Viele Nutzer bauen ihr Badezimmer heute zum persönlichen SPA, zur durchdesignten Wohlfühloase aus. Wenn es um Bodenbeläge und Profile im Bad geht, fragt sich: Welche Materialien sind geeignet? Was sind die Voraussetzungen für die Nutzung?

Nach einem langen Tag, nach einer arbeitsreichen Woche bietet das heimische Bad Entspannung und Erholung. Der Profi kann dabei helfen, entscheidende Impulse zu geben, um den Traum seiner Kunden vom Traumbad zu erfüllen. Für Böden und Profile im Bad sollte zuvor geklärt werden, welche Produkte sich anbieten. Wir zeigen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Beispiele auf.
Egger, der familiengeführte Holzwerkstoffhersteller aus Tirol, bietet fürs Bad holzbasierte Böden an. Sie verbinden Wasserresistenz mit natürlicher Haptik in großer Dekorauswahl. „Sie sind pflegeleicht und widerstandsfähig als Fliesen, dabei komfortabel und sicher dank Klicksystem zu verlegen“, erklärt der Hersteller.
„Alle Böden basieren auf Holz, das aus regionaler, zertifizierter Forstwirtschaft stammt. Dabei verwendet Egger zum großen Teil Sägenebenprodukte und Resthölzer, für einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Sie sind zu hundert Prozent frei von PVC und Weichmachern. Und sorgen für ein gesundes Wohnklima“, heißt es dazu weiter aus St. Johann in Tirol
Böden und Profile im Bad
Dass sich ein Holzboden auch im Bad gut macht, zeigt das Tegernseer Dielenwerk. aus Miesbach. Heimische Hölzer in Verbindung mit einer fachgerechten Verlegung sorgten dafür, dass Wasser nicht in tiefere Schichten eindringen könne.
Was muss ein Bodenbelag, was muss eine Leiste „können“, um dem Einsatz im Bad standzuhalten? „Der Fußboden, die Sockelleiste müssen für das Klima in Feuchträumen geeignet sein. Wobei kurzzeitige Spitzen der Luftfeuchtigkeit bis zu einer relativen Luftfeuchtigkeit von achtzig kein Problem darstellen dürfen. Geeignete Böden sind Klebe Vinyl und Rigid Vinyl, jeweils in vollflächiger Verklebung“. Das teilt der Hersteller tilo aus Lohnsburg in Österreich mit.
Ortwin Zeilner, Produktentwickler bei der Neuhofer Holz: „Die Leiste muss aus feuchtebeständigem Material sein. Als Trägermaterial kommt dazu in erster Linie Kunststoff zum Einsatz. Die Oberfläche ist dann ein Dekor, passend zum Bodenbelag.“
Beständigkeit gegen Wasser und Feuchtigkeit sei speziell für die Sparte der LVT- oder Vinylböden ein Muss“.
Zeilner: „Sockelleisten sollten immer aus dem gleichen Material wie der Boden sein, damit sie sich bei Feuchte- und Temperaturveränderungen ähnlich verhalten.“
Ein Bodenbelag oder eine Leiste im Bad müssten Feuchtigkeit und stehender Nässe standhalten können. Idealerweise auch über einen längeren Zeitraum, berichtet Christoph Wellekötter, Produktmanager Designböden beim Hersteller Parador. Der Boden sollte daher wasserbeständig und leicht zu reinigen sein, um Schimmelbildung und Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. „Darüber hinaus sollte der Bodenbelag rutschfest sein, um Unfälle zu vermeiden. Es ist auch wichtig, dass der Bodenbelag oder die Leiste leicht zu pflegen und langlebig ist, um eine lange Lebensdauer im Badezimmer zu gewährleisten“, so Wellekötter.
Nachfrage steigt stetig
Im Zuge der modernen Badgestaltung steige die Nachfrage nach Profilen und Sockelleisten für das kreative Finish stetig an, sagt Norbert Lauhöfer, Leiter Anwendungstechnik und Objektberatung bei der Carl Prinz GmbH & Co. KG in Goch. „Für die Auswahl des Belags ist in erster Linie das erwartete Feuchtigkeitsaufkommen relevant. Handelt es sich eher um Spritzwasser, ist die Auswahl recht unkompliziert – hier sind schwimmend verlegte Click-LVT-Beläge oder geeignete Parkette und Laminate möglicherweise ausreichend. Größere Wasserbeaufschlagungen, zum Beispiel ausschwappendes Wasser aus einer Badewanne, erfordern vermutlich einen vollflächig verklebten, wasserbeständigen Bodenbelag.“
Auch für Profile und Sockelleisten gelte: Bei geringer Einwirkung durch Spritzwasser sind Massivholz- oder MDF-Sockelleisten unter Umständen geeignet. Bei größeren Wassereinwirkungen böten Sockelleisten aus Aluminium oder Kunststoff den Vorteil, dass sie nicht aufquellen könnten, und auch bei längerer Einwirkzeit des Wassers keinen Schaden nehmen würden.

