Eine Parkettrestaurierung an historischem Tafelparkett umfasst Ausbau, Nummerierung, klimatisierte Zwischenlagerung, Ergänzung mit historisch adäquaten Hölzern und traditionelle Verbindungstechniken. Im Palais Chotek zeigt die Wiener Parkett GmbH, wie das in der Praxis abläuft.

Das Wichtigste in Kürze
- 2019 baute die Wiener Parkett GmbH die historischen Parketttafeln der Beletage im Palais Chotek aus; jedes Element wurde nummeriert, in Plänen kartografiert, dokumentiert und unter kontrollierten klimatischen Bedingungen zwischengelagert.
- Sechs Jahre später erfolgte die Wiederverlegung unter Gesamtleitung von Martin Kranl – gemeinsam mit sechs Absolventen des Abschlussjahrgangs 2023/2024 der Fortbildung „Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk".
- Konservatorische Arbeiten: Holzsubstanz sichern, Fehlstellen mit historisch adäquaten Hölzern ergänzen, traditionelle Verleim- und Verbindungstechniken anwenden, fachgerecht neu installieren und konservieren.
- Die Fortbildung ist auf Stufe 7 des Deutschen bzw. Europäischen Qualifikationsrahmens (DQR 7 / EQR 7) eingeordnet, umfasst rund 1.600 Unterrichts- und Selbststudienstunden und startet im Januar 2027 erneut.
In der Kulturstadt Wien, wo historische Baukunst und Handwerkstradition seit Jahrhunderten eine Einheit bilden, ist ein außergewöhnliches Restaurierungsprojekt fertiggestellt worden. Das Tafelparkett in den Beletage-Prunkräumen des geschichtsträchtigen Palais Chotek erstrahlt wieder in seinem ursprünglichen Glanz. Was im Jahr 2019 als Projekt der Wiener Parkett GmbH begann, wurde gemeinsam mit Absolventen des Jahrgangs 2023/2024 der Fortbildung „Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" fertiggestellt – eine Parkettrestaurierung, bei der Betrieb, Lehre und Denkmalpflege zusammenwirken.
Ausbau 2019: Jede Parketttafel nummeriert, kartografiert und klimatisiert gelagert
Im Zuge grundlegender baulicher Maßnahmen im Palais Chotek übernahm die Wiener Parkett GmbH die Aufgabe, die historischen Parketttafeln der Beletage fachgerecht auszubauen. Jedes einzelne Element wurde präzise nummeriert, in Plänen kartografiert, dokumentiert und unter kontrollierten klimatischen Bedingungen zwischengelagert. Damit war die Grundlage gelegt, um die Tafeln Jahre später an exakt ihrem angestammten Platz wieder einzubauen.
Checkliste: Arbeitsschritte der Parkettrestaurierung im Palais Chotek
- Fachgerechter Ausbau der historischen Parketttafeln im Zuge der baulichen Maßnahmen
- Präzise Nummerierung jedes einzelnen Elements
- Kartografierung in Plänen und Dokumentation
- Zwischenlagerung unter kontrollierten klimatischen Bedingungen
- Sicherung der historischen Holzsubstanz
- Passgenaue Ergänzung von Fehlstellen mit historisch adäquaten Hölzern
- Anwendung traditioneller Verleim- und Verbindungstechniken
- Fachgerechte Neuinstallation und Konservierung

Sechs Jahre später: Master-Absolventen übernehmen die Wiederverlegung
Erst sechs Jahre später kehrten die historischen Holzkunstwerke an ihren angestammten Platz zurück – allerdings nicht im Rahmen einer gewöhnlichen Baustellenabwicklung. Unter der Gesamtleitung von Martin Kranl, Geschäftsführer der Wiener Parkett GmbH, schloss sich ein Fachteam des Abschlussjahrgangs 2023/2024 dem Projekt an.
