Der Rechner ermittelt die Holzausgleichsfeuchte für Winter- und Sommerklima und daraus die Maßänderung je Stab, Diele oder über die Raumbreite. So lässt sich abschätzen, wie breit Fugen im Winter werden und wie viel Bewegungsraum am Rand nötig ist.
Ergebnis
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Grundlagen
Holz nimmt Feuchte aus der Luft auf und gibt sie wieder ab, bis es mit dem Raumklima im Gleichgewicht ist. Diese Holzausgleichsfeuchte hängt vor allem von der relativen Luftfeuchte ab, in geringerem Maß von der Temperatur. Ändert sich die Holzfeuchte, quillt oder schwindet das Holz – quer zur Faser deutlich, längs kaum. Das ist die Ursache fast jeder Fuge im Parkett.
Der Rechner bestimmt die Ausgleichsfeuchte mit dem Sorptionsmodell nach Hailwood und Horrobin, wie es das US-amerikanische Wood Handbook verwendet. Die differentiellen Quellmaße je Holzart sind Mittelwerte aus Fachliteratur und Angaben der Holzforschung Austria. Die Ausführung von Parkettarbeiten regelt DIN 18356 (bei DIN Media).
So rechnet der Rechner
- Ausgleichsfeuchte für Winter- und Sommerklima. Richtwerte zur Orientierung: 20 °C und 65 % relative Luftfeuchte ergeben rund 12 % Holzfeuchte, 20 °C und 30 % nur rund 6 %.
- Maßänderung = Breite × differentielles Quellmaß × Änderung der Holzfeuchte. Das Quellmaß gibt an, um wie viel Prozent sich das Holz je Prozent Holzfeuchte quer zur Faser verändert.
- Jahrringlage: Stehende Jahrringe (Rift) arbeiten radial und damit am wenigsten, liegende (Flader) tangential und am stärksten. „Gemischt“ nimmt den Mittelwert.
- Mit Verlegefeuchte: Der Rechner trennt das Schwinden bis zum Winter, also die Fugenbreite, vom Quellen bis zum Sommer, also den nötigen Bewegungsraum.
Fugen im Winter: normal oder Mangel?
Das Raumklima entscheidet
Im Winter sinkt die Luftfeuchte in beheizten Räumen oft unter 35 %, bei Fußbodenheizung und Lüftungsanlagen ohne Befeuchtung auch unter 30 %. Das Holz trocknet dann um mehrere Prozentpunkte aus. Ein 70 mm breiter Eichenstab schwindet bei fünf Prozentpunkten Feuchteverlust um knapp einen Millimeter – genug für eine deutlich sichtbare Fuge. Werte unter 30 % relativer Luftfeuchte gelten für Holzfußböden als kritisch.
Seitenverleimung und schwimmende Verlegung
Ist der Boden seitenverleimt – durch Lack, Öl oder Klebstoff in den Fugen – oder schwimmend verlegt, bewegt sich nicht der einzelne Stab, sondern die ganze Fläche. Dann summiert sich die Bewegung über die Raumbreite und kann mehrere Zentimeter erreichen. Genau dafür braucht es ausreichend breite Randfugen. Bleibt die Fläche im Winter zusammen, öffnet sich statt vieler kleiner Fugen oft eine einzelne große, oder es entstehen Risse.
Mehrschichtparkett arbeitet weniger
Bei Mehrschichtparkett sperren die Lagen sich gegenseitig ab. Die Bewegung ist deutlich geringer als bei Massivholz. Der Rechner gilt für Massivholz und liefert für Mehrschichtparkett eine obere Abschätzung. Für die Randfuge sind die Herstellerangaben maßgebend.
Häufige Fragen zu Holzfeuchte und Fugen
Welche Holzfeuchte soll Parkett bei der Verlegung haben?
Die Holzfeuchte soll der Ausgleichsfeuchte im späteren Nutzungsklima möglichst nahekommen. Für beheizte Wohnräume liegt sie typischerweise im Bereich um 9 %. Der Rechner zeigt, zu welchen Werten das erwartete Klima führt. Maßgebend sind die Angaben in DIN 18356 und die Herstellerangaben.
Welche Fugenbreiten sind hinzunehmen?
Saisonale Fugen sind bei Holzfußböden nicht vermeidbar. In der Sachverständigenpraxis werden je nach Elementbreite unterschiedliche Fugenbreiten als üblich angesehen – bei Dielen mehr als bei Stab- oder Mosaikparkett. Entscheidend sind Ursache und Raumklima, nicht allein das Fugenmaß.
Warum reagiert Buche stärker als Eiche?
Buche hat ein deutlich höheres tangentiales Quellmaß und nimmt Feuchte schneller auf. Bei gleichem Klimawechsel bewegt sie sich stärker und schneller. Für Räume mit stark schwankendem Klima sind Holzarten mit geringem Quellmaß und stehenden Jahrringen die sicherere Wahl.
Wie wirkt sich Fußbodenheizung aus?
Die Wärme trocknet das Holz von unten zusätzlich aus. Die Ausgleichsfeuchte des Holzes liegt dann unter der, die sich aus dem Raumklima allein ergibt. Deshalb empfehlen sich auf Fußbodenheizung schmale Elemente, Holzarten mit geringem Quellmaß und eine Luftbefeuchtung im Winter.
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