Praxiswissen Risse in Estrichen: So werden sie instand gesetzt

Mit der Instandsetzung von Rissen in Estrichen müssen sich die bodenlegenden Gewerke fast täglich beschäftigen. Die folgenden Ausführungen geben einige grundsätzliche Hinweise, die jeder Verarbeiter kennen und beachten sollte.

Trennrisse im Estrich. - © Steinhäuser

Mit dem Thema Risse in Estrichen beschäftigen sich Architekten und Bauleiter so gut wie gar nicht. Sie überlassen das Schließen von Rissen dem Verarbeiter und sind letztlich froh, wenn sie sich damit nicht auseinandersetzen müssen und der Verarbeiter alle Probleme fachgerecht allein löst. Risse in Estrichen treten in der Regel als Krakelee-Risse, Netz- und Trennrisse auf.

Krakelee-Risse

Krakelee-Risse sind kleine Oberflächenrisse mit geringer Tiefe und kleiner Maschen­weite. Bei Benetzung mit Wasser oder einer Imprägnierung treten sie deutlich hervor. Diese Risse entstehen in den ersten Stunden nach dem Einbau des Estrichs. Sie begründen keinen technischen Mangel, da sie die Gebrauchstauglichkeit, Dauerhaftigkeit und Tragfähigkeit des Estrichs nicht beeinträchtigen.

Netzrisse

Gegenüber Krakelee-Rissen haben Netz­risse eine größere Maschen- und Rissweite. Bei Verbundestrichen können sie bis zum Unterbeton reichen und sich im Laufe der Zeit noch aufweiten. Sie begründen ebenfalls keinen technischen Mangel.

Trennrisse

Trennrisse teilen den Estrich in mehrere Abschnitte. Sie verlaufen entweder gerichtet oder sie verzweigen sich. Auch diese Risse begründen keinen technischen Mangel, wenn sie die Gebrauchstauglichkeit, Dauerhaftigkeit und Tragfähigkeit nicht beeinträchtigen. Das ist besonders bei Industrieestrichen der Fall. Optische Anforderungen sind bei Industrieestrichen gesondert zu bewerten.

Schwimmende Estriche werden in den meisten Fällen mit den unterschiedlichsten Bodenbelägen, Parkett sowie Laminat belegt und weniger direkt genutzt. Gleich­gültig wie breit Risse hier sind, sie werden als Mangel eingestuft, da sie den Oberbelag im Hinblick auf Optik, Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit negativ beeinflussen. Grundsätzlich gilt: alle Risse in schwimmenden Estrichen und Estrichen auf Trennlage vor der Verlegung des Oberbelages immer kraftschlüssig schließen.