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Rollen für Drehstühle werden in der Eurpäischen Norm EN 12529 beziehungsweise der deutschen Fassung DIN EN 12529 näher definiert. Die Norm „Räder und Rollen – Möbelrollen – Rollen für Drehstühle“ legt die technischen Anforderungen, die geeigneten Abmessungen sowie die Anforderungen für die Prüfungen fest. Sie gilt für Rollen mit oder ohne Bremsvorrichtung, die normalerweise in Drehstühlen verwendet werden. Die Rollen werden in vier Typen untergliedert, wobei die Typen H und W die Härte der Lauffläche der Räder bezeichnen, die wiederum auf die Härte und Beschaffenheit der Bodenbeläge, auf denen sie benutzt werden, abgestimmt sein müssen:
eTyp H – Rollen mit harter Lauffläche. Das Rad ist in der gesamten Oberfläche einfarbig. Diese Rollen werden bei textilen (weichen) Bodenbelägen eingesetzt, wie zum Beispiel bei Webware, Tufting- und Nadelvliesbelägen.
eTyp W – Rollen mit weicher, elastischer Lauffläche. Sie muss sich farblich deutlich vom Radkörper unterscheiden. Dies Rollen werden eingesetzt für harte Bodenbeläge wie Stein-, Holz-, Fliesenbeläge sowie alle elastischen nicht textilen Bodenbeläge.
eTyp C – Rollen der Typen H und W, die elektrisch leitfähig sind, eingesetzt auf leitfähigen Bodenbelägen, um elektrostatische Aufladungen zuverlässig zu vermeiden.
eTyp U – Rollen für Drehstühle mit einer lastabhängigen Bremse. Diese gibt die Bewegung des Stuhles frei, sobald eine Person daraufsitzt und eine einfache Bewegungsmöglichkeit des Stuhles erlaubt ist. Die Bremse tritt automatisch wieder in Aktion, wenn die Person den Stuhl verlässt. Damit wird ein unbeabsichtigtes Wegrollen des Stuhles verhindert. Anmerkung: Permanent gebremste Rollen sind nicht zulässig.
Werden falsche Rollentypen verwendet, wird die Oberfläche des betreffenden Bodenbelages übermäßig stark beansprucht, was zu Beschädigungen und vorzeitigen Verschleiß des Belages führt. Es gehört zur Beratungspflicht des Bodenlegers, den Auftraggeber auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen.