Blick in den Markt Modular? Ist doch klar!

Sie sparen Zeit, sorgen für weniger Schmutz und Lärm, lassen sich leicht transportieren und einfach verlegen: modulare Bodenbeläge. Hier trifft eine große Auswahl auf attraktives ­Design – und kombinieren lässt sich das untereinander auch noch. Wie kommt das an?

Anne Salditt, Director, EMEA Marketing Activation Interface Deutschland: „Ein entscheidender Aspekt von modularen Bodenbelägen ist die Gestaltungsfreiheit. Teppichfliesen bieten hier ­beispielsweise viel mehr Möglichkeiten als die klassische Bahnenware.“ - © Interface

Was heißt eigentlich modular? Der Begriff bezeichnet etwas, das aus  miteinander kombinierbaren und austauschbaren Teilen besteht – den Modulen. Derzeit ist zum Beispiel viel vom ­modularen Bauen die Rede, um schneller und einfacher als mit konventionellen Mitteln Wohnraum zu schaffen. Beim modularen Bauen werden vorgefertigte Elemente, also Module, genutzt, um sie vor Ort wie bei einem Baukasten zu einem Gebäude zusammenzufügen. Einzelne Module lassen sich zu einem ganzheitlichen System zusammensetzen, und das geht natürlich auch bei Fußböden.

Der Begriff "modular" sagt dabei nichts über das Material aus. Modulare Bodenbeläge können zum Beispiel Teppichfliesen sein, Linoleumbeläge, LVTs oder Produkte aus Kork, die im Objekt oder dem privaten Bereich zum Einsatz kommen können. Also Clic-Vinyl, Rigid und auch LooseLay? Und was ist mit fest verklebten LVTs? Wer den Begriff modulare Beläge breit fassen will, landet bei allem, was nicht Bahnenware ist, sondern eben aus Modulen besteht. Wenn Austauschbarkeit und Wiederverwendbarkeit als Kriterium für modulare Systeme gelten sollen, wären fest verklebte LVTs dann noch mit dabei? Die Auslegung ist variabel.

Was sind die Vorteile?

Wo Modul am Modul gesetzt wird, gibt es weniger Verschnitt als bei Bahnenware. Modulare Beläge ermöglichen zudem eine hohe Flexibilität bei der Konzeption eines Bodendesigns. Effekte lassen sich über abwechslungsreiche Designs erzielen, aber auch über die Größe: Kleinformate etwa können mit größeren Elementen zu einem Ganzen verbunden werden. Manche Hersteller bieten ausgearbeitete Designentwürfe aus verschiedenen Formaten zusammengesetzt an, die auf Wunsch übernommen werden können, aber Kunden, Planer und Verleger können natürlich auch selbst kreativ tätig werden.

Ein weiterer Vorteil: Vielfalt. Die zu kombinierenden Module können aus unterschiedlichen Materialien sein, etwa LVT und Teppichfliese. So lassen sich je nach Anforderung und Vorliebe individuelle Lösungen erarbeiten. Lose oder schwimmend verlegt bedeutet Schnelligkeit. Und Geschwindigkeit ist gerade im Objekt ein Pluspunkt, etwa wenn ein Ladengeschäft umgebaut werden soll oder der Messestand schnell stehen muss, da die Zeit begrenzt ist. In Büros lassen sich mit modularen Belägen auch Wegführungen erzeugen, Laufrichtungen markieren oder Bereiche mit unterschied­lichen Zwecken optisch zonieren.

Weitere Pluspunkte sind schnell gefunden

Weitere Pluspunkte sind Schallschutz (etwa bei textilen Belägen), Wohngesundheit (ein Verkaufsaspekt bei vielen modernen Designbodenbelägen) sowie Strapazierfähigkeit und gelenkschonende Wirkung. Nachhaltigkeit ist bei den Herstellern ebenfalls ein großes Thema. Auch was die Optik angeht, bleiben bei modularen Lösungen kaum Wünsche offen. Ein Boden mit Korkauflage, der wie Stein wirkt, aber wärmer und weicher ist? Lino-Planken in der Optik von Holz? Teppichfliesen mit Firmenlogo in der hauseigenen Unternehmensfarbe? Kein Problem.

