Serie: Parkettrestauratoren Parkettrestauratorin Regina Fraunhofer: Profil und Werdegang

Parkettrestauratorin Regina Fraunhofer hat den Master Professional für Restaurierung im Parkettlegerhandwerk mit Bestnoten abgeschlossen und engagiert sich ehrenamtlich in der Fachgruppe im BVPF. Im Profil erklärt die 26-jährige Parkettlegermeisterin, welche Techniken die Fortbildung vermittelt, warum das Netzwerk aus Dozenten und Teilnehmern im Problemfall hilft und wie sie mit Vorurteilen gegen Junge und Frauen im Handwerk umgeht.

Regina Fraunhofer bei der Arbeit
"Mein Vater ist Handwerker, von dem kommt vielleicht das ‘Holz-Gen‘. Schon als Kind war ich gern in der Werkstatt und habe mich mit Holz beschäftigt", sagt Regina Fraunhofer. - © Privat

Bei der Fachgruppentagung der Parkettrestauratoren im BVPF sind mit Christian Killer und seinem Stellvertreter Eddy Keilbach zwei junge Männer an die Spitze eines neuen Führungsteams gewählt worden. Die beiden Absolventen des Master-Professional-Kurses für Parkettrestauratoren wollen den Fortbestand der Fachgruppe sichern und die Entwicklung vorantreiben. In der bwd-Serie "Parkettrestauratoren im Profil" ist diesmal Regina Fraunhofer an der Reihe: Die aus Niederbayern stammende Parkettlegermeisterin gehört zu den Absolventinnen und Absolventen des Kurses.

Die Serie wirft einen genaueren Blick auf die Gruppe. Bereits vorgestellt hat bwd Killer und Keilbach, den Leiter der Bundesfachgruppe der Parkettrestauratoren und seinen Stellvertreter.

Landessiegerin, Deutsche Meisterin, EuroSkills: Was Regina Fraunhofer auszeichnet

Wer sie googelt, stellt fest: Die junge Frau zeichnet ein gewisser beruflicher Ehrgeiz aus. So war sie schon Bayerische Landessiegerin und Deutsche Meisterin im Parkettlegerhandwerk sowie Beste ihrer Gesellenprüfung. Nach der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft für Parkett- und Bodenleger hat sie sich seinerzeit für die Europameisterschaft qualifiziert. 2021 bei den EuroSkills in Graz, der Europameisterschaft der Berufe, erhielt sie in der Disziplin "Floor Laying" eine Medal of Excellence.

Vor mehr als einem Jahr hat sie außerdem die Fortbildung zum "Master Professional für Restaurierung im Parkettlegerhandwerk" mit Bestnoten abgeschlossen – die "Königsdisziplin", wie sie sagt. Bei der Gelegenheit fasste sie den Entschluss, sich für die Fachgruppe der Restauratoren zu engagieren.

Warum das Ehrenamt ein Herzensprojekt ist

Was hat sie dazu gebracht, sich neben dem beruflichen Alltag als Parkettlegerin bei den Restauratoren ehrenamtlich einzubringen? Hat sie im Alltag noch nicht genug zu tun? "Doch, definitiv. Aber bei den Restauratoren handelt es sich um ein Herzensprojekt. Außerdem haben wir alle gewusst: Wenn wir nicht mit einsteigen, geht es nicht weiter, weil die bisherige Führung klar angekündigt hat, das abgeben zu wollen."

"So war uns allen klar, dass wir uns engagieren und die Aufgaben auf viele Schultern verteilen. So ist das für keinen zu viel. Und das funktioniert", sagt Regina Fraunhofer. Die 26-Jährige ist bei den Restauratoren gemeinsam mit Angelika Kranl für Marketing zuständig – die eine online, die andere print.

Parkettrestaurator nach dem Meister: Praxis statt Büro

Nach dem Meister der Restaurator – "das war einfach der nächste Schritt", erklärt die Handwerkerin. Schon nach der Ausbildung habe sie einen Wunsch nach "noch mehr Input" verspürt.

„Bei den Restauratoren handelt es sich um ein Herzensprojekt. Wir haben alle gewusst: Wenn
wir nicht mit einsteigen, geht es nicht weiter“, sagt Regina Fraunhofer. - © Privat

Den Meister zu machen sei toll gewesen, sagt sie, aber das reichte ihr nicht: "Das war sehr kaufmännisch, und Büro ist weniger mein Thema als die Baustelle. Ich habe nach praktischen Fortbildungen gesucht, und da kommt der Restaurator ins Spiel, der für die Praxis viel hilft. Viele Techniken lernst du beim Meister nicht."

"Jeden Tag etwas anderes": Langdielen mit 13 Metern

Neugier ist ein starker Impuls. Am liebsten, sagt Regina Fraunhofer, mache sie jeden Tag etwas anderes. "Ich arbeite sehr gern mit Holz, schon immer. Im Moment verlegen wir zum Beispiel Langdielen, die mit 13 Metern angeliefert wurden."

