Das sagt die Anwendungstechnik Resteindrücke bei elastischen Böden: typische Ursachen, Teil 1

Resteindrücke in elastischen Bodenbelägen sind ein häufiges Thema in der Praxis – und nicht immer ein Verlegefehler. Ob während der Verlegung oder später im Gebrauch: Die Ursachen sind vielfältig. Dieser erste Teil beleuchtet typische Auslöser und zeigt, wie sich Probleme bereits im Vorfeld vermeiden lassen.

Resteindrücke
Resteindrücke in elastischen ­Bodenbelägen entstehen ent­weder während der Verlegung oder während der Nutzung. Bild: Uzin - © Uzin

Unter Resteindrücken versteht man sichtbare Vertiefungen im elastischen Bodenbelag, die nach dem Entfernen einer ­Belastung nicht oder nur unzureichend zurückgehen. Man ­unterscheidet dabei:

  • Eindrücke während der Verlegung (z. B. durch Knien, ­Werkzeuge, zu weiche Klebstoffbetten, Fehlstellen im ­Untergrund)
  • Resteindrücke während der Nutzung (z. B. durch ­Möblierung, Punktlasten, Krankenhausbetten, Rollwagen)

Wichtig: Nicht jeder Eindruck ist automatisch ein Verlegefehler.

Elastische Bodenbeläge haben – je nach Produkt – unterschiedliche Resteindruckwerte. Dennoch kann der fachgerechte Bodenleger durch richtiges Planen, Vorbereiten und Ver­legen einen erheblichen Teil möglicher Probleme vermeiden. Dieser Beitrag behandelt in mehreren Teilen

  • Ursachen,
  • Wirkung und
  • die sichere Vermeidung

von Resteindrücken. Und dies sowohl während der Verlegung als auch während der Nutzung.

Typische Ursachen für Resteindrücke

Die typischen Ursachen für Eindrücke während der Verlegung sind:

  • Von Unebenheiten im Untergrund,
  • über die falsche Klebstoffmenge
  • bis hin zu dichtem oder wenig saugendem Untergrund,
  • nicht eingehaltener Ablüftezeit,
  • ungeeignete klimatische ­Be­dingungen (Luftfeuchte, Temperatur),
  • ungeeignete Klebstoffsysteme oder
  • zu frühe mechanische Belastung (Knien, Werkzeuge, Begehen).

Unebenheiten im Untergrund und mangelhafte Untergrundvorbereitung

Die Untergrundvorbereitung ist eine der entscheidenden Stellschrauben zur Vermeidung von Eindrücken. Ein häufiges Problem: Estriche oder Altuntergründe werden nur mit einer Kratzspachtelung versehen. Dadurch bleiben

  • Vertiefungen,
  • Riefen,
  • Klebstoff- oder
  • Belagsreste

im Untergrund erhalten. Beim Klebstoffauftrag werden diese Unebenheiten mit Klebstoff „aufgefüllt“. Dies hat mehrere negative Folgen:

  1. Erhöhter Klebstoffverbrauch – die Täler werden mit ­Klebstoff gefüllt.
  2. Stark schwankende Klebstoffschichtdicken – die ­Auftragsmenge ist ungleichmäßig.
  3. Weicher, verformbarer Klebstofffilm – Dispersionsklebstoffe bleiben nach Erhärtung plastisch-elastisch und sind ­dadurch eindruckempfindlich.

Nach VOB/C ATV DIN 18365 „Bodenbelagsarbeiten“ stellt das vollflächige Spachteln und höhengleiche Anpassen des Untergrundes eine besondere Leistung dar. Fachlich ist es jedoch in der Regel zwingend erforderlich, um

  • geforderte Ebenheits­toleranzen einzuhalten,
  • eine gleichmäßige Saugfähigkeit zu ­erzeugen und
  • ein homogeneres Klebstoffbett zu ermöglichen.

Resteindrücke: Empfehlung aus der Praxis

Bei vollflächiger Spachtelung von Bodenflächen sollte eine Nenndicke von mindestens 1 bis 2 mm ausgeführt werden, sofern Herstellerangaben nichts ­anderes vorsehen.

Erst ein ebenflächiger, tragfähiger, ausreichend fester und gleichmäßig saugender Untergrund

  • erlaubt eine kontrollierte Klebstoffmenge und
  • reduziert somit das Risiko von Eindrücken erheblich.

Im nächsten Teil 2 des Beitrags „Resteindrücke bei elastischen Bodenbelägen“ beleuchtet die Anwendungstechnik

  • die richtige Klebstoffmenge sowie
  • die Auswahl der Zahnleiste,
  • den Einfluss der Saugfähigkeit des Untergrundes,
  • die klimatischen Bedingungen und
  • die Ablüftezeit des Klebstoffs sowie
  • die Folgen ­einer zu frühen mechanischen Belastung.

Die Rubrik „Das sagt die Anwendungstechnik“ erscheint in Zusammenarbeit mit der Uzin Utz SE und liefert Tipps, Tricks und Know-how für den Fußbodenprofi.