Und: Modulare Böden, die schwimmend oder lose verlegt werden, lassen sich nicht nur schnell und leise ein-, sondern bei Bedarf auch rasch und unproblematisch ausbauen. Das ist für die sortenreine Trennung und das Recycling ein wichtiger Punkt.

Erwartungen erfüllt?

Bodenbeläge? Hauptsache modular, hieß es vor ein paar Jahren oft. Denn die Vorteile wie große Vielfalt, schnelle, individuelle Umsetzung, weniger Verschnitt, saubere und leise Verlegung, lagen auf der Hand. Haben sich die großen Erwartungen beim Absatz erfüllt? Oder kommt es heute, einige Jahre später, auf andere Aspekte an? Die Nachfrage habe nicht nachgelassen, sagt Christian Grube, Gesamtvertriebsleitung Infloor-Girloon GmbH & Co. KG. Speziell im Segment der Objektakquise seien modulare Bodenbeläge noch stärker in den Fokus gerückt: "Wir für uns sind rückblickend sehr dankbar, dass wir die Veränderungen im Markt frühzeitig erkannt und entsprechend reagiert haben. Seit Einführung der ersten Infloor-Girloon Kollektion von selbsthaftenden, textilen Modulen können wir jährliche Zuwachsraten in diesem Segment verzeichnen", erklärt Grube.

Die großen Erwartungen hätten sich auf jeden Fall erfüllt, erklärt Christoph Wellekötter, Produktmanager Designböden beim Bodenbelagshersteller Parador: "Modulare Bodenbeläge machen bei uns mittlerweile einen erheblichen Umsatzanteil aus. Zahlen aus Marktstudien belegen zudem, dass die Produktkategorie weiter wächst – auch gegen den aktuellen allgemeinen Branchentrend." Es handele sich bei modularen Bodenbelägen um ein umfassendes Thema, "das je nach Perspektive unterschiedlich interpretiert werden kann", meint Michael Stein, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing von Gerflor Mipolam in der gesamten DACH-Region. Grundsätzlich sei alles modular, was in Fliesen und Planken formatiert werde. Im Bereich der elastischen Bodenbeläge dominierten diese Arten von Bodenbelägen weiterhin den Markt. Stein: "Für Gerflor sind LVTs in jeder Ausprägung das zentrale Element, wenn es um Modularität geht. Dies reicht von fest zu verklebenden DryBack-Varianten über Interlocking- oder Clic-Vinyls, puzzleartige Fliesen mit Schwalbenschwanzprofilierung bis hin zu komplett lose liegenden Bodenbelägen."

Modulare Bodenbeläge haben sich am Markt etabliert

Modulare Bodenbeläge haben sich am Markt etabliert – das steht für Anne Salditt, Director, EMEA Marketing Activation bei der Interface Deutschland GmbH, fest. Die Branche habe sich allmählich hin zur Modularität entwickelt und viele Hersteller führten immer mehr entsprechende Kollektionen – zum Beispiel Teppichfliesen – ein.

"Ein entscheidender Aspekt von modularen Bodenbelägen ist die Gestaltungsfreiheit. Teppichfliesen bieten hier beispielsweise viel mehr Möglichkeiten als die klassische Bahnenware. Da der Bodenbelag als größte Fläche einen wichtigen Teil des Designkonzeptes ausmacht, spielen Vielfalt und Raum für Kreativität eine wichtige Rolle." Das gelte umso mehr beim Trend zur Rückbesinnung auf das Büro, bei dem die Arbeitsflächen möglichst attraktiv und wohnlich gestaltet werden. Das Thema Nachhaltigkeit komme hinzu.

