Untergrund: Warum grundieren? Welche Spachtelmasse passt? Welcher Klebstoff ist der richtige? Antworten auf diese Fragen geben wir hier.

Ein komplettes System besteht immer aus drei Komponenten: Grundierung, Spachtelmasse und Klebstoff. Passt nur eines der drei Elemente nicht in den Systemaufbau, weil es zum Beispiel aus chemischer Sicht ungeeignet ist, führt das zu Problemen.
"Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten ist extrem komplex“, sagt Dr. rer. nat. Jörg Sieksmeier, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Ardex GmbH, zu Beginn seines Vortrages zum Thema "Wirkungsweise von Grundierungen unter Spachtelmassen und Klebstoffen" beim 18. internationalen Sachverständigentreffen des Bundesverbandes Estrich und Belag (BEB).
Nur wer über Systemkompetenz verfügt, könne den Untergrund richtig beurteilen und vorbereiten, die passende Grundierung und Spachtelmasse sowie den geeigneten Klebstoff auswählen und auftragen. Erst im letzten Schritt folgt schließlich die Verlegung des Bodenbelags. Was alles schieflaufen kann, wenn die einzelnen Komponenten nicht richtig ausgewählt oder ausgeführt werden, musste Sieksmeier selbst miterleben.
Nach einem Wasserschaden in seinem Wohnzimmer sollte das 20 Jahre alte Parkett ausgetauscht werden. Das erste Problem: Der Untergrund wurde nicht bis zur tragfähigen Fläche gefräst. Fehler Nummer zwei: Die Handwerker verdünnten die Grundierung zu sehr. Schlussendlich wurde die Spachtelmasse nicht dick genug aufgetragen und der Kleber war nicht für die Anforderungen des Bucheparketts geeignet.
Das Ergebnis: Der neu verlegte Boden löste sich bereits nach kurzer Zeit ab, der Belag musste wieder komplett zurückgebaut und entfernt werden. Dieses Beispiel zeigt, dass sich der Handwerker nicht nur mit den Eigenschaften, sondern auch mit der Anwendung der einzelnen Komponenten auskennen sollte.
1. Die Grundierung
Eine Grundierung kann verschiedene Funktionen erfüllen. Welche in der konkreten Situation nötig sind, hängt von den Umgebungsbedingungen ab. "Die eierlegende Universal-Grundierung, die alles kann, gibt es nicht“, sagt Sieksmeier gleich vorneweg. Stattdessen muss der Handwerker die Umgebungsbedingungen überprüfen und in Abhängigkeit davon die richtige Grundierung auswählen.