Fußbodentechnik Verlegeunterlagen: Den Alleskönner gibt es nicht

Verlegeunterlagen werten schwimmend verlegte Böden auf. Doch den einen Alleskönner gibt es nicht, wie ein genauer Blick zeigt. Für Handwerker, die Produkte und Kundenwunsch genau kennen, bieten Verlegeunterlagen aber gute Umsatzchancen.

Verlegeunterlagen TT Trittschall Teaserbild
Zur Optimierung von Tritt- und Gehschallwerten gibt es ein breites Sortiment an Unterlagsbahnen. Darunter auch Produkte aus umweltfreundlichen Materialien. - © Wineo

Fast fühlt man sich beim Thema Verlegeunterlagen an Herbert Grönemeyer erinnert: Die Songzeile „Außen hart und innen ganz weich“ schießt einem unweigerlich durch den Kopf. Der Erfolgs-Barde beschreibt aber nicht etwa die am meisten gefragte Eigenschaft bei Dämm- und Unterlagsprodukten. In seinem Hitparaden-Erfolg „Männer“ geht es stattdessen um die widersprüchlichen Eigenschaften des vermeintlich starken Geschlechts.

In einem ähnlichen Widerspruch stehen die Produktversprechen von Dämm- und Verlegeunterlagen. Das Verhindern von unerwünschtem Gehschall verlangt zum Beispiel genau entgegengesetzte Produkt­eigenschaften wie die Reduzierung von Trittschall. Für hohen Komfort beim Gehen oder Stehen und den Wunsch nach Wärmedämmung sollte die Wahl auf ein weiches Material fallen – aber nicht, wenn der Boden gleichzeitig für Stuhlrollen, Krankenhausbetten oder schwere Möbel geeignet sein soll. Auch für Anforderungen wie Brandschutz , Fußbodenheizung oder Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit gibt es eine Vielzahl geeigneter Produkte, die dann aber oft in einem anderen Bereich Abstriche verlangen.

Dass unter schwimmend verlegte Böden eine Unterlage gehört, ist wohl als allgemeiner Stand der Technik anerkannt. Eine Pflicht existiert nicht, lediglich Normen wie die DIN 4109 (Schallschutz im Wohnungsbau) oder die Anfang 2019 aktualisierte DIN EN 16354 „Laminatböden - Verlegeunterlagen - Spezifikationen, Anforderungen und Prüfverfahren“ (Deutsche Fassung EN 16354:2018). Darin sind alle relevanten Kriterien einer Verlegeunterlage für Laminatböden ebenso definiert wie die einzuhaltenden Prüfmethoden und grundlegende Mindestanforderungen. Das soll die angegebenen Produkteigenschaften vergleichbarer machen.

Was die Unterlage Leisten muss

Darauf aufbauend haben der Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller ( EPLF ) und der Verband der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge ( MMFA ) ihre entsprechenden Technischen Merkblätter aufgebaut. Darin liefern sie auch Argumente, warum Verlegeunterlagen notwendig sind und weisen darauf hin, dass ein schwimmend verlegter Boden nur im gesamten System funktionieren kann. Die Verlegeunterlage als Verbindung zum Untergrund ist also nur ein Teil des Ganzen und hat dabei im Wesentlichen drei Aufgaben :