Das Bodenprojekt des Jahres 2026 kommt aus München. Eine Kooperation der Unternehmen Bauer und Zehetmair ist für die Sanierung einer denkmalgeschützten Jugendstilvilla in der bayerischen Landeshauptstadt mit dem Titel ausgezeichnet worden.

Die diesjährigen Preisträger wurden auf der Domotex in Hannover bekannt gegeben. Netzwerk Boden, der Verbund führender Bodenspezialisten aus Handwerk und Industrie, hat die Auszeichnungen auf der Bühne des Retailers Park übergeben.
„Die Firma Bauer hat sich in Zusammenarbeit mit der Firma Zehetmair aufgrund des Netzwerkgedankens im Handwerk und der anspruchsvollen handwerklichen Aufgabenstellung durchgesetzt“, erklärte die Jury. Sie bestand in diesem Jahr aus
- Marketingexperte Uwe Viebrock (FEB),
- Ralf Wiebusch (Architekt),
- dem Gutachter Torsten Grotjohan und
- Samuel Braun, Parkettlegemeister und Fachlehrer von der Berufsschule Ehingen.
Erstmals hat Netzwerk Boden außerdem den Sonderpreis Technische Herausforderung an die Firma Wessendorf Systembeschichtungen mit Sitz in Emstek für die Umsetzung der Bodenarbeiten im Rahmen des Bunkerumbaus Hamburg St. Pauli vergeben.
Sanierung in München
„Die Wahl der Gewinner zeigt eindrucksvoll, wie entscheidend das professionelle Zusammenspiel der Partner im Netzwerk ist“, erklärte Beat Ludin, Geschäftsführung Netzwerk Boden. Insbesondere bei der anspruchsvollen Parkettverlegung in der von Theodor Mayr 1925 im Neo-Louis-XVI-Stil erbauten Münchner Villa habe die enge Kooperation überzeugt.
Um hochwertige Parkettverlegung ging es in der kernsanierten Münchner Jugendstilvilla. Das historische Gebäude wurde zu sieben hochwertigen Wohneinheiten ausgebaut. Die Bodenarbeiten stellten höchste Anforderungen:
- Eichenstabparkett im Fischgrätmuster mit Wandfries, teils um historische Rundöfen und geschwungene Wandabschnitte geführt,
- Verbandverlegung sowie
- massive Landhausdielen –
insgesamt rund 700 Quadratmeter auf fünf Etagen.
Fußboden Bauer aus Motten in der Rhön und Fußboden Zehetmair aus Miesbach realisierten das Projekt trotz 360 Kilometern Distanz in enger Abstimmung. „Bei vielen kleinteiligen Bauabschnitten war uns klar, dass ein verlässlicher, ortsnaher Partner entscheidend ist“, erklärt Klaus Bauer. „Durch Netzwerk Boden haben wir den Partner für die reibungslose Zusammenarbeit gefunden.“ Das Ergebnis: ein Projektabschluss zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers.
Technische Unterstützung kam vom Netzwerk Boden Partner Uzin, der
- Aufbauempfehlung,
- Grundierung,
- Parkettklebstoff sowie
- die Entkoppelungs- und Dämmplatten Uzin Multimoll Softsonic
lieferte. Sie vereinen niedrige Aufbauhöhe, Entkopplung, Trittschall- und Raumschalldämmung in einem Produkt für hohen Geh- und Wohnkomfort. Ein besonderer Blickfang ist der Stabparkettboden der französischen Manufaktur Chêne de l’est. Der Wunsch des Auftraggebers: ein rund 21 mm starkes, geöltes Parkett – stilecht wie zur Erbauungszeit. Ein 190 mm breiter Wandfries fasst die Flächen ein und folgt elegant allen Rundungen.
Boden für den Bunker
Den Sonderpreis Technische Herausforderungen erhielt die Firma Wessendorf Systembeschichtungen aus Emstek für sämtliche Bodenarbeiten im 58 Meter hohen ehemaligen Flakbunker in St. Pauli. Wo früher Schutz gesucht wurde, gibt es nun
- einen öffentlichen Dachgarten mit Bergpfad, Ausstellungsflächen,
- ein Hotel und
- den Blick über den ganzen Kiez.
Stylische Sichtestriche, Beschichtungen, Teppichböden und Parkettverlegungen im urbanen Stil sind das Ergebnis der Firma Wessendorf.
Der zuständige Beirat Norbert Rennert erklärte zu dem herausfordernden Projekt: „Der Preis wird aufgrund der hohen Anforderungen an einen Sichtestrich in Kombination mit der außergewöhnlichen Logistik, wie Pumphöhe, Transportwege, Platzverhältnisse vergeben.“
Große Herausforderung
Auf 8.500 Quadratmetern Fläche und fünf Etagen wurden Unterboden und Oberbelag in bis zu sechzig Metern Höhe verlegt. „Das Projekt stellte große Herausforderungen an Logistik und Material“, sagte Franz Wessendorf, der den Auftrag von der Beratung über die Materialfindung bis zur Ausführung erhielt. „Wir haben mit dem Netzwerk Boden Industriepartner Thermoplan zusammengearbeitet, der sämtliche Estriche lieferte.“
Produziert wurde in Mix-Mobilen in gleichmäßiger Qualität direkt vor Ort. Die Förderung erfolgte bis zur sechzig Meter höher gelegenen Einbaustelle über eine temporär gelegte Stahlleitung an der äußeren Fassade des Bunkers. Damit wurden die gewaltigen Materiallasten nicht auf Schläuche übertragen. Von dort ging es weiter zur hundert Meter entfernten Etage. Auf diese Weise wurden täglich bis zu 45 Kubikmeter Estrichmörtel am Fuß des Bunkers gemischt, nach oben gepumpt und im Gebäude verbaut. Im Anschluss erfolgten alle Bodenbelagsarbeiten durch die Firma Wessendorf.
Handwerk stärken
Mit mehr als siebzig Standorten gilt die Leistungsgemeinschaft Netzwerk Boden als eines der stärksten und größten Netzwerke der Fußbodenbranche in Deutschland. Um die spezifischen Kundenanforderungen erfüllen zu können, gibt es im Netzwerk Boden für jede Aufgabe Spezialisten. Der Grundgedanke der Gemeinschaft ist es, das einzelne Handwerksunternehmen im Auftritt gegenüber Auftraggebern zu stärken.
Autor
Alexander Radziwill, Kontakt: alexander.radziwill@holzmann-medien.de.