Porträt Einer von uns, Martin Dischinger aus Pfaffenweiler

Seit 30 Jahren führt Parkettlegermeister Martin Dischinger seinen Betrieb im südbadischen Pfaffenweiler – und denkt auch nach Jahrzehnten im Handwerk noch lange nicht ans Aufhören.

Manfred Dischinger
Martin Dischinger, Parkettlegermeister und Inhaber Parkett Dischinger - © privat

Pfaffenweiler liegt einen Steinwurf von Freiburg im Breisgau entfernt am nörd­lichen Rand des Markgräflerlands. Seit dreißig Jahren gibt es dort Dischinger Parkett, das Unternehmen von Parkett­legermeister Martin Dischinger.

Dischinger: Rückzug aus dem Ehrenamt

Aus dem Vorstand der Landesinnung Parkett- und Fußbodentechnik Baden-­Württemberg hat sich der 57-Jährige nach 17 Jahren vor Kurzem zurückge­zogen: Im Oktober vergangenen Jahres entschloss er sich, den Jüngeren eine Chance zu geben, sich in den Gremien einzubringen. Es sei ein Rückzug ohne jeden Groll gewesen, betont er; das Verhältnis zur Innung und seinen Mitgliedern sei „nach wie vor super“.

Handwerk mit Haltung

Dischinger ist Gründer und Inhaber der Firma Dischinger Parkett und von seiner täglichen Arbeit auch nach mehr als vierzig Jahren im Beruf noch immer begeistert. Das scheint auch anderen aufzufallen: In einer Online-Bewertung seines Betriebs schreibt ein Kunde: „Die schwatzen nicht viel, arbeiten sehr zuverlässig, ich bin mehr als zufrieden.“ Nicht viel erzählen, stattdessen einfach machen: Wer die Südbadener und ihre Lebensart kennt, dem wird das bekannt vorkommen. „Das ist für mich normal und das ist auch normal bei uns. Ist einfach so“, sagt Martin Dischinger.

Dischinger: kleines Team, klare Ausrichtung

Das Team von Dischinger Parkett besteht aus vier Gesellen und einem Azubi, Martin Dischingers Frau im Büro sowie ihm selbst. Parkett steht ganz oben auf der Wunschliste der Kunden, aber auch Vinyl, Lino, ab und zu mal ein textiler Belag. „Ich habe zwei, drei Architekten, mit denen ich zusammenarbeite, plus zwei Bauträger mit dem Schwerpunkt Einfamilienhäuser, ansonsten kommt zu uns vor allem Privatkundschaft, die macht rund achtzig Prozent aus. Neuverlegung und ­Renovierung halten sich die Waage“, berichtet Dischinger. Ein Mosaikparkett, das nicht mehr schön ist, wird durch Landhausdielen ersetzt, außerdem schleifen, ölen und lackieren – so sieht ein typischer Arbeitstag aus.

Ökologie aus Überzeugung

Das nahe Freiburg gilt als Ökohauptstadt mit einem eigenen „Ökoviertel“, dem grünen Stadtteil Vauban mit Holzfassaden und Solardächern. Es entstand Ende der neunziger Jahre nach dem Abzug der französischen Streitkräfte. Das einstige Vor­zeigeviertel der Ökobewegten ist heute ein Stadtteil für besser Betuchte. Manche sagen auch: ein Luxusviertel mit zunehmend betagter Bevölkerung. Und quasi überall dort liegen Holzböden, die irgendwann saniert oder renoviert ­werden müssen.

Dass Kunden aus diesem Segment zu Dischinger kommen und gezielt ökologische Produkte verlangen, komme trotzdem eher selten vor, erklärt der Parkettlegermeister: „Das bringe ich im Beratungsgespräch an. Ich arbeite aber sowieso auch nur mit ökologisch orientierten Lieferanten. Chinaware und so gibt’s bei uns nicht. Was wir anbieten, kostet etwas mehr, aber die Qualität ist wesentlich besser.“ Wegen des Preises sei aber noch niemand wieder aus dem Laden gegangen, sagt Dischinger. Eher werde es mal statt der ganz großen Landhausdiele die etwas kleinere.