Salditt: "Produkte mit einem niedrigen CO2-Fußabdruck und als Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft gewinnen ganz klar an Bedeutung. Als Hersteller ausschließlich modularer Bodenbeläge ist für uns der Trend zur Modularität – und auch zur Nachhaltigkeit – bedeutend hinsichtlich des Absatzes"

Für jeden die passende Lösung

„Durch die unterschiedlichen Verlegearten ergibt sich immer die passende Lösung“, teilt Marco Knop, Marketingleiter ­Project Floors, mit. - © Project Floors

Durch die unterschiedlichen Verlegearten, Kombinationen von mehreren Dekoren gepaart mit Accessoires wie Fugen- und Designprofilen, Intarsien und dergleichen ergebe sich für nahezu jeden Anwendungsbereich die passende Lösung, "so dass Designboden heute in quasi allen Segmenten zum Einsatz kommt", teilt Marco Knop, Marketingleiter bei der Project Floors GmbH in Frechen, mit.

Bei tretford Teppich spielten modulare Bodenbeläge seit Jahrzehnten eine große Rolle. Die Nachfrage sei nach wie vor groß, vor allem bei Teppichfliesen, berichtet Ingo Schraub, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Marketing & Vertrieb der Marke tretford Teppich. Schraub: "Die Flexibilität und Modularität sind wichtige Aspekte bei der Verlegung von Teppichboden."

Was sagt der Handel? Nach wie vor sei die Nachfrage groß, sagt Jörg Ernst, Einkauf Bodenbelag (modular) bei der Schlau Heimtex Einkaufs GmbH. Mittlerweile spielten jedoch optische Aspekte eine größere Rolle als noch vor ein paar Jahren: "Fliesen- oder Betonoptik oder der Digitaldruck eröffnen viele Möglichkeiten der Raumgestaltung. Die Weiterentwicklung der verwendeten Materialien bei der Herstellung von modularen Belägen ermöglicht jetzt auch PVC-freie Produkte."

Objekt oder privat?

Sind modulare mehrschichtige Bodenbeläge eher etwas für das Objekt oder sind sie auch im privaten Bereich ein großes Thema? Wo hat sich der modulare Belag durchgesetzt, wo ist die Bahnenware führend? Nachdem zunächst der Ladenbau und später weitere Objektbereiche zu den Hauptabsatzbereichen zählten, habe der Designboden Einzug im privaten Wohnbereich gehalten, wo er dem Laminat den Rang ablaufe, sagt Marco Knop (Project Floors). "Die modularen Beläge können dank neuer Entwicklungen von PU-Beschichtungen mittlerweile selbst in sensiblen Bereichen des Gesundheitswesens eingesetzt werden, die bis dahin aufgrund der Vorschrift einer fugenlosen Verlegung ausschließlich der Bahnenware vorbehalten waren. So können nun auch Patientenzimmer und Pflegebereiche wohnlich und modern gestaltet und trotzdem den strengen Hygienevorschriften Genüge getan werden.“

Leichter Transport

Michael Stein (Gerflor): "Der Erfolg der modularen Beläge beruht nicht zuletzt auf dem leichten Transport und der einfachen Verlegung sowie auf dem authentischen Erscheinungsbild mit Fugen in Holz- oder Steinoptik. Moderne Bahnenware kann optisch problemlos mithalten und überzeugt besonders in Bereichen, in denen hohe Anforderungen an Hygiene gestellt werden, wie zum Beispiel im Gesundheitswesen."

Da Bodenbeläge nicht immer nur die Ansprüche an die funktionelle Nutzung erfüllen müssten, lieferten modulare Produkte einen starken Anreiz für die Raumgestaltung, ergänzt Jörg Ernst (Schlau). Ein großes Plus seien die unterschiedlichen Bauhöhen der Produkte. Ernst: "Da es Produkte in Aufbauhöhen von 2 mm bis 10 mm mit gleichem Dekor gibt, sind diese Produkte auch Problemlöser geworden. Dies ist gleichermaßen für Alt-, Sanierung- und Neubauten von Vorteil. Die Bahnenware mit ihren Materialhöhen ist hier eindeutig im Nachteil."