Bei Bodenprofilen handele es sich heute in der Regel um Metallprofile aus Aluminium oder Edelstahl, eher selten komme auch noch Messing zum Einsatz. „Da Profile zumeist aus Metall oder Kunststoff bestehen, gibt es keine Bedenken, sie sind allesamt unempfindlich gegen Feuchtigkeit.“
Beständigkeit gegen Feuchte für Kunden ein Thema
Beständigkeit gegen Wasser und Feuchtigkeit werde für viele Kunden bei der Auswahl von Fußböden ein immer größeres Thema, hat man bei Parador festgestellt. Besonders in Bereichen wie Bad und Küche sei es wichtig, einen Bodenbelag zu wählen, der wasserbeständig ist und nicht bei Kontakt mit Feuchtigkeit beschädigt wird. Christoph Wellekötter: „Daher fragen Kunden vermehrt nach Fußböden, die diese Eigenschaft aufweisen, wie zum Beispiel Vinyl- und Designböden oder speziell wasserbeständiges Laminat.“ Zudem wünschten sich viele Kunden Einheitlichkeit bei der Gestaltung ihrer Innenräume. Wasserfeste Vinyl- und Designböden sowie wasserbeständiges Laminat könnten beispielsweise in den Feuchträumen eingesetzt werden, ihre dekorgleichen Pendants ohne wasserfeste Eigenschaften in den restlichen Wohnbereichen, sodass ein einheitliches Bild entstehe.
Hilmar Kusmierz, Business Development Sales Manager Küberit, teilt mit: „Bad-Profile müssen Fliesenkanten vor Absplitterungen schützen und unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Nässe sein. Aluminiumprofile fürs Bad sollten daher auf jeden Fall eloxiert sein und farbige zudem pulverbeschichtet. So sind sie gegen Korrosion geschützt.“
Geplatztes Rohr – und dann?
Ein Rohr platzt, ich bin nicht zu Hause, alles steht unter Wasser. Wie lange kann eine Leiste, kann ein Bodenbelag dem standhalten? Stunden? Tage? „Wenn die Leiste aus Kunststoff gefertigt ist, Tage, Wochen, Monate. Da gibt es kein Ablaufdatum“, erklärt Ortwin Zeilner von Neuhofer Holz.
„Das ist grundsätzlich abhängig von der verwendeten Bodenart“, sagt Christoph Wellekötter (Parador). Der umweltfreundliche Designboden Modular One Hydron etwa sei zu hundert Prozent wasserfest. „Er hält auch höchsten Belastungen in puncto Wasserfestigkeit stand – selbst einen mehrtägigen Rohrbruch. Aber auch Modular One mit einer ausgelobten Wasserbeständigkeit von bis zu hundert Stunden stellt sich den Herausforderungen eines Rohrbruchs tapfer entgegen.“
Die Vinylprodukte von Parador mit SPC-Trägerplatte sowie in der Dryback-Variante zum Verkleben zeichneten sich ebenfalls durch eine hundertprozentige Wasserfestigkeit nach ISO 4760 und NFALFA aus. Auch das Parador Vinyl mit HDF-Trägerplatte verspreche eine Wasserbeständigkeit bis zu 24 Stunden bei stehendem Wasser. Beim Laminat weißt das Basic-Sortiment eine Wasserbeständigkeit von bis zu 24 Stunden bei stehendem Wasser auf, die Sortimente Classic und Trendtime sogar 48 Stunden. Wasserfeste Sockelleisten von Parador gibt es als klassische weiße Leiste sowie passend zu vielen Parador Dekoren. Wellekötter: „Die Parador Sockelleiste zeichnen sich durch einen hochwertigen Polysterol-Kern, einen vollummantelten Kantenbereich und eine hochwertige wasserbeständige Oberfläche aus.“
Vollflächige Verklebung
Bei vollflächiger Verklebung, berichtet tilo, sei der Untergrund von Rigid Vinyl für die Dauer von 24 Stunden gegen Feuchtigkeit geschützt. „Das bedeutet, dass der Boden in Feuchträumen mit kurzzeitig feuchtem Klima bis zu einer relativen Luftfeuchtigkeit von achtzig Prozent, einschließlich gelegentlichem Spritzwasser, verlegt werden kann. Eine Eignung für Feuchträume wie Duschräume oder Ähnlichem (Dauerfeuchte, Dauernässe, Staunässe) ist nicht gegeben.“ Sowohl Rigid Vinyl als auch Klebe Vinyl seien zu hundert Prozent wasserfest. Mögliche Schwachstelle bei einem Rohrbruch sei die Einbauumgebung wie Untergrund, Mauerwerk.
