Ursachenforschung Wie entstehen Rissbildungen? Wenn die Estrichmasse schrumpft

Wenn die Estrichmasse schrumpft

Da Rissbildungen in der Regel durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren entstehen, ist die Ermittlung der rissauslösenden Ursachen in der Praxis äußerst schwierig. Die Ursachen von Rissbildungen sind vielschichtig. Insbesondere führen Zugspannungen im Estrich zu Rissbildungen. Diese entstehen durch Schwindprozesse.

Schwinden meint die Volumenänderung (Verkürzung), die durch die Austrocknung des Estrichs entsteht. Die Austrocknung beginnt an die Estrichoberfläche und setzt sich nach innen (zur Unterseite) fort. Der Schwindprozess, der durch die Reaktion aus Zement und Wasser entsteht (chemisches Schwinden), stellt eine nebensächliche Ursache dar.

Ein weiterer Schwindprozess entsteht durch den Wasserentzug beim frischen, verformbaren Estrich. Dieser Schwindprozess wird als Frühschwinden bezeichnet. Er kann durch eine fachgerechte Nachbehandlung weitgehend gesteuert werden. Dies gelingt z.B. indem man Zugluft oder zu hohe Temperaturen unmittelbar nach der Estrichverlegung vermeidet. Das Frühschwinden tritt vorrangig bei schwimmend verlegten Estrichen und Estrichen auf Trennlage auf, die keinen festen Verbund zum Untergrund haben.

Bei Verbundestrichen erscheinen diese Symptome bei ungleichem Verbund zum Untergrund (Hohlstellen), da hierbei ungleichmäßige Spannungen auftreten. Ein weiterer Schwindprozess entsteht bei dem Austrocknen in der Folgezeit (Monate oder Jahre) im gesamten Estrichquerschnitt und wird als Trocknungsschwinden bezeichnet.