Resteindrücke in elastischen Bodenbelägen entstehen oft schon während der Verlegung – die Anwendungstechnik zeigt typische Ursachen auf und gibt praxisnahe Hinweise zur sicheren Vermeidung.

Resteindrücke sind sichtbare Vertiefungen im elastischen Bodenbelag, die nach dem Entfernen einer Belastung nicht oder nur unzureichend zurückgehen. Man unterscheidet
- Eindrücke während der Verlegung und
- Resteindrücke während der Nutzung.
Zunächst geht es um die Ursachen, Wirkung und sichere Vermeidung von Eindrücken während der Verlegung. Der erste Teil (Ausgabe 5/2026, Seite 42) beschäftigte sich mit
- Unebenheiten im Untergrund und
- mangelhafter Untergrundvorbereitung.
Der zweite Teil behandelt folgende Aspekte.
Klebstoffmenge und Auswahl der Zahnleiste
Die richtige Klebstoffmenge hängt von
- der Saugfähigkeit und Struktur des Untergrunds,
- der Art und Rückseite des elastischen Belags,
- der verwendeten Klebstoffart und
- der gewählten Spachtelzahnung
ab. Die TKB (Technische Kommission Bauklebstoffe) hat im TKB-Merkblatt 6 umfangreiche Untersuchungen zur Klebstoffauftragsmenge bei verschiedenen Zahnleisten durchgeführt. Wesentliche Erkenntnisse: Spachtelzahnungen unterschiedlicher Hersteller führen zu unterschiedlichen Klebstoffmengen, obwohl sie nominal gleich bezeichnet sind.
- Ursache sind Fertigungstoleranzen und die Abnutzung der Stanzwerkzeuge.
- Auch der Winkel, in dem die Spachtel gehalten wird, beeinflusst die Menge – mit Verbrauchsschwankungen von etwa ± 15 %.
- Zusätzlich nutzt sich die Zahnleiste im Gebrauch ab. Ältere Spachteln fördern ebenfalls eine zu hohe Klebstoffabgabe.
Empfehlung aus der Praxis
- Produktdatenblätter des Belags- und Klebstoffherstellers beachten,
- Empfehlungen zur TKB-Zahnung einhalten,
- Spachtelzahnungen regelmäßig wechseln,
- Grundsatz: so viel Klebstoff wie nötig, so wenig wie möglich.
Resteindrücke: Einfluss der Saugfähigkeit des Untergrundes
Die Saugfähigkeit des Untergrundes beeinflusst die erforderliche Klebstoffmenge, die Ablüftezeit und das Trocknungsverhalten. Zwei Grundsätze sind zu beachten:
- glatte oder nicht saugende Untergründe
- geringe Klebstoffmenge, - stark saugende, raue Untergründe
- Mehrverbräuche von bis zu 15 %.
Ziel ist stets ein gleichmäßig saugender Untergrund, damit das Klebstoffbett homogen abbindet und nicht stellenweise weich bleibt.
Resteindrücke: Klimatische Bedingungen und Ablüftezeit
Die Ablüftezeit des Klebstoffs ist ein kritischer Parameter. Sie steht in engem Zusammenhang mit Temperatur (Luft und Untergrund), Luftfeuchtigkeit, Saugfähigkeit des Untergrunds und Klebstoffart.
Einige typische Fehler:
- Zu hohe Temperaturen und zu niedrige Luftfeuchtigkeit
- der Klebstoff trocknet zu schnell an, es entstehen trockene Klebstoffriefen. - Zu lange Ablüftezeiten
- die Klebstoffriefen „verfilmen“ oder trocknen ab, der Belag wird nicht mehr ausreichend benetzt. - Zu frühes Einlegen
- der Klebstoff ist noch zu nass, der Belag „schwimmt“, Eindrücke durch Knien und Werkzeuge werden förmlich „eingepresst“.
Die Folge
Bei Punkt- oder Walkbelastungen werden abgetrocknete Klebstoffriefen später verdrückt. Es kommt zu sichtbaren Resteindrücken. Da Dispersionsklebstoffe keine nennenswerten Rückstellkräfte aufweisen, sind diese Eindrücke nicht reversibel.
Zu frühe mechanische Belastung
Unmittelbar nach dem Einlegen des Belags wird die Fläche betreten, vollflächig belastet oder mit Werkzeugen, Wagen oder Knien punktuell beansprucht. Solange der Klebstoff noch weich ist, werden solche Belastungen „konserviert“. Gerade bei dicken Klebstoffbetten oder auf nicht saugenden Untergründen können diese Eindrücke dauerhaft sichtbar bleiben. Empfehlung:
- Einlegezeitpunkt und Begehbarkeit entsprechend den Herstellervorgaben einhalten.
- Punktuelle Belastungen direkt nach der Verlegung vermeiden.
- Wo nötig: Schutzbeläge (z.B. Platten, Bahnen) auslegen, bevor schwere Lasten eingebracht werden.

Der dritte Teil des Beitrags „Resteindrücke bei elastischen Bodenbelägen“ in Ausgabe 8/2026 behandelt
- Ursachen,
- Wirkung und
- sichere Vermeidung
von Resteindrücken während der Nutzung.
Die Rubrik „Das sagt die Anwendungstechnik“ erscheint in Zusammenarbeit mit der Uzin Utz SE und liefert Tipps, Tricks und Know-how für den Fußbodenprofi.