Die Absolventen der Fortbildung zum „Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" nutzten das Wiener Palais, um ihr theoretisches und praktisches Fachwissen umzusetzen. Zum Restauratoren-Team vor Ort gehörten Felix Bauer, Regina Fraunhofer, Eddy Keilbach, Christian Killer, Angelika Kranl und Lars Wildermann. Was als anspruchsvolles Rettungs- und Bergungsprojekt begann, mündete damit in eine Kooperation mit Absolventen der Qualifikationsstufe DQR 7 / EQR 7.
Konservatorische Arbeiten: Holzsubstanz sichern, Fehlstellen ergänzen
Gemeinsam mit den Fachkräften der Wiener Parkett GmbH führten die Experten konservatorische Arbeiten durch. Historische Holzsubstanz wurde gesichert, Fehlstellen wurden passgenau mit historisch adäquaten Hölzern ergänzt, traditionelle Verleim- und Verbindungstechniken angewandt. Anschließend wurde das Parkett fachgerecht neu installiert und konserviert. Im Zuge der umfassenden Gesamtrestaurierung ist der historische Tafelparkettboden der Beletage damit originalgetreu wiederhergestellt.
Martin Kranl: Geschäftsführer, Mit-Initiator und Kursleiter
Dass dieses Projekt in dieser Form realisiert werden konnte, ist eng mit der Person Martin Kranl verbunden. Als Geschäftsführer der Wiener Parkett GmbH steht er seit Jahrzehnten für Parkettkompetenz, Rekonstruktion und nachhaltiges Handeln im Denkmalschutz. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die fachgerechte Verlegung, Restaurierung, Rekonstruktion und Pflege hochwertiger Holzböden. Zudem fungierte Kranl als Mit-Initiator und Kursleiter der länderübergreifenden Ausbildung zum „Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk", durchgeführt unter anderem in Zusammenarbeit mit der Propstei Johannesberg in Fulda.
„Es war mir ein persönliches Anliegen, die theoretische Tiefe und die konservatorischen Standards unserer neu ausgerichteten Master-Ausbildung direkt an einem der bedeutendsten historischen Bauwerke Wiens erlebbar zu machen", erklärt Kranl. Und ergänzt: „Das Palais Chotek bot unseren Studierenden die einmalige Gelegenheit, echtes Weltkulturerbe nicht nur zu analysieren, sondern mit ihren eigenen Händen für die nächsten Generationen zu bewahren. Hier trafen Unternehmertum, Lehre und Leidenschaft für das Handwerk in perfekter Weise aufeinander."

Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk: Nächster Lehrgang ab Januar 2027
Die Fortbildung zum „Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" will neue Maßstäbe in der beruflichen Bildung setzen. Sie ist auf der Stufe 7 des Deutschen bzw. Europäischen Qualifikationsrahmens (DQR 7 / EQR 7) eingeordnet und steht damit auf demselben formalen Bildungsniveau wie ein universitärer Master-Abschluss.
Die rund 1.600 Unterrichts- und Selbststudienstunden umfassende Ausbildung verlangt von den Meistern ihres Fachs umfassende Kenntnisse in Kunstgeschichte, Holzanatomie, historischer Chemie, Schadensanalyse sowie den Grundsätzen der Denkmalpflege (Charta von Venedig). Der nächste Durchgang startet im Januar 2027.
