Nach der Insolvenz des Ulmer Holzverarbeiters Mocopinus übernimmt die Bremerhavener Cordes Gruppe nun auch die wesentlichen Produktionsanlagen der Werke Ammelshain und Karlsruhe. Für Zimmerer, Fachhändler und Architekten heißt das: Die bekannten Fassadenprofile und Farbkonzepte werden fortgeführt.

Die Cordes Gruppe baut ihr Engagement rund um die insolvente Mocopinus GmbH & Co. KG weiter aus. Wie das Unternehmen mitteilt, hat es die wesentlichen Produktionsanlagen der ehemaligen Mocopinus-Standorte Ammelshain und Karlsruhe erworben. Die Kaufverträge wurden in der vergangenen Woche unterzeichnet.
Hintergrund: Das Ende eines Traditionsunternehmens
Der Schritt ist die Fortsetzung einer Übernahme in mehreren Etappen. Das auf Holzveredelung spezialisierte Traditionsunternehmen Mocopinus aus Ulm hatte im Dezember 2025 Insolvenz angemeldet. Es folgte ein Sanierungsprogramm in Eigenverwaltung – am Ende ohne Erfolg: Ein Investor für den Geschäftsbetrieb fand sich nicht. Von der Schließung waren rund 270 Mitarbeiter betroffen. Davon 180 im Werk Karlsruhe, 60 in Ammelshain und 30 in der Ulmer Verwaltung.
Bereits rückwirkend zum 1. Januar 2026 hatte die Cordes Holding die Tochtergesellschaft Lignum-Finish in Aitrach sowie die Markenrechte von Mocopinus übernommen. Die elf Mitarbeiter von Lignum-Finish werden weiterbeschäftigt, Geschäftsführer Klaus Kerler bleibt im Amt.
Kapazitäten wachsen an vier Standorten
Mit dem Kauf der Produktionsanlagen will Cordes die eigenen Kapazitäten ausbauen und das übernommene Produktportfolio in die bestehende Struktur integrieren. "Durch die Übernahme des wesentlichen Produktportfolios konnten wir bereits eine Vielzahl ehemaliger Mocopinus-Kunden überzeugen, zukünftig mit der Cordes Gruppe in gewohnter Produkt- und Servicequalität zu arbeiten", erklärt die Geschäftsführung. Man profitiere zudem von wertvollem Know-how und könne zusätzliche Mengen effizient verarbeiten.
Für die Praxis relevant: Die Konzern-Tochter Osmo hat die wichtigsten Mocopinus-Farbtöne nachgestellt und ins eigene Sortiment aufgenommen. Zusammen mit der Übernahme von Lignum-Finish und erweiterten Lackierkapazitäten bei Osmo in Warendorf, Holz Henkel in Göttingen und Cordes in Bremerhaven – perspektivisch auch bei Krages in Hamburg – sollen die farbigen Fassadenprofile von Mocopinus in gewohnter Qualität weiterlaufen.
Was das für Betriebe und Planer bedeutet
Architekten, Fachhändler und Verarbeiter können damit bestehende Projekte fortführen. Sie können weiterhin auf die etablierten Oberflächen- und Farbkonzepte zugreifen – ein wichtiges Signal für alle, die Mocopinus-Profile bereits verbaut haben oder in laufenden Ausschreibungen eingeplant hatten.
Die Cordes Gruppe zählt mit 22 Standorten und über 3.200 Mitarbeitern zu den führenden Unternehmen der Holzindustrie. Sie verfügt über eine der modernsten Holzverarbeitungsstrukturen Europas. Im Bereich Hobelware und Farbbeschichtung ist die Gruppe mit Cordes (Bremerhaven), Krages (Hamburg), Holz Henkel (Göttingen), Osmo (Warendorf) und Rettenmeier (Wilburgstetten) vertreten.