Risse in Estrichen - Hier sind 9 häufige Ursachen"> Risse in Estrichen Hier sind 9 häufige Ursachen

1 Zu hohes und/oder ungleichmäßiges Anfangsschwinden, besonders bei Zementestrichen. Das liegt meistens an einer ungünstigen Estrichrezeptur (Zuschläge mit zu viel Feinkornanteil, zu hohem Wasser-/Bindemittel-Wert) und/oder mangelhafter Nachbehandlung.

2 Bei fehlender Nachbehandlung besonders im Frühstadium des erhärtenden Estrichs kommt es zu einem zu intensiven Austrocknen der oberen Zone und damit zu einem starken Schwinden des Estrichs. Die untere Zone des Estrichs trocknet nicht so rasch ab, schwindet weniger und erreicht ihre normale Festigkeit. Wenn die Schwind-Zugspannungen zwischen der oberen und der unteren Zone die noch nicht voll entwickelte Zugfestigkeit des erhärtenden Estrichs erreichen, entstehen Risse in der oberen Estrichzone.

3 Wenn bei fehlender Nachbehandlung der Wasserentzug in der Erhärtungsphase zu hoch ist und damit das für das Abbinden erforderliche Anmachwasser nicht mehr in der erforderlichen Menge vorhanden ist, wird in der oberen Zone die erforderliche Endfestigkeit nicht erreicht und es kommt zur Rissbildung. Bei Zementestrich ist deshalb mindestens sieben Tage, bei Calciumsulfatestrich mindestens zwei Tage Durchzug sowie intensive Sonneneinstrahlung zu  vermeiden.

4 Ist die Rissbildung nur auf Teilflächen begrenzt, liegen spezielle Herstellungsfehler vor (ungleiche Mörtelmischungen) sowie Fehler beim Mischen und/oder beim Transport.

5 Risse entstehen bei Estrichen auf Trenn- und Dämmschicht, wenn das Formänderungsverhalten dieser Estriche durch mangelhafte oder fehlende Randfugen oder durch Pfeiler, Mauervorsprünge, Nischen oder andere ungünstige Grundrissformen behindert wird.

6 Risse entstehen durch ungenügende und stark schwankende Estrichdicken und Estrichfestigkeiten sowie bei ungleichmäßiger und zu hoher Belastung. Deshalb soll beispielsweise die Belastung durch Gerüste und Baumatetrial bei Zementestrichen erst sieben Tage nach dem Einbau und bei Calciumsulfatestrichen fünf Tage nach dem Einbau erfolgen.

7 Über Bewegungsfugen im Untergrund müssen im darüberliegenden Estrich gleichverlaufende Fugen ausgebildet werden. Verlaufen diese Bewegungsfugen im Untergrund und im Estrich nicht deckungsgleich, werden sich unregelmäßige Risse im Estrich bilden.

8 Zur Vermeidung von Rissbildungen sind Scheinfugen, Bewegungsfugen und Randfugen fachgerecht auszuführen (Hier ist der Fugenplan unbedingt zu beachten!).

9 Durch ein zu frühes Verharzen der Scheinfugen und Risse vor dem Erreichen der Belegreife führt das Restschwinden des Estrichs zu einer erneuten Rissbildung, häufig unmittelbar neben den verharzten Scheinfugen und verharzten Rissen.