt an. Es lässt sich bereits erahnen, wie das fertige Ergebnis später aussehen wird. Die ersten Parkettplatten werden fest verklebt. Parallel dazu laufen den ganzen Tag noch die Sägen in der Werkscheune.
Unter anderem müssen die Einzelteile für die Parkettmuster in den Erkern des Raumes zugesägt werden. "Eine echte Puzzlearbeit", so Ernst Müller im Rückblick. Die einzelnen Elemente für das Oval in der Raummitte müssen ebenfalls präzise angepasst werden.
"Der Mittwoch war ein richtig heftiger Arbeitstag, alle haben reingeklotzt und den Parkettboden im Pavillon fast komplett verlegt. Am nächsten Tag sollte schon die Übergabe des Bodens erfolgen und da hieß es, so viel wie möglich fertig bekommen, was auch gelang", so Müller weiter. Als Belohnung geht es anschließend für alle nach Freyburg zur Winzervereinigung Freyburg-Unstrut zur Besichtigung des Weinkellers mit Weinprobe.

Endspurt: Schleifen, Übergabe an den Verein, Ölen
Am Donnerstag ist Endspurt angesagt. Die letzten fehlenden Teile werden eingepasst, und das Schleifen kann beginnen. Für den Nachmittag ist die Übergabe des neuen außergewöhnlichen Parkettbodens an die Eigentümer des Pavillons geplant, den Verein zur Förderung und Erhaltung des historischen Ensembles Weinberg Vitzenburg e. V. Georg von Münchhausen, Vorsitzender des Vereins, der Bürgermeister Andreas Nette und die Ortsbürgermeisterin Ute Rohlfing sind bei der Übergabe anwesend und zeigen sich begeistert.
Am Freitag führt das Team die letzten Feinarbeiten aus. Der Boden wird fertig geschliffen und geölt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Ablauf der Parkettleger on Tour 2026 im Überblick
| Tag | Baustelle Pavillon | Werkstatt-Scheune / Sonstiges |
| Freitag | Drei Teilnehmer bauen den neuen Estrich ein | – |
| Samstag | Fast alle Teilnehmer vor Ort; Vorbereitungen für den Parkettboden | Aufriss im Maßstab 1:1 aufgebracht |
| Sonntag | Estrich begehbar; Fußbodenheizung eingebaut und überspachtelt | Teile zugeschnitten (u. a. Sterne) und auf dem Aufriss zusammengesetzt |
| Montag | Muster auf der Fläche aufgerissen; erste Teile an ihrem Platz | Entscheidung über Parkettmuster, Boden und Fries rings um das Oval |
| Dienstag | Erste Parkettplatten fest verklebt; Elemente für das Oval angepasst | Sägen laufen den ganzen Tag; Einzelteile für die Erker |
| Mittwoch | Parkettboden fast komplett verlegt | Anschließend Weinkellerbesichtigung mit Weinprobe bei der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut |
| Donnerstag | Letzte Teile eingepasst; Schleifen beginnt; Übergabe am Nachmittag | – |
| Freitag | Feinarbeiten; Boden fertig geschliffen und geölt | – |
Fazit: Unterbodenaufbau und Parkettboden in einer Woche
„Es ist uns gelungen, innerhalb einer Woche nicht nur einen außergewöhnlichen Parkettboden anzufertigen und zu verlegen, sondern zusätzlich den gesamten Unterbodenaufbau zu bewältigen. Das war immens viel Arbeit und wir bedanken uns dafür bei unserer Estrichmannschaft und allen Teilnehmenden aufs Herzlichste. Wir haben es wieder einmal geschafft. Das war nur möglich, weil alle mit Spaß und Freude zusammengearbeitet haben“, fasst Ernst Müller das diesjährige Projekt der Parkettleger on Tour zusammen.
Für Betriebe zeigt die Parkettleger on Tour 2026 damit, wie sich ein Sonderprojekt mit Vorfertigung auf dem 1:1-Aufriss, klarer Aufgabenverteilung und abgestimmtem Zeitplan zwischen Estrich- und Parkettarbeiten in einer Woche umsetzen lässt.
