Fußbodentechnik Revitalisierung von Oberböden: Aus Alt mach Neu

In die Jahre gekommene elastische Bodenbeläge müssen nicht zwangsläufig rückgebaut werden. Statt den damit verbundenen hohen Kosten gibt es auch Alternativen wie eine dekorative Versiegelung. Nachfolgendes Fallbeispiel zeigt eine solche Lösung.

Linoleumbelag mit Eindrücken, Verschmutzungen in Laufzonen und vor Schränken. Dieser Belag lässt sich revitalisieren. - © iba-institut

In einem Verwaltungsgebäude der öffentlichen Hand aus dem Jahr 1980 war der Linoleumbelag in die Jahre gekommen. Daher war zunächst der Austausch des Oberbodens geplant. Eine Kostenschätzung für die 4.000 m² Fußbodenfläche erbrachte einen mittleren sechsstelligen Betrag. In Zeiten kritischer Finanzen der öffentlichen Hand stellte sich die Frage nach Alternativen, z.B. eine Revitalisierung des Bodenbelags. Hierzu konnte nach einer Grundreinigung und weiteren Maßnahmen eine dekorative Versiegelung vorgeschlagen werden. Zur Entscheidungsfindung wurde in einem Büro ein Musterraum eingerichtet und begutachtet.

Ausgangslage

Der vorhandene Linoleumbelag zeigte Laufzonen an der Oberfläche und überproportionale Kontaktschmutzansammlungen sowie zahlreiche Eindrücke mit unterschiedlichem Durchmesser und verschiedener Eindrucktiefe. Solche Abdrücke / Eindrücke resultierten durch Auflagerung verschiedener Einrichtungsgegenstände wie Schreibtische, Regalierungen und Schränke mit Akten.

Revitalisierung des Oberbodens in mehreren Arbeitsschritten

Zunächst wurde der Oberboden gewässert (Wischmopp) und mit einem Grundreiniger in entsprechender Konzentration gereinigt. Hierzu wurde eine Einscheibenmaschine mit einem Schleifgitter (Körnung: 100-er) verwendet und die Randbereiche der Fußleisten manuell vorgearbeitet. Die Schmutzflotte wurde dann mit einem Nasssauger abgezogen und der Vorgang mehrfach wiederholt. Nach vollständigem Abtrocknen wurden die umlaufenden Randbereiche zu den Fußleisten vorgearbeitet.

Die vorhandenen Eindruckstellen am Oberboden wurden mit einem 2-K PU-Füller vorgelegt und mit einem Japanspachtel abgezogen. Der Anschluss zu den umlaufenden Fußleisten zum Boden wurden mit einem 1-K Dichtstoff auf Acrylbasis verschlossen. Die Verspachtelung der Eindruckstellen wurde mehrfach ausgeführt und geschliffen (Schleifpapier 100-er Körnung). Absaugung des Schleifstaub erfolgte danach. Es erfolgte eine 2-K Grundierung auf dem vorbehandelten Oberboden. Nach vollständiger Be-/Entlüftung des Raumes und Durchtrocknung der Grundierung ­wurde eine erste Versiegelung im Farbton hellgrau aufgetragen. In die Frischphase der Abbindereaktion wurden farbige Chips eingeblasen. Nach weiterer vollständiger Aushärtung und Durchtrocknung erfolgte eine zweite, transparente Versiegelung (Kopfversieglung).