„Die Küberit-Profile und Profilsysteme“, fügt Hilmar Kusmierz (Küberit) hinzu, „sind aus recyceltem Sekundäraluminium und daher eine langfristige Lösung. Zudem lassen sich Aluminiumprofile bei richtigem Rückbau wieder in die Wertstoffkette zurückführen. Deshalb ist hier Aluminium aus meiner Sicht Kunststoff definitiv vorzuziehen.“
Böden und Profile im Bad: Was müssen Profis beachten?
Gibt es für den Profi etwas Besonderes bei der Verlegung zu beachten? „Vor der Verlegung sollte der Untergrund sorgfältig auf eventuelle Feuchtigkeitsschäden untersucht werden. Eventuelle Schäden müssen vor der Verlegung behoben werden, um eine langfristige Haltbarkeit des Bodenbelags zu gewährleisten“, sagt Christoph Wellekötter vom Hersteller Parador.

Es sei wichtig, dass der Bodenbelag korrekt verlegt werde, um ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Dafür sei es ratsam, die Verlegeanleitung des Herstellers genau zu befolgen. „Besonders wichtig ist die richtige Verwendung von wasserfesten und feuchtigkeitsbeständigen Verlegeunterlagen, Klebstoffen und Dichtungsmitteln. Diese müssen den spezifischen Anforderungen des Feuchtraums entsprechen. Bei der Verlegung von wasserfesten Böden in Feuchträumen sollten außerdem alle Anschlüsse und Übergänge sorgfältig abgedichtet werden, um ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern“, so Wellekötter weiter.
Rat bei der Anwendungstechnik einholen
Bei der Montage von Sockelleisten und Profilen, gibt Norbert Lauhöfer (Prinz) zu bedenken, sei darauf zu achten, dass unter Umständen Wasserrohre unter Putz knapp über dem Boden oder durch den Boden laufen könnten: „Hier wäre die Befestigung mittels Dübel und Schrauben zu vermeiden. Ansonsten gelten im Allgemeinen die einschlägigen Normen wie DIN 18 202 Toleranzen im Hochbau sowie DIN 18 365 Bodenbelagsarbeiten und DIN 18 534 Bauwerksabdichtungen von Küchen, Bad und Duschanlagen zu beachten. Im Zweifel ist es ratsam sich mit der Anwendungstechnik der Hersteller oder den einschlägigen Fachverbänden in Verbindung zu setzen und dort um Rat zu fragen.“
„Eine vollflächige Verklebung der Bodendielen ist seitens tilo für den Einsatz in Feuchträumen vorgeschrieben“, teilt der Hersteller aus Österreich mit. In Feuchträumen sei besonders auf die Eignung des Untergrundes zu achten - Anhydrit sei bedingt geeignet, Holzwerkstoffe seien ungeeignet. Zum Boden-Kantenabschluss erklärt tilo: „In Feuchträumen wird ein Randabstand von circa 5 mm empfohlen, der anschließend dauerelastisch verfugt werden muss. Es ist zu beachten, dass dauerelastische Fugen Wartungsfugen sind, die in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden müssen.
Ortwin Zeilner, Neuhofer Holz: „Vom Verlegen her sind die Leisten aus Kunststoff gleich zu verlegen, wie Leisten aus Holz oder MDF. Wenn mit Befestigungsclipsen wie dem FN Clipholder CH23 gearbeitet wird, kann die Leiste auch jederzeit problemlos wieder abgenommen werden.“
Boden für die Generation Y
Mit einer gezielt auf jüngere Nutzer (und Bad-Benutzer) abgestimmten Text- und Bildsprache positioniert die Swiss Krono Group die Fußbodenmarke kiwi now, „mit einem Herz aus Holz“: einem Holzkern in Kombination mit Waterproof-Technologie. „Vegan, PVC-frei und direkt hier in Europa hergestellt, bin ich die erste Wahl für die umweltbewusste Generation Y“, lässt das Unternehmen sein Produkt sprechen. Wie der Holzwerkstoffhersteller aus der Schweiz berichtet, sei die Marke kiwi now speziell für die Bedürfnisse der Gen Y (Millennials) entwickelt worden, da diese am Markt in Zukunft die stärkste Kaufkraft hätten.„kiwi now ist unser erstes Produkt, das sich in der Kommunikation direkt an den Endkonsumenten wendet, welches sowohl in Baumärkten als auch online zur Verfügung steht. Aber auch Profis können kiwi now natürlich gerne nutzen“, erklärt Fabian Kölliker, Head of Marketing bei der Swiss Krono Group.
