Die Großhandelslandschaft befindet sich im Umbruch. Wie der heimische Grossist Sonnhaus mit seinem Tochterunternehmen in Deutschland die eigene Entwicklung sieht, hat bwd -Österreich-Redakteur Thomas Mayrhofer von Geschäftsführer Mag. Gerhard Fessl und Mag. Alfred Klambauer, Co-Geschäftsführer und Verantwortlicher für Vertrieb und Logistik, erfahren.

Plan B immer in der Schublade
bwd Herr Klambauer, wie hat sich das vor zwei Jahren neu installierte Lagersystem bewährt?
Klambauer Wir sind mit dieser Investition sehr zufrieden. Durch unser EDV-optimiertes System konnten wir bei gleichem Lagervolumen eine bessere Verfügbarkeit unserer Produkte erreichen. Dieser Prozess wird kontinuierlich optimiert.
bwd Herr Fessl, wie wird sich die Bankenkrise auf Ihr Geschäft auswirken?
Fessl Die Vertrauenskrise zwischen den Banken wird sich sicher auf die Realwirtschaft niederschlagen. Dies muss aber für den Großhandel nicht unbedingt einen Nachteil bedeuten, weil unsere Tätigkeit als Lagerhalter und Finanzier mehr gefragt ist. Für gut aufgestellte Großhändler verspricht die Situation zusätzliche Chancen.
bwd Wie beurteilen Sie die Situation im österreichischen Großhandel, ein Jahr nach dem Markteintritt eines potenten deutschen Mitbewerbers?
Fessl Der Markt ist keine Einbahnstraße. So wie wir in Deutschland tätig sind, kommen Deutsche nach Österreich. Ich bin überrascht, dass wir am Markt so wenige Aktivitäten des neuen Mitbewerbers spüren. Die österreichischen Kunden zeigen sich sehr loyal und lassen sich auch nicht durch vorübergehende Dumpingpreise abwerben. Ich stehe für ein vernünftiges Konkurrenzverhalten ein. Wir sollten uns alle um die Wünsche der Kunden kümmern und weniger auf den Mitbewerb schielen.
bwd Wie reagieren Sie mit Ihrem Sortiment auf die Konkurrenz?
Fessl Wir bleiben bei unseren gleichberechtigten Schwerpunkten Stoffe und Bodenbeläge. Die Kollektionen werden regelmäßig aktualisiert. Derzeit bringen wir die neue Juniorkollektion „Trend“ heraus. Auch mit dem von uns entwickelten Design- und Farbkonzept Accenti, welches Vorhang, Möbelstoff und Teppichboden kombiniert, sind wir sehr erfolgreich.
bwd Gibt es Unterschiede in der Geschäftsentwicklung in Deutschland und Österreich?
Fessl Im vergangenen Jahr war Sonnhaus Österreich erfolgreicher als die deutsche Tochter, anders als früher. Insgesamt blicken wir auf kein Jubeljahr zurück. Wir hatten nur einstellige Zuwachsraten zu verzeichnen.
bwd Bedeutet die Casa-Messe im Januar eine Belebung?
Fessl Durch den neuen Parkettschwerpunkt und das sehr hochwertige Outfit erwarte ich mir eine solche Belebung. Ich befürworte eine jährliche Messe in Salzburg. Kontinuität ist für den Kunden schlichtweg wichtig.
bwd Ihr komplettes Produktportfolio ist bei der Wohnunion gelistet. Warum hat das gerade jetzt geklappt?
Fessl Wir waren bei den Garant-Möbelpartnern immer schon gelistet. Durch unsere breitgefächerten Produkt- und Serviceleistungen war es nur eine Frage der Zeit, die Zusammenarbeit zu intensivieren.
bwd Thema Lieferfähigkeit: Auf der Lieferantenseite ist für Sie die Entwicklung – Stichworte Konkurse und Fusionen – nicht einfach. Wie begegnen Sie diesen Unsicherheiten?
Klambauer In der Tat sind das Produktmanagement und die Auswahl der Lieferanten heute von größerer Bedeutung als früher. Wir pflegen sehr gute und enge Beziehungen zu unseren Lieferanten. Unsere Kollektionen müssen sich über die Laufzeit amortisieren. Es kommt aber immer wieder zu Ausfällen. Wir müssen sehr wachsam sein immer einen Plan B in der Schublade parat liegen haben.
bwd Wir danken für das Gespräch.-