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100 Kubikzentimeter Benzin ergeben 2.000 Liter explosionsfähiges Benzindampf-Luftgemisch! 100 Kubikzentimeter sind 1/10 Liter, entsprechen also etwa einem Probiergläschen Wein. Diese Menge Benzin oder ähnlich reagierende Lösemittel werden schnell mal zum Entfernen von Klebstoffflecken, bei Renovierungsarbeiten zum Ablösen von hartnäckigen Klebstoffresten oder sonstwie eingesetzt.
Dann sollte der Bodenleger mit der Möglichkeit des Verpuffens dieses Lösemittel-Luftgemisches rechnen; mit Folgen, die breits unermesslichen Schaden angerichtet und manchen Kollegen das Leben gekostet haben. Dies besonders, als noch ungestraft lösemittelhaltige Klebstoffe verwendet werden durften, die nach dem Aufstreichen und Abdunsten des Klebers ein ebensolchens Gemisch bildeten. Um das Gemisch zur Explosion zu bringen, bedarf es nur eines geringfügigen Auslösers. Jedem sollte klar sein, dass bei derartigen Arbeiten kein offenes Feuer brennen darf, bereits restliche Glut im Ofen kann zur Entzündung führen. Selbstverständlich darf nicht geraucht werden.
Grundsätzlich sind auch kleinste Funken, wie sie beim Betätigen von Schaltern entstehen, zu vermeiden: Die Hauptsicherung ist abzuschalten, Nachtspeicheröfen müssen drei Tage vorher abgestellt werden, ebenso alle Kühlschränke, Gefriertruhen, Haustürklingeln und Sprechanlagen in Mehrfamilienhäusern. Alle Telefone sollten außer Betrieb gesetzt werden, am besten gleich die Post benachrichtigen, die die Verbindungen solange stilllegt.
Die Frage ist, ob man sich das alles nicht erspart und auf die Verwendung derartig reagierender Lösemittel überhaupt verzichtet.