Das Produkt "kiwi now“ sei auch für Feuchträume wie Küche und Badezimmer sehr gut geeignet. Es ist nach NALFA 24h wasserfest und nach der ISO 4760 zertifiziert. Die Paneele sind in einer Größe 1380 × 193 × 5,5 mm und in sechs Dekoren in Holzoptik verfügbar. Kölliker: „Mit kiwi now bieten wir eine Bodenmarke, die den modernen Lebensstil unserer Kunden perfekt widerspiegelt. Wir wissen, dass Nachhaltigkeit, Gesundheit und Individualität heute von größter Bedeutung sind. Unsere Böden erfüllen all diese Anforderungen und bieten darüber hinaus einzigartige Designs, die dem persönlichen Stil unserer Kunden angepasst sind und alles außer langweilig."
Ideal für Mietobjekte
JAB Anstoetz Flooring mit seiner Produktsparte Designfloor LVT ist eine Marke der JAB Anstoetz Group. Bei Designfloor sind mit LVT 55 zwei Verlegearten für die gesamte Kollektion erhältlich. Die verklebbare Variante mit der Aufbauhöhe von 2,5 mm sei optimal für den Bad- oder hochfrequentierten Objektbereich geeignet, heißt es dazu aus Bielefeld. Die schwimmende Verlegung per Klick sei dort ideal, wo der Originalboden intakt bleiben soll, etwa in Mietobjekten. Bei Click+ wird eine rigide Trägerplatte mit integrierter Trittschalldämmung kombiniert. „Hohe Dimensionsstabilität und eine leichte wie auch schnelle Verlegung dank Drop-Down-Technik bietet flexible Gestaltung und Zeitersparnis“, erklärt das Unternehmen.
Mit den Vinpro-Profilen von Schlüter-Systems lassen sich nicht nur die Ränder elastischer Beläge am Boden, an der Wand oder an Stufenkanten schützen, sondern auch gestalterische Akzente setzen – und das auch im Bad. „Alle Produkte der Serie sind an erfolgreiche Fliesenprofile aus dem Hause Schlüter-Systems angelehnt. Dank dieser jahrzehntelang bewährten Kompetenz des Iserlohner Herstellers sind sie einfach zu installieren, langlebig und qualitativ hochwertig“, erklärt das Unternehmen.
Böden und Profile im Bad: viele Varianten
Der Bodenbelagshersteller ter Hürne mit Sitz in Südlohn im Münsterland bietet ein breites Boden-Portfolio für Feuchträume. „Während keramische Fliesen lange Zeit der Platzhirsch für Küche und Bad waren, gibt es inzwischen überzeugende Alternativen“, berichtet das Unternehmen. Das Produkt Hywood zum Beispiel ist ein Hybrid-Echtholz-Fußboden, der am Markt als wasserbeständiger Holzfußboden in Erscheinung tritt.
Nahezu vollständig aus Holz und organischen Materialien gefertigt, vereine der Bodenbelag Dureco Nachhaltigkeit und Wohngesundheit. „Der Boden ist wasserbeständig und robust, zudem antibakteriell und pflegeleicht“, teilt ter Hürne mit. Das Klicksystem „Smart Connect Pro Aqua“ sorge dafür, dass der Boden an den empfindlichen Profilübergängen optimal verriegelt sei und damit widerstandsfähig gegen das Eindringen von Wasser werde. Der Bodenbelag Avatara ist nach Angaben von ter Hürne PVC-frei, chlorfrei, frei von Phthalaten und Lösemitteln, antibakteriell und emissionsfrei. Alternativ dazu verfüge der Design-Vinylboden Sōya über einen pflanzlichen Weichmacher, basierend auf Inhaltsstoffen der Sojabohne, erklärt der Hersteller. Passend dazu bieten UniqueDesign Paneele für Wand und Decke viele Holz- und Uni-Töne für Küche und Bad.