Falschaussagen in Publikumspresse

Falschaussagen in Publikumspresse

In der Buchpresse sind zurzeit Veröffentlichungen über Wohnen in. Unter anderem wird auch über Fußböden geschrieben, welche Arten es gibt und welche Eigenschaften sie haben. Meist sind es Übersetzungen aus dem englischen Raum. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn da nicht die haarsträubendsten Dinge wären, die dem Leser aufgetischt werden. Ob es sich dabei um Übersetzungsfehler handelt oder der Text schon von vornherein falsch war, ist nicht relevant.

Viel wichtiger ist, dass die Leser nun ins Fachgeschäft kommen und einen Belag unter falschen Voraussetzungen verlangen: Entweder ist der Bodenbelag völlig ungeeignet für den vorgesehenen Zweck oder man mutet ihm Dinge zu, die er von Haus aus gar nicht leisten kann.

Da wird zum Beispiel in einem Buch („Schön und natürlich wohnen“, Kaleidoskop Buch, Aufl. 2006) über Linoleum geschrieben, woraus es besteht und dass es in zahlreichen Farben, Mustern und „Texturen“ erhältlich ist:

„Ein glänzender Linoleumboden in gebrochenen Weiß verleiht jedem hellen Raum einen urtümlichen Charakter ... Linoleum ist antistatisch“ – jetzt kommt’s: „... resistent gegen Brandflecken und gegen Chemikalien. Es fault auch nicht auf einem feuchten Boden ...“!

Mit solchem „Wissen“ ausgestattet steht der Kunde vor dem Verkäufer – es braucht viel Überzeugungskraft, ihn von solchem Unsinn wieder zu befreien. Und wenn das Kind dann mal in den Brunnen gefallen ist, ist niemand zu fassen.

Dazu dient der Hinweis: „Für etwaige fehlerhafte Angaben können Autoren, Verlag und Verlagsmitarbeiter keinerlei Verpflichtung und Haftung übernehmen!“ – Schade!