"Das ist Neuverlegung, das ist spannend, das ist eine schöne Baustelle. Jeden Tag wollte ich das aber auch nicht machen. Ich mache gern viele verschiedene Sachen und dafür braucht man verschiedene Aus- und Weiterbildungen."

Retusche, Oberflächen, Flecken: Was nur der Restaurator vermittelt

Die Inhalte beim Restaurator würden nirgendwo sonst vermittelt, sagt Regina Fraunhofer – also zum Beispiel die Retusche, die Beschaffenheit der Oberflächen, das Anlösen von alten Schichten, ohne die falsche Schicht anzulösen, oder das Wissen um die Behandlung von Flecken. "Das ist einzigartig. Damit verbunden ist der Kontakt zu den Dozenten. Das sind jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet."

"Die kann man ansprechen, wenn man mal vor einem echt großen Problem steht. Auch die Teilnehmer haben jeder ein etwas anderes Interessengebiet. Auch die kannst du anrufen. Das ist ein unbezahlbares Netzwerk."

Was die Restaurator-Fortbildung laut Regina Fraunhofer vermittelt

  • Retusche
  • Beschaffenheit der Oberflächen
  • Anlösen von alten Schichten, ohne die falsche Schicht anzulösen
  • Wissen um die Behandlung von Flecken
  • Kontakt zu Dozenten, die jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet sind
  • Netzwerk der Teilnehmer mit unterschiedlichen Interessengebieten

Handwerklich geprägt: Vom „Holz-Gen“ zur Parkettlegerei

Wie viele in der Branche stammt auch Regina Fraunhofer aus einem familiären Umfeld, das handwerklich geprägt ist. "Mein Vater ist Handwerker und hat seinen Schwerpunkt im Außenbereich, unter anderem Gartenhäuser und Terrassen. Von dem kommt vielleicht das ‘Holz-Gen‘. Schon als Kind war ich gern in der Werkstatt und habe mich mit Holz beschäftigt."

Regina Fraunhofer mit ihrem Partner
Ihren Partner Felix Bauer hat Regina Fraunhofer beim Meisterkurs kennengelernt. Die beiden
leben und arbeiten zusammen und haben auch die Weiterbildung zum Restaurator gemeinsam
gemacht - © Privat

Aber Parkett, das kam nicht aus der Familie heraus. Die Idee entwickelte sich erst nach einigen Praktika in verschiedenen Betrieben, die mit Holz zu tun haben. Regina Fraunhofer: "Ich hätte auch Schreinerin werden können, aber bei der Josef Fuchsberger Parkettlegerei in Marklkofen hat es mir am besten gefallen, also bin ich Parkettlegerin geworden. Meinen Partner Felix Bauer habe ich beim Meisterkurs kennengelernt."

Die beiden leben und arbeiten zusammen und haben auch die Weiterbildung zum Restaurator gemeinsam gemacht.

Vorurteile gegen Junge: "Faul, frech, unfähig"

Ein Phänomen, das es überall und auch in unserer Branche gibt, ist das Motzen über die Jungen. Faul, frech, unfähig … das Gemecker gab es vermutlich schon in der Steinzeit. Die Vorurteile, die jüngere Menschen heute in der Branche oft hören: Die wollen doch nichts leisten, schon gar nicht körperlich, die möchten doch alle nur Influencer werden und ihr Geld mit Geschwätz verdienen.

Regina Fraunhofer hat das auch schon gehört und reagiert darauf diplomatisch: Zum Teil sei das wahr, sagt sie, und zum Teil auch nicht. Und: Wer erst einmal drei Jahre reisen müsse, um danach das dritte Studium anzufangen, komme tatsächlich nicht in die Gänge. "Aber das gab es früher auch. Gleichzeitig gibt es heute auch jede Menge engagierte Junge."

"Ich kenne viele innerhalb und außerhalb der Branche, die sehr fleißig sind, insofern sind das wohl einfach Vorurteile, die sich jede jüngere Generation anhören darf."

Als Frau im Parkettlegerhandwerk: Arbeit und Auftreten überzeugen

Als Frau in der Branche könne sie beim Thema Vorurteile mitreden, berichtet sie; zumindest sei das früher ein Thema gewesen. "Seit vier, fünf Jahren aber nicht mehr. Es ist ganz einfach so: Wenn jemand mit eigenen Augen sieht, wie man arbeitet, erübrigt sich das. Dann sind die plötzlich still. Und bisher immer glücklich mit meiner Arbeit gewesen."

Woran liegt das? Ist die Menschheit klüger geworden? "Ich weiß es nicht genau, aber sicher hängt das mit dem Auftreten zusammen. Man wird älter und damit sicherer, das trägt zum Bild bei", sagt die Parkettrestauratorin. "Dann lassen sich Firmen und Personen heute googeln und somit schon vor dem persönlichen Treffen kennenlernen."