Selbsthaftende Module

Infloor-Girloon decke mit seinen Kollektionen sowohl den privaten Bereich als auch das Objekt ab, wobei das Thema selbsthaftende Module stärker im Objektbereich gefragt sei, so Christian Grube.

Die Teppichfliese dominiere den Commercial Office Bereich, erklärt Anne Salditt (Inteface/nora systems): "Es hat eine enorme Entwicklung stattgefunden, in deren Verlauf die Bahnenware in den letzten Jahren von ihrer Führungsposition abgelöst wurde. Auch im Hospitality-Bereich wächst die Nachfrage stetig." Sowohl für das Hotelsegment als auch für Arbeitsumgebungen würden sich zudem Gestaltungslösungen anbieten, die Teppichfliesen und LVT verbinden. In Bars oder Teeküchen etwa seien leicht zu reinigende Oberflächen oft praktischer als Teppichfliesen. Salditt: "LVT lässt sich ohne Übergangsschienen fließend mit textilen Bodenbelägen kombinieren und erzeugt so ein harmonisches Ganzes."

Aufgrund ihrer Modularität, also des entsprechend anpassungsfähigen Produktaufbaus, eigneten sich modulare Beläge sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Bereich, sagt Christoph Wellekötter (Parador). "Häufig erfüllen diese Beläge standardmäßig die Nutzungsklasse 33, auch wenn sie für den privaten Bereich konzipiert sind. Dies ist quasi zum Standard geworden. Daher erfüllen viele Produkte gleichzeitig auch die Anforderungen für den Objektbereich."

Thema Nachhaltigkeit

Carl Ruland, Vice President der Novalis Global Flooring GmbH in Köln, ist ein langjähriger Branchenprofi und war lange im Vorstand des Verbands der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge (MMFA). Wie schätzt er bei modularen Belägen die Bedeutung des Aspekts Umwelt und Nachhaltigkeit gegenüber Punkten wie Verfügbarkeit und Preis ein?

"Marktgerechter Preis und Verfügbarkeit spielen eine große Rolle, insbesondere da es häufig um große Objekte geht bei denen mehrere Hundert Quadratmeter der gleichen Farbe verlegt werden. Je größer die Objekte, desto größer die Anforderung an Nachhaltigkeit und Umweltstandards", erklärt Ruland.

Der Umgang mit Nachhaltigkeit werde künftig entscheidend sein, sagt Michael Stein (Gerflor). Also: Wo auf der Welt wird zu welchen Bedingungen produziert? Was geschieht mit den Abfällen nach der Installation und nach der eigentlichen Nutzung? Stein: "Thema Recycling: Gerflor bietet hier mit seinen ISO-zertifizierten Produktionen in Europa und der restlichen Welt eine verlässliche Produktqualität und investiert dabei eine Menge im Rahmen der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie ‚we care/we act‘."

PVC-freie modulare Bodengeläge

Die Produktwelt, stellt Jörg Ernst (Schlau) fest, sei auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltschutz: "Dabei spielen die bereits genannten PVC-freien modularen Bodenbeläge ebenso eine Rolle wie recycelte Materialien." Gerade beim Recycling seien die Kreisläufe aber noch nicht immer aufeinander abgestimmt. Erst wenige Hersteller sähen sich in der Lage, diese nach dem Motto "Aus Alt wird neu" zu schließen. "In Anbetracht der derzeitigen Wirtschaftslage spielt aktuell aber der Preis eine größere Rolle als die Nachhaltigkeit der Produkte", sagt Ernst.

Die Entwicklung des Marktes, nach der natürliche Materialien eine immer größere Rolle spielten, "ist für uns als Hersteller, der jedes Produkt mit natürlichen Materialien herstellt, besonders erfreulich. Darüber hinaus sind das Thema Farbe und Gestaltungsmöglichkeiten und Design sowohl im privaten als auch kommerziellen Umfeld wichtig", sagt Ingo Schraub (Weseler Teppich).

Umwelt und Nachhaltigkeit sowie der bewusste Umgang mit Ressourcen würden nicht nur für ein Produkt, sondern für das gesamte Unternehmen mit den Mitarbeitern und der gesamten Wertschöpfungskette immer wichtiger. Schraub: "Der Preis spielt bei unserer Zielgruppe hingegen nur eine untergeordnete Rolle."

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    © Schlau Heimtex
    "Der modulare Bodenbelag ist nicht nur im ­privaten Wohnbereich, sondern auch im stark ­gewerblich genutzten Bereich ein Thema", erklärt Jörg Ernst, Einkauf Bodenbelag (modular) bei der Schlau Heimtex Einkaufs GmbH.
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    "Seit Einführung der ersten Infloor-Girloon Kollektion von selbsthaftenden, textilen Modulen können wir jährliche Zuwachsraten verzeichnen", sagt Christian Grube.
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    Michael Stein, Geschäftsführer DACH Vertrieb und Marketing Gerflor Mipolam: "Für Gerflor sind LVTs in jeder Ausprägung das zentrale ­Element, wenn es um Modularität geht."
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    "Modulare Bodenbeläge machen bei uns mittlerweile einen erheblichen Umsatzanteil aus", teilt der Parador Produktmanager Designböden, Christoph Wellekötter mit.
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    "Durch die unterschiedlichen Verlegearten ergibt sich immer die passende Lösung", teilt Marco Knop, Marketingleiter ­Project Floors, mit.
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    Anne Salditt, Director, EMEA Marketing Activation Interface Deutschland: "Ein entscheidender Aspekt von modularen Bodenbelägen ist die Gestaltungsfreiheit. Teppichfliesen bieten hier ­beispielsweise viel mehr Möglichkeiten als die klassische Bahnenware."

Innovative Lösungen finden und weiterentwickeln

Für Interface, einen Pionier des Engagements für Nachhaltigkeit, sei das Thema heute einer der wichtigsten Aspekte beim Bauen, Einrichten und Renovieren. Anne Salditt: "Wir müssen innerhalb der Branche daran arbeiten, innovative Lösungen finden, uns weiterzuentwickeln und uns gegenseitig dabei unterstützen, unsere CO₂-Emis­sionen zu reduzieren."

In den Absatzmärkten sei eine unterschiedliche Bedeutung von Nachhaltigkeit wahrzunehmen, berichtet Marco Knop von Project Floors: "Grundsätzlich gilt: Je näher der Mensch mit dem Boden in Kontakt kommt, desto eher wird danach gefragt. Insofern spielen Nachhaltigkeitsaspekte im privaten Wohnbereich eine größere Rolle als beispielsweise im Ladenbau." Das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit sei bei der Objektakquise in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus gerückt, hat Christian Grube (Infloor-Girloon) beobachtet. Neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis spiele die Lieferzuverlässigkeit eine wichtige Rolle.

Standards definieren

Insbesondere im Objektbereich spielten Themen wie Carbon Footprint, Recyclingfähigkeit sowie Produktherkunft eine immer wichtigere Rolle, so Christoph Wellekötter (Parador). "Dies unterscheidet sich jedoch zum Teil noch deutlich von Land zu Land. In Deutschland hat Nachhaltigkeit eine hohe Relevanz. Für den Endverbraucher ist jedoch in erster Linie die Optik entscheidend, gefolgt vom Preis. Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Standard, den Handel und Verbraucher erwarten und den die Hersteller bieten müssen." Die Branche müsse noch stärker Standards definieren, wann ein Boden als nachhaltig bezeichnet werden könne. Also: Besteht er aus natürlichen Rohstoffen? Muss er gut recycelbar sein? Muss er reparierbar sein? Wellekötter: "Diese Fragen sind zum Teil noch ungeklärt, die Aussagen gehen auseinander. Hier können beispielsweise Zertifizierungen Übersicht und Transparenz schaffen."

Welche Varianten sind beim Stichwort modulare Beläge gerade gefragt? Auf was kommt es dabei an, womit lässt sich hier Umsatz generieren?

Der Trend zu Naturalismus, Minimalismus und Biophilic Design halte an, meint Anne Salditt: "Dabei bestimmen natürliche Farbtöne und Inspirationen aus der Natur das Design der Teppichfliesen. Gleichzeitig gibt es aber auch einen Trend hin zu opulenten, einzigartigen Mustern wie in unserer Hospitality Kollektion oder der Kollektion Past Forward. Für ein ausgewogenes Ambiente lassen sie sich optimal mit natürlichen Farbtönen kombinieren." Verschiedene Formate gewährleisteten dabei eine hohe Flexibilität und Gestaltungsfreiheit.

Was ist angesagt?

Landhausdielen, sagt Christoph Wellekötter (Parador), seien nach wie vor das gängigste Format, aber auch Fischgrät sei derzeit sehr gefragt. "Auch bei den Dekoren ändert sich derzeit wenig: Eiche ist und bleibt die unangefochtene Nummer 1, aber auch Alternativen wie Lärche sind immer häufiger zu sehen. Das Farbspektrum bleibt sehr natürlich, wird aber etwas wärmer und auch die Extreme Weiß und sehr dunkel werden stärker genutzt."

"Jedes Objekt und jeder Raum sind anders, die gestellten Anforderungen an die Nutzung, die Verlegung und das Gestaltungskonzept differieren. Dabei bildet Mix and Match einen beständigen Trend, bei dem verschiedene Materialien und Formate wild miteinander kombiniert werden", erklärt Michael Stein (Gerflor). Je nach Kundenwunsch könne der gewünschte Farbton in unterschiedlichen Nutzschichtstärken, Verlegetypen und Formaten ausgewählt und mit anderen Dessinierungen kombiniert werden.

Modulare Bodenbeläge: Die Trends

Für Carl Ruland (Novalis) sind aktuell große Formate, embossed in register, matte Oberfläche "ein absolutes Muss". Abhängig von den jeweiligen Landesgeschmäckern seien ferner Herringbone und Fliesenformate gefragt.

Momentan entwickelten sich das Thema Keramik und das Design-Thema Fischgrät/Herringbone, hat bei Schlau Jörg Ernst beobachtet: "Die Keramik-Optik passt sich den Fliesen an, hier sind Größen bis zu 1,00 × 1,00 m durchaus möglich. Bei der Holzstruktur sind Fischgrät-Muster ein weiteres Gestaltungselement. Besonders im gewerblichen Bereich sind hier schon viele verlegte Quadratmeter zu finden." Dieser Trend lasse sich auch bei Parkett umsetzen, wobei hier auf nachwachsende Rohstoffe zurückgegriffen werden könne. Ernst: "Im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe ist auch Korkboden mit der Digitaldrucktechnik eine Produktwelt, die nicht außer Acht gelassen werden sollte."

Fischgrät und Chevron

Bei Infloor-Girloon sei die Kombination aus Designgestaltung mittels Digitaldrucktechnologie in Kombination mit selbsthaftender Rückenkonstruktion das Thema, das am stärksten nachgefragt werde: "Individuelle Objektgestaltung gepaart mit dem Thema der selbsthaftenden Module – das ist unsere Stärke. Natürlich spüren wir auch die Nachfrage an strukturierten Oberflächen im Objektbereich, die wir aber problemlos dank unserer Tufting Scroll Maschinen abdecken können", sagt Christian Grube.

Nach Beobachtung von Marco Knop (Project Floors) würden Bodengestaltungen zunehmend mutiger. "Beispiele hierfür sind die Kombination von mehreren Dekoren für den individuellen Auftritt oder auch Zonierungen durch die Verwendung von Holz- und Steinnachbildungen auf den angrenzenden Flächen." Fischgrät und Chevron würden weiter viel nachgefragt, im Objekt und im privaten Wohnbereich. Bei den Dekoren seien altbekannte Farben dominant: "Eiche in allen Schattierungen bei den Hölzern und Beton- und Schieferoptiken bei den Steinen."