Stellungnahme CM-Messung: 40 Jahre Erfahrung – 40 Jahre ­Sicherheit

Der Bundesverband Estrich und Belag (BEB) nimmt nachstehend Stellung zu den in den letzten Jahren von der Verlegewerkstoffindustrie und teilweise von Seite der Bodenleger immer wieder geäußerten Zweifel, wonach die Feuchtemessung von mineralisch gebundenen Estrichen mit Hilfe der CM-Methode nicht ausreichend ist.

CM-Messung
Der BEB hält die CM-Messmethode für uneingeschränkt geeignet. - © Rose

Gegen Ende der 1970er Jahre wurden immer wieder Schäden an Fußböden festgestellt, die eindeutig auf Feuchteeinwirkungen zurückgeführt werden konnten (z. B. Verseifung von Klebstoffen unter dampfdichten Bodenbelägen, Erweichung der oberen Estrichzone bei Anhydritestrichen). Dies wurde

  • auf Ungenauigkeiten der Messmethoden,
  • auf die Interpretation der Messwerte, die mangels fehlender Erfahrungen zu falschen Bewertungen führten sowie
  • auf geänderte Estrichzusammensetzungen zurückgeführt.

Im Jahre 1984 wurde daraufhin durch das Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF), Troisdorf, Untersuchungen zur Bestimmung der Belegreife und Ausgleichsfeuchte mineralisch gebundener Estriche [1] durchgeführt. Diese Untersuchungen wurden von Mitgliedern des Bundesverbandes Estrich und Belag e. V. (BEB), Troisdorf, finanziert. Als Ergebnis der oben genannten Untersuchungen wurden Belegreifwerte für die Verlegung von dampfdichten und dampfdurchlässigen Bodenbelägen auf Zementestrichen, Anhydritestrichen und Magnesiaestrichen genannt, die sich auf die Messung des Feuchtegehaltes durch CM-Messung und Darren bezogen. An den durch die Untersuchungen von 1984 festgelegten Belegreifwerten für dampfdichte Bodenbeläge hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert. Lediglich für die später aufkommenden Fußbodenheizungen wurden die damaligen Grenzwerte etwas nach unten korrigiert, um der durch das Beheizen bedingten stärkeres und schnelleren Austrocknung der mineralischen Estriche Rechnung zu tragen.

Feuchtemessung über den gesamten Estrichquerschnitt

Die Abminderung des Belegreifwertes für beheizte Anhydritestriche wurde später wieder zurückgenommen, wird aber heute dennoch kontrovers diskutiert. Für Parkettbeläge erfolgte eine Änderung dahingehend, dass traditionsgemäß eine Messung im unteren Estrichdrittel bei Einhaltung der bei den Untersuchungen aus 1984 festgelegten Belegreifwerte festgelegt wurde. In jüngster Zeit wird hier angestrebt, auch bei Holzbelägen, wie bei anderen Bodenbelägen, die Feuchtemessung über den gesamten Estrichquerschnitt vorzunehmen, mit allerdings etwas niedrigeren Belegreifwerten, um dem höheren Sicherheitsbedürfnis der Verleger von Holzbelägen Rechnung zu tragen.

Seit 40 Jahren keine Schadensfälle bekannt

Seit nunmehr 40 Jahren sind praktisch keine Schadenfälle an Fußbodenkonstruktionen und Bodenbelägen bekannt, wenn die bei den Untersuchungen aus 1984 für dampfdichte Bodenbeläge festgelegten Belegreifwerte für mineralisch gebundene Estriche bei korrekter Messung nach der CM-Methode eingehalten wurden.

Trotzdem wird in den letzten Jahren seitens der Verlegewerkstoffindustrie und teilweise seitens der Bodenleger immer wieder angezweifelt, dass die Feuchtemessung von mineralische gebundenen Estrichen mit Hilfe der CM-Methode ausreichend ist bzw. soll diese aus nachfolgend genannte Gründen zu einer korrekten Bewertung der Belegreife nicht ausreichen:

  • Die Verwendung von Estrichzusatzmitteln soll zu Fehlinterpretationen bei der CM-Messung und damit der Belegreife führen.
  • Die Verwendung neuer Zementsorten soll zu Fehlinterpretationen bei der CM-Messung und damit der Belegreife führen.
  • Der Gehalt an Zement soll bei Zementestrichen zu Fehlinterpretationen bei der CM-Messung und damit der Belegreife führen.

CM-Messmethode ist ­uneingeschränkt geeignet

In den letzten Jahren wurden seitens des IBF verschiedenen Untersuchungs- und Forschungsvorhaben zur Überprüfung neuer Zemente, zur Ausgleichsfeuchte von Zementestrichen und der Eignung alternativer Messmethoden zur Feuchtebestimmung von mineralisch gebundenen Estrichen durchgeführt (siehe [2], [3], [4] und [5]). Bei keiner dieser Untersuchungen bzw. Forschungsvorhaben wurde ein Einfluss der oben genannten Faktoren auf die Eignung der CM-Messmethode festgestellt. Die CM-Messmethode zur Bestimmung des freien Wasser in mineralisch gebundenen Estrichen und damit zur Feststellung der Belegreife zur Verlegung von Bodenbelägen ist unabhängig von der Art der verwendeten Zemente, Estrichzusatzmittel oder der Bindemittelmenge uneingeschränkt geeignet.

Die CM-Messmethode zur Bestimmung des freien Wassers in mineralisch gebundenen Estrichen und damit zur Feststellung der Belegreife zur Verlegung von Bodenbelägen ist seit Jahrzehnten in der Fußbodenbranche allgemein anerkannte Regel der Bautechnik. Die oben genannten, unberechtigten Zweifel an der Eignung der CM-Methode führen nicht nur zu einer völlig unnötigen Verunsicherung in der Branche, es besteht auch die Gefahr, dass sie im Falle von Rechtsstreitigkeiten als Nachweis für einen entsprechend den allgemein anerkannten Regeln des Handwerks vorgenommenen Überprüfung der Vorleistung und der fachgerechten Verlegung der Bodenbeläge nicht mehr ausreicht oder akzeptiert wird. Dies kann nicht im Interesse der Fußbodenbranche sein. Der Vorstand des BEB

Literaturquellen

[1] Zur Ermittlung von Belegreife und Ausgleichsfeuchte von mineralisch gebundenen Estrichen – IBF 1984 (W. Schnell)

[2] BEB/IBF – Vergleichsuntersuchungen von CEM I- und CEM II-Zementestrichen (2009)

[3] IBF-Technische Information 02/2013-A – Untersuchungen zur Ausgleichsfeuchte unbeheizter Zementestriche

[4] IBF-Prüfbericht Nr. M 106/18 – Untersuchungen zur Überprüfung der Eignung der KRL-Methode zur Ermittlung des Feuchtegehaltes von Estrichen

[5] IBF-Forschungsbericht Nr. M 153/21 – Forschungsvorhaben zur Prüfung von Zementestrichen unter Verwendung von klinkereffizienten Zementen im Vergleich zu bisher verwendeten Zementen

Die genannten Literaturquellen können unter www.ibf-troisdorf.de eingesehen und heruntergeladen werden. BEB/IBF (Stand 06.06.2024).