Eckdaten der Fortbildung im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bezeichnung | Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk |
| Qualifikationsniveau | Stufe 7 des Deutschen bzw. Europäischen Qualifikationsrahmens (DQR 7 / EQR 7) |
| Formales Bildungsniveau | entspricht einem universitären Master-Abschluss |
| Umfang | rund 1.600 Unterrichts- und Selbststudienstunden |
| Inhalte | Kunstgeschichte, Holzanatomie, historische Chemie, Schadensanalyse, Grundsätze der Denkmalpflege (Charta von Venedig) |
| Durchführung | länderübergreifend, u. a. in Zusammenarbeit mit der Propstei Johannesberg in Fulda |
| Kursleitung | Martin Kranl (Mit-Initiator) |
| Zielgruppe | Parkettlegermeister |
| Nächster Start | Januar 2027 |
| Informationen | www.parkettrestauratoren.net |
Was das Projekt für Parkettrestaurierung im Denkmalschutz zeigt
Das Projekt im Palais Chotek macht den Ablauf einer Parkettrestaurierung im Denkmalschutz nachvollziehbar: dokumentierter Ausbau, klimatisierte Zwischenlagerung über Jahre, konservatorische Ergänzung der Substanz und Wiederverlegung durch entsprechend qualifiziertes Personal. Interessierte Parkettlegermeister finden ausführliche Informationen zum Lehrgang, zu den Zulassungsvoraussetzungen sowie Einblicke in vergangene Projekte online unter www.parkettrestauratoren.net.
Häufige Fragen zur Parkettrestaurierung im Palais Chotek
Wie läuft eine Parkettrestaurierung an historischem Tafelparkett ab?
Im Palais Chotek wurde jedes Element der historischen Parketttafeln nummeriert, in Plänen kartografiert, dokumentiert und unter kontrollierten klimatischen Bedingungen zwischengelagert. Bei der Wiederverlegung sicherte das Team die historische Holzsubstanz, ergänzte Fehlstellen passgenau mit historisch adäquaten Hölzern, wandte traditionelle Verleim- und Verbindungstechniken an und installierte und konservierte das Parkett anschließend fachgerecht.
Was ist der Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk?
Es handelt sich um eine länderübergreifende Fortbildung für Parkettlegermeister, die unter anderem in Zusammenarbeit mit der Propstei Johannesberg in Fulda durchgeführt wird. Sie umfasst rund 1.600 Unterrichts- und Selbststudienstunden und vermittelt Kenntnisse in Kunstgeschichte, Holzanatomie, historischer Chemie, Schadensanalyse sowie den Grundsätzen der Denkmalpflege nach der Charta von Venedig. Mit-Initiator und Kursleiter ist Martin Kranl von der Wiener Parkett GmbH.
Welches Qualifikationsniveau hat der Restaurator im Parkettlegerhandwerk?
Die Fortbildung ist auf der Stufe 7 des Deutschen bzw. Europäischen Qualifikationsrahmens eingeordnet (DQR 7 / EQR 7). Damit steht sie auf demselben formalen Bildungsniveau wie ein universitärer Master-Abschluss. Interessierte Parkettlegermeister finden die Zulassungsvoraussetzungen sowie Einblicke in vergangene Projekte online unter www.parkettrestauratoren.net.
Wann startet der nächste Lehrgang zum Parkettrestaurator?
Der nächste Durchgang der Fortbildung „Master Professional – Restaurator im Parkettlegerhandwerk" startet im Januar 2027. Die Ausbildung umfasst rund 1.600 Unterrichts- und Selbststudienstunden und richtet sich an Parkettlegermeister. Ausführliche Informationen zum Lehrgang, zu den Zulassungsvoraussetzungen und zu vergangenen Projekten stehen online unter www.parkettrestauratoren.net bereit.
Wer hat das Tafelparkett im Palais Chotek restauriert?
Die Gesamtleitung lag bei Martin Kranl, Geschäftsführer der Wiener Parkett GmbH. Die Fachkräfte des Unternehmens arbeiteten mit einem Restauratoren-Team des Abschlussjahrgangs 2023/2024 zusammen: Felix Bauer, Regina Fraunhofer, Eddy Keilbach, Christian Killer, Angelika Kranl und Lars Wildermann. Die Wiener Parkett GmbH hatte die Parketttafeln bereits 2019 ausgebaut und zwischengelagert; die Wiederverlegung erfolgte sechs Jahre später. bwd