Starke regionale Verankerung

Dischinger ist in seiner Region etabliert. Man könnte sagen: eine Marke. „Ich bin seit dreißig Jahren selbständig. Bei vielen, die zu uns kommen, habe ich schon für den Vater ein Parkett gelegt, die kommen dann in der nächsten Generation. Die Tochter, der Junior baut, da sind wir oft automatisch der ­Bodenleger“, erzählt der Handwerker. Heute werde viel Laminat aus den Neunzigern oder den Nullerjahren herausgerissen und durch ein Zweischichtparkett, in Mietwohnungen eher durch einen Vinylbelag ersetzt; auch da ist sein Unternehmen zu ­finden.

Die Auftragslage lässt dank der Nähe zu Freiburg keine Wünsche offen. „Wir sind mehr als voll“, erklärt der Firmenchef. Die Eiche Landhausdiele, das Fischgrätparkett – das mache ihm nach wie vor Spaß. Außerdem die Bodensanierung: Vor Kurzem wurde er in ein Schloss gerufen, das einige Zeit als Schule gedient hatte. Ein rund 150 Jahres altes Stabparkett ­Eiche Fischgrät, das saniert werde sollte, wartete da auf die Parkettprofis.

„Die Lehre als Parkettleger habe ich nie bereut. Das ist mein Traumberuf.“
Martin Dischinger, Parkettlegermeister und Inhaber Parkett Dischinger

Martin Dischinger – vom Auszubildenden zum Unternehmer

Mit 16 hat Martin Dischinger seine Lehre bei einem renommierten Betrieb in Freiburg gemacht. Es folgte der Meister und 1996 der Start des eigenen Betriebs; zuerst allein, dann Schritt für Schritt mit weiteren Mitarbeitern, die zum Teil schon langjährig im Betrieb arbeiten. Es gab also keinen elterlichen Betrieb, den er hätte übernehmen können. Trotzdem war es die Familie, die ihn zum Boden gebracht hat: Ein Onkel hatte einen Bodenlegebetrieb, da ist Martin Dischinger mit zehn, elf Jahren mitgegangen.

Am Anfang hat er zugeschaut, „da lernt man am meisten“, dann auch mitgeholfen. „Die Lehre als Parkettleger habe ich nie bereut. Das ist mein Traumberuf. Ich wollte auch nie etwas anderes machen“, sagt Dischinger. Gut: Fußballprofi wäre auch nicht schlecht gewesen, aber für mehr als Kreisliga habe es nicht gereicht, erinnert sich der Fan des SC Freiburg. „Es ist ­alles gut, so wie es gelaufen ist.“

Blick in die Zukunft

Die Weichen für die Zukunft von Dischinger Parkett sind auch schon gestellt. Der Auszubildende im Betrieb ist der Sohn der Dischingers. Die Tochter macht gerade eine Ausbildung im Bereich Groß- und Außenhandel und zeigt ebenfalls Interesse an der Branche. Es gibt also eine Perspektive, dass es weitergeht mit dem Betrieb als familiengeführtes Unternehmen.

Erst einmal will der Gründer aber selbst noch die nächsten 15 Jahre weitermachen. Vielleicht nicht mehr täglich schleifen und Boden legen, stattdessen öfter mal Angebote erstellen, beraten oder Büroarbeit allgemein. „Schau ma mal“, sagt Martin Dischinger.

Autor

Alexander Radziwill, Kontakt: alexander.radziwill@holzmann-medien.de.

Kontakt

Dischinger Parkett,
Schwabenmatten 13,
79292 Pfaffenweiler
Telefon 0 76 64 / 60 09 59
E-Mail: martin.dischinger@t-online.de
www.dischinger-parkett.de