Sockelleisten, Profile, Treppenkanten So lösen Profis Probleme

Ecken und Kanten fordern vom Bodenprofi seit je Problemlösungskompetenz – an geeigneten Produkten ist kein Mangel. Nun haben Licht-, Leucht- und andere Features aus der Not gar eine Tugend gemacht.

Dieses massive Edelstahldeckprofil von Auer Metallprofile dient der Anarbeitung verschiedener Bodenbeläge. - © Auer Metallprofile

So lösen Profis Probleme

Sockelleisten : Immer mehr Funktionen wie die Aufnahme von Beleuchtungselementen oder die Integration der technischen Ausstattung durch die gute Erreichbarkeit der Unterbodenkonstruktion werden heute wie selbstverständlich vom Fußboden verlangt. Die Industrie hat darauf reagiert, so dass auch eine Produktgruppe wie die der früher unscheinbaren Sockelleisten heute kaum mehr ohne Extras wie Leuchtdioden oder versteckte Kabelschächte auskommt. Was heißt das für den Verarbeiter? Für ihn ergibt sich daraus der Dreiklang: Sich über Neuheiten informieren, deren Anwendung beherrschen, den Mitbewerber distanzieren.

Was passt wo?

Aber natürlich ist das nicht alles. Der Kunde erwartet, dass Sie ihn beraten – und wissen, welche Sockelleiste zu welchem Bodenbelag passt. Die verwendeten Materialien sollten aufeinander abgestimmt sein – boden wand decke sagt, welche Sockelleisten auf welchen Belag gehören:


Parkett, Dielen: Holzleisten


Laminat: evtl. Holzleisten, die Sockel sollten aus dem gleichen oder folienbeschichtetem Material bestehen


Teppichboden: möglich sind aus gleichem Material geschnittene Sockelstreifen; denkbar ist aber ebenso der Einsatz von Holz oder Metall


PVC: PVC-Leisten; in Streifenform lässt sich ferner das Belagmaterial als Stellsockel verwenden oder die Ränder werden als Hohlkehlsockel hochgezogen


bwd rät: Bei der Leistenauswahl sind neben der Optik (Farbe, Material, Design) auch technische Aspekte zu berücksichtigen.


Profile : Anpassungs-, Übergangs- sowie Abschlussprofile aus Messing, Edelstahl oder Alu zum Schrauben und Clippen: Angesichts dieser Fülle von Varianten ist es für den Bodenleger schwierig, den Überblick zu behalten. Zur Orientierung empfiehlt sich jedenfalls ein Blick in die Übersichten und Produktkataloge von Qualitätsherstellern, die (hoffentlich) schon in der Entwicklung die Bedürfnisse der Belagindustrie auf der einen und des bodenlegenden Handwerks auf der anderen Seite berücksichtigen. Aber wer stellt welche Anforderungen? Welche Interessen gilt es für die Zubehörindustrie zu bedienen?


Endkunde: Er sucht zunehmend nach optisch anspruchsvollen Lösungen und fragt entsprechend höherwertige Produkte nach. Oberflächen sollen harmonisch auf den Bodenbelag abgestimmt sein.


Händler: Er sucht in erster Linie Produkte, die Universallösungen bieten, vielfältig einsetzbar sind und so die Lagerkosten gering halten.


Belaghersteller/Verarbeiter: Sie wünschen sich Produkte, mit denen anspruchsvolle Aufgaben technisch einfach zu lösen sind und die gleichzeitig hohe Qualitätsstandards erfüllen.


bwd rät: Auf der Baustelle sollte sich die reichhaltige Erfahrung renommierter Profilhersteller zunutze machen, wer angesichts der Vielfalt an Formen, Farben und Abmessungen den Überblick verliert. Bei der Montage gilt: In der Ausschreibung ist immer öfter die Qualitätsanforderung für Bodenbelagprofile definiert, greifen Sie auf diese Vorgaben zurück. Grundsätzlich sollten Praktiker sich bewusst machen, dass Schnäppchen hinsichtlich Verarbeitbarkeit, Dauerhaftigkeit sowie Passgenauigkeit nicht selten erst nach der Verlegung richtig teuer kommen. Auskunft über die Qualität geben Zertifizierungen, wie sie der TÜV und andere Institute vergeben.

Über Jahrzehnte stabil

Und noch etwas sollte man bei der Entscheidung, wie viel man in die kleinen Problemlöser investiert, berücksichtigen: Profile kommen zum Einsatz, wenn es Schwierigkeiten wie Höhendifferenzen, Materialunterschiede (Stein auf der einen, PVC oder Teppichboden auf der anderen Seite), Dimensionsveränderungen (schwimmend verlegte Holz-/Holzfaserböden) und gestalterische Sonderwünsche wie Rundungen zu meistern gilt. Dabei sind die Anforderungen, die etwa im gewerblichen Alltag an Übergangs-/Anpassungsprofile gestellt werden, enorm. Durch Begehen oder gar Befahren mit schweren Hubwagen einer permanenten Belastung ausgesetzt, müssen sie über Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte, stabil bleiben.


Treppenkanten : Das Sanieren alter Treppen, das Verarbeiten von Treppenkanten, das Verlegen von Bodenbelägen auf Treppen und das Renovieren kompletter Treppensysteme gehört zum Aufgabenbereich des Bodenlegers. Eine lohnende Tätigkeit, wenn man die Arbeiten fachmännisch ausführt. Auch hier gilt: Die Rede ist von einem besonders beanspruchten Bereich. Zu beobachten ist dies treppab, wenn der Schuh meist an der vorderen Kante der Stufe aufgesetzt und abgerollt wird.


Die Folge sind Verschleißerscheinungen an den Treppenkanten, noch ehe der Belag der Stufe beschädigt ist. Dann aber weist die Treppe nicht nur optische Mängel auf, sie birgt auch ein erhöhtes Sturzrisiko. Durch Unebenheiten und Höhenunterschiede kann es zu gefährlichen Stürzen kommen. So rufen bei älteren Menschen bereits Höhenunterschiede von ein bis zwei Zentimeter ein Gefühl der Unsicherheit hervor.

Wo Scherkräfte wirken

Gerade bei textilen Bodenbelägen lassen sich schnell Verschleißerscheinungen feststellen, denn hier wirken oft hohe Scherkräfte. Die Beläge wurden meist ohne Schutz um die vordere Kante herumgezogen. Bei Betontreppen wird häufig die scharfe Kante belassen, die dann zusätzlich von unten in den Belag schneidet. Grundsätzlich sollte in diesem Fall die Treppenkante abgeschliffen werden, der Radius eines Zwei-Euro-Stückes kann hier als Maßstab herangezogen werden. Ähnliches gilt für Holztreppenstufen. Wenn dann noch auf Tritt- und Setzstufe eine Filzunterlage herumgezogen wird, hat der Bodenleger seine Aufgabe erfüllt.


Informieren Sie sich ausführlich zum Thema in den Ausgaben Oktober und November von boden wand decke .

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