Bei der Sanierung mit wasserbasierten Beschichtungen kann es vorkommen, dass sich die Deckschichten lösen, obwohl der Boden intakt war. Das Fraunhofer-Institut arbeitet an einer Entschärfung dieser Problematik und sucht nach bodenlegenden Betrieben, die Proben liefern und kostenlos untersuchen lassen.

Die Sanierung von Mehrschichtparkett ist ein interessantes Marktsegment für Parkettleger. Leider kommt es vor, dass sich nach der Sanierung mit wasserbasierten Beschichtungen die Deckschichten lösen, obwohl der Boden zuvor intakt erschien. Oft wird der ausführende Betrieb dann für den Schaden verantwortlich gemacht. Eine Reihe von Betrieben führt aufgrund dieses Risikos keine Sanierungen von Mehrschichtparketten mehr durch.
Schon kleine Tests zeigen Sanierverhalten
Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung (WKI) arbeitet in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über die AiF geförderten Projekt an der Entschärfung dieser Problematik.
In enger Zusammenarbeit mit Klebstoff-, Lack- und Parkettherstellern sowie Parkettlegerbetrieben wurde eine Methode entwickelt, mit der bereits vor der Sanierung an sehr kleinen Proben geklärt werden kann, wie sich der Boden bei der Sanierung verhalten wird beziehungswese ob der Boden überhaupt sanierbar ist.
Für die Untersuchung der Sanierbarkeit benötigt das Institut ein bis drei Abschnitte des Parketts von circa 10 mm Länge. Solche Proben können beispielsweise mit einer Vibrationssäge unter den Fußleisten entnommen werden, ohne dabei die Flächen zu beschädigen. An den Abschnitten stellen die Wissenschaftler zunächst den Klebstofftyp fest und wissen dann, ob es sich zum Beispiel um Klebstoff handelt, der für seine schnelle Alterung und besondere Empfindlichkeit gegen Feuchte bekannt ist. Anschließend werden die Proben einer abgestuften Feuchte- und Trocknungsbelastung ausgesetzt. Durch den Vergleich mit dem Verhalten vieler Parkette – auch solchen, deren Verklebung bei der Sanierung zu Schäden geführt hatte – kann man dann das untersuchte Parkett hinsichtlich möglicher Deckschichtablösungen mittels einer Qualitätsampel bewerten.
Um die bisherigen Untersuchungsergebnisse mit Erfahrungen aus der Praxis abzugleichen, sucht das WKI Firmen, die vor einer Renovierung Proben zur Untersuchung einsenden und im Gegenzug anschließend über den Sanierungserfolg informieren.
Wer Interesse an der kostenfreien Untersuchung von Mehrschichtparkett vor der Sanierung hat, schickt eine kurze E-Mail an dirk.lukowsky@wki.fraunhofer.de. Die Einsender erhalten dann weitere Informationen zum genauen Ablauf. Innerhalb von sieben Arbeitstagen nach Eingang der Probe bekommt der Betrieb auf jeden Fall vom WKI per E-Mail eine Einschätzung der Verklebungsqualität der Deckschicht. Nach der Sanierung sendet der Betrieb einen ausgefüllten Fragebogen an das WKI. Das Angebot zur kostenfreien Untersuchung gilt bis zum 1. Mai 2015.