Poriosität
Porosität und Rauigkeit der Oberfläche des Untergrundes werden in der VOB/C, DIN 18365-3, „Ausführung“, besonders erwähnt: Der Auftragnehmer hat bei seiner Prüfung Bedenken insbesondere geltend zu machen bei … zu poröser oder rauer Oberfläche des Untergrundes. Derartige Oberflächen entstehen unter anderem bei der Estrichherstellung, wenn die Estrichoberfläche nur abgerieben und nicht oder nur ungenügend geglättet wurde. Sie entspricht damit nicht der ordnungsgemäßen Beschaffenheit, die für die Verlegung notwendig ist, und infolgedessen durch eine Spachtelung in den erforderlichen Zustand zu versetzen ist. Dies ist eine zusätzliche, zu vergütende Leistung des Bodenlegers. Hierzu sollte man wissen, dass eine starke Porosität der Estrichoberfläche dazu führt, dass das Anmachwasser von Vorstrichen und vor allem das von Klebstoffen über Gebühr schnell vom Estrich aufgesogen wird. Dadurch wird das ordnungsgemäße Abbinden gestört, das besonders bei