Vor knapp einem Jahr hat Josef Schwaiger gemeinsam mit seinem Team um Produktionschef Norbert Sommerauer und Finanzchef Karl Walder das Vito Parkettwerk übernommen.
Gelungener Neustart
„Kann das klappen?“, haben sich wohl manche Brancheninsider gefragt, als sie an die Sanierung des Vito-Werks durch die neuen Eigentümer dachten. Das Werk verfügt über eine Produktionskapazität von ca. 1,2 Millionen Quadratmeter Parkett.
Zwar werden die Erzeugungsmöglichkeiten im Moment noch nicht vollständig ausgeschöpft, aber die Produktion wurde bereits verbessert und neu organisiert. Vor allem das stark reduzierte Rohstofflager war wegen der langen Vorlaufzeiten eine große Herausforderung für die neuen Firmenchefs.
Pluspunkt Erfahrung
Norbert Sommerauer ist ausgewiesener Produktionsspezialist, der acht Jahre lang für die Salzburger Bauwerk-Erzeugung verantwortlich war. Auch innerhalb des NFI-Konzerns betreute und beriet er andere Werke und lässt sich nicht von schwierigen Aufgaben abschrecken. „In den ersten Monaten habe ich mehr als ein Drittel meiner Zeit bei den Lieferanten mit der Qualitätskontrolle verbracht“, erklärt der Techniker, „nur wenn die Sägewerke sehen, dass man sich auskennt, bekommt man Topware.“
Durch diese Erfahrung hat das Unternehmertrio nun eine bessere Rohstoffausnutzung. Bei mehr als 50 Prozent Materialeinsatz ist das ein entscheidender Faktor.
Qualität sieht Sommerauer auch in seinem Mitarbeiterstamm: „Weil wir ein kleines Team mit flachen Hierarchien sind, können Verbesserungsvorschläge unserer Produktionsmitarbeiter innerhalb eines Tages umgesetzt werden.“ Das motiviere das 85-köpfige Produktionsteam wie auch die Jobrotation. Dies bedeutet, dass jeder Mitarbeiter an mehreren Positionen eingesetzt werden kann, „was eine immense Planungserleichterung in Urlaubs- oder Grippezeiten ist“, so Sommerauer.
Mittlerweile ist das Rohstofflager wieder gut aufgefüllt und die Produktion läuft reibungslos. Weil bei Vito traditionell die Furniere vom Block geschnitten werden, kann auch mit einem relativ kleinen Fertigprodukte-Lager von nur 40.000 Quadratmeter rasch geliefert werden. Auch Sonderwünsche, wie etwa geölte Oberflächen oder gefaste Kante haben eine Lieferzeit von maximal zwei bis drei Wochen. Voraussetzung dafür ist ein umfassender Bestand an Halbfertigprodukten, die nach Kundenbestellung kurzfristig fertiggestellt werden können.
Übersichtliche Preisgestaltung
Der Verkauf läuft sowohl im Export als auch im Inland gut, wie Finanzchef Karl Walder zufrieden bemerkt. Die neue Preisliste befindet sich derzeit in der Entstehung. Im Gegensatz zur bisherigen Liste hat der Kunde nun einen besseren Überblick. Jede Holzart wird mit den für sie verschiedenen Möglichkeiten dargestellt.
Das Unternehmertrio hofft, dass der weltweit patentierte Feuchtraumboden Vito Splash Fachkunden, Architekten und Ladenbauexperten auch auf die anderen Vito-Produkte aufmerksam macht.
Neuheiten am Markt
Für den Objektbereich wurde eine völlig neue Produktlinie entwickelt, „die auf dem deutschsprachigen Markt sicher für Furore sorgen werde“, so Schwaiger. Die Angebotspalette umfasst auch ein breit gefächertes Programm speziell für den Verlegeprofi in der Großfläche.
Massive Stufenprofile aus dem gleichen Material, die ohne Mindestmenge geordert werden können, sind nach Firmenangaben ebenfalls eine Neuheit am Markt.
Um die Produkte erfolgreich zu vermarkten, wurde sowohl der Außendienst als auch der Innendienst vorsorglich verstärkt.
Vertriebsmanager Josef Schwaiger kennt sich mit den Rohstoffquellen bestens aus. Bei seinen Aufgaben unterstützt ihn nun Marco Israel, dem neu ernannten Exportleiter für Europa. Das neue Vito-Team wird sich vorerst schwerpunktmäßig um den Inlandsmarkt, der für Vito noch viel Potenzial bereithält, sowie um die osteuropäischen Märkte kümmern.
Die Verbesserung der Logistik und des Vertriebs wird in Österreich planmäßig vorangetrieben. Nach der Eröffnung eines Abhollagers in Innsbruck steht als nächstes die Etablierung eines Vertriebsbüros in Salzburg an. Das Vito-Führungstrio ist sich nach dem ersten Jahr sicher, dass schon bald die gesamte Kapazität des Werkes ausgenutzt werden kann. „Der Markt honoriert klare Konzepte auf partnerschaftlicher Ebene, die flexibel die Wünsche der Konsumenten best- und schnellstmöglich erfüllen“, so Josef Schwaiger, bevor er zum Flughafen eilt, um nach Russland zu fliegen. Denn auch hier wird das Parkett aus Kärnten sehr geschätzt. Thomas Mayrhofer