Parkettrestaurierung im Denkmal: Im Wiener Palais Chotek hat die Wiener Parkett GmbH mit Absolventen des Lehrgangs "Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" das historische Tafelparkett der Beletage ausgebaut, dokumentiert, sechs Jahre zwischengelagert und originalgetreu wiederhergestellt. Der Bericht zeigt die Arbeitsschritte – und wie sich Parkettlegermeister auf DQR-7-Niveau qualifizieren.

Ein außergewöhnliches Projekt der Parkettrestaurierung ist in Wien fertiggestellt worden – in einer Kulturstadt, in der historische Baukunst und meisterhafte Handwerkstradition seit Jahrhunderten eine Einheit bilden. Das Tafelparkett in den Beletage-Prunkräumen des geschichtsträchtigen Palais Chotek erstrahlt nun wieder in seinem ursprünglichen Glanz. Was im Jahr 2019 als Projekt der Wiener Parkett GmbH begann, wurde gemeinsam mit Absolventen des Studiengangs "Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" des Jahres 2023/2024 fertiggestellt.
Ausbau 2019: Parketttafeln nummeriert, kartografiert und klimatisiert gelagert
Im Zuge grundlegender baulicher Maßnahmen im Palais Chotek übernahm die Wiener Parkett GmbH die Aufgabe, die historischen Parketttafeln der Beletage fachgerecht auszubauen. Was als anspruchsvolles Rettungs- und Bergungsprojekt begann, mündete Jahre später in einer Kooperation mit Absolventen der Master-Professional-Fortbildung. Zunächst stand jedoch die lückenlose Dokumentation im Vordergrund.
So dokumentierte das Team den Ausbau jedes einzelnen Elements:
- Präzise nummeriert
- In Plänen kartografiert
- Dokumentiert
- Unter kontrollierten klimatischen Bedingungen zwischengelagert
Sechs Jahre später: Master-Absolventen verstärken das Projektteam

Erst sechs Jahre später kehrten die historischen Holzkunstwerke an ihren angestammten Platz zurück – allerdings nicht im Zuge einer gewöhnlichen Baustellenabwicklung. Unter der Gesamtleitung von Martin Kranl, Geschäftsführer der Wiener Parkett GmbH, schloss sich ein Fachteam des Abschlussjahrgangs 2023/2024 dem Projekt an. Die Absolventen der Fortbildung zum "Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" nutzten das Wiener Palais, um ihr theoretisches und praktisches Fachwissen umzusetzen.
Zum Restauratoren-Team vor Ort gehörten Felix Bauer, Regina Fraunhofer, Eddy Keilbach, Christian Killer, Angelika Kranl und Lars Wildermann.
Konservatorische Arbeiten: vier Schritte der Parkettrestaurierung
Gemeinsam mit den Fachkräften der Wiener Parkett GmbH führten die Experten konservatorische Arbeiten durch. Die Reihenfolge der Arbeitsschritte im Überblick:
| Schritt | Maßnahme |
| 1 | Historische Holzsubstanz sichern |
| 2 | Fehlstellen passgenau mit historisch adäquaten Hölzern ergänzen |
| 3 | Traditionelle Verleim- und Verbindungstechniken anwenden |
| 4 | Parkett fachgerecht neu installieren und konservieren |
Im Zuge der umfassenden Gesamtrestaurierung wurde der historische Tafelparkettboden der Beletage damit originalgetreu wiederhergestellt.
Martin Kranl: Geschäftsführer, Mit-Initiator und Kursleiter

Dass dieses Projekt in dieser Form realisiert werden konnte, ist eng mit der Person Martin Kranl verbunden. Als Geschäftsführer der Wiener Parkett GmbH steht er seit Jahrzehnten für Parkettkompetenz, Rekonstruktion und nachhaltiges Handeln im Denkmalschutz. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die fachgerechte Verlegung, Restaurierung, Rekonstruktion und Pflege hochwertiger Holzböden. Zudem fungierte Kranl als Mit-Initiator und Kursleiter der länderübergreifenden Ausbildung zum "Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk", durchgeführt unter anderem in Zusammenarbeit mit der Propstei Johannesberg in Fulda.
"Es war mir ein persönliches Anliegen, die theoretische Tiefe und die konservatorischen Standards unserer neu ausgerichteten Master-Ausbildung direkt an einem der bedeutendsten historischen Bauwerke Wiens erlebbar zu machen", erklärt Kranl. Und ergänzt: "Das Palais Chotek bot unseren Studierenden die einmalige Gelegenheit, echtes Weltkulturerbe nicht nur zu analysieren, sondern mit ihren eigenen Händen für die nächsten Generationen zu bewahren. Hier trafen Unternehmertum, Lehre und Leidenschaft für das Handwerk in perfekter Weise aufeinander."
Lehrgang auf DQR 7: Was die Master-Fortbildung verlangt
Die Fortbildung zum "Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" will neue Maßstäbe in der beruflichen Bildung setzen. Sie ist auf der Stufe 7 des Deutschen bzw. Europäischen Qualifikationsrahmens (DQR 7 / EQR 7) eingeordnet und steht damit auf demselben formalen Bildungsniveau wie ein universitärer Master-Abschluss. Die rund 1.600 Unterrichts- und Selbststudienstunden umfassende Ausbildung verlangt von den Meistern ihres Fachs umfassende Kenntnisse in Kunstgeschichte, Holzanatomie, historischer Chemie, Schadensanalyse sowie den Grundsätzen der Denkmalpflege (Charta von Venedig).
| Eckdaten des Lehrgangs | Angabe |
| Bezeichnung | "Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" |
| Niveau | Stufe 7 DQR / EQR – formal gleichwertig mit einem universitären Master-Abschluss |
| Umfang | rund 1.600 Unterrichts- und Selbststudienstunden |
| Inhalte | Kunstgeschichte, Holzanatomie, historische Chemie, Schadensanalyse, Grundsätze der Denkmalpflege (Charta von Venedig) |
| Zielgruppe | Parkettlegermeister |
| Kooperation | unter anderem Propstei Johannesberg, Fulda |
| Kursleitung | Martin Kranl (Mit-Initiator) |
| Nächster Start | Januar 2027 |
Nächster Durchgang startet im Januar 2027
Der nächste Durchgang startet im Januar 2027. Interessierte Parkettlegermeister finden ausführliche Informationen zum Lehrgang, zu den Zulassungsvoraussetzungen sowie Einblicke in vergangene Projekte online unter www.parkettrestauratoren.net. Für Betriebe, die Parkettrestaurierung an historischen Böden anbieten wollen, zeigt das Projekt im Palais Chotek, welche Dokumentations-, Lager- und Konservierungsschritte dafür anfallen.