bwd im Gespräch Thomas Amashaufer, Geschäftsführer und Inhaber von Bergland-Parkett Zertifizierung nicht notwendig

Nachhaltigkeit spielt bei Familienbetrieben oft eine stärkere Rolle als in Großkonzernen. Wie sich ein kleiner Nischenanbieter mit seiner speziellen Firmen- und Produktphilosophie erfolgreich am Markt behauptet, zeigt Bergland-Parkett.

Thomas Amashaufer ist viel beschäftigt. Heimische Hölzer sind gefragt. - © Mayrhofer

Zertifizierung nicht notwendig

bwd Sie bieten als einer der wenigen Produzenten keine Exoten an. Werden diese nicht nachgefragt?

Amashaufer Klar gibt es für diese Produkte eine Nachfrage, sei es nun aus technischer Sicht wie im Schiffsbau oder im Außenbereich oder einfach, weil die Kunden bestimmte Farben und Maserungen suchen, über die die heimische Hölzer eben nicht verfügen.

Wir haben uns jedoch von Anfang an dazu entschlossen, nur heimische Hölzer zu verwenden. Unsere umweltbewussten Kunden suchen das Echte und erkundigen sich sogar oft nach der exakten Herkunft des Holzes für ihr Parkett.

bwd Woher stammen Ihre Rohstoffe?

Amashaufer Unsere Eichenstämme kommen aus dem Raum St. Pölten, dem Wienerwald, dem Weinviertel und aus der Südsteiermark. Andere Hölzer kaufen wir in ganz Österreich von kleinen Waldbesitzern. Das gestaltet sich zwar sehr aufwendig, aber bringt eine größere Unabhängigkeit.

bwd Welche Hölzer liegen bei Ihnen im Trend?

Amashaufer Eiche ist schon seit einigen Jahren sehr stark gefragt. Die immer schneller wechselnden Moden, z.B. von hellen Hölzern auf dunkle, stellen die Planung, die sehr langfristig erfolgen muss, auf eine harte Probe. Wir starteten aufgrund von Rohstoffproblemen vor Jahren den Versuch, amerikanische Eiche zu nutzen. Unsere Kunden akzeptierten diese aber nicht, deswegen haben wir das wieder eingestellt.

bwd Welche Märkte bedienen Sie?

Amashaufer Wir sind im Alpenraum orientiert. 70 Prozent gehen in den Export, hauptsächlich nach Deutschland, in die Schweiz und nach Südtirol. Der Inlandsmarkt liegt stabil bei 30 Prozent.

bwd Wie hoch ist der Anteil an natürlichen und versiegelten Oberflächen?

Amashaufer Wir besitzen mit der Bärenversiegelung eine sehr gute Lackoberfläche, die über eine besondere Kratzfestigkeit verfügt. Trotzdem werden nur 20 Prozent unserer Böden versiegelt, 80 Prozent dagegen mit einer schadstofffreien Öl-Wachs-Kombination behandelt. Dies bringt eine gleichmäßige seidenmatte Oberfläche. Die Kunden bevorzugen eine natürliche, offenporige Oberfläche und nehmen dafür auch einen etwas höheren Pflegeaufwand in Kauf.

bwd Ihre Böden wurden in einem Ökotest mit „sehr gut“ bewertet. Ist das ein überzeugendes Verkaufsargument?

Amashaufer Wir bieten zwar als Marke eine gewisse Sicherheit, aber eine externe Auszeichnung bringt noch zusätzliches Vertrauen.

bwd Wie stehen Sie zur Zertifizierung der Hölzer?

Amashaufer Da wir in Österreich seit über 200 Jahren nachhaltige Forstwirtschaft betreiben, sehe ich dafür keine Notwendigkeit. Für mich bedeutet es in erster Linie einen zusätzlichen Aufwand, den uns jedoch keiner bezahlt. Das hat sich über die Jahre herausgestellt. Die Länder mit Exotenhölzer sollten sich unser Modell als Vorbild nehmen, was aber zugegebenermaßen nicht von heute auf morgen geht, sondern eher eine Generationenfrage ist.

bwd Wie sehen Sie die Zukunft des Parkettmarktes?

Amashaufer Es wird sicher noch härter. Die Laminaterzeuger zeigen sich ideenreich mit ihren Imitaten. Wobei diese Art Bodenbelag zum Glück nur eine bestimmte Käuferschicht anspricht. Selbst in der Nische wird der Preiskampf immer härter. Trotzdem gibt es noch immer Kunden, die für das Echte auch 100 Euro oder mehr pro Qudratmeter zahlen.

bwd Herr Amashaufer, wir bedanken uns für das Gespräch.-

Die Fragen stellte bwd-Österreich-Redakteur Thomas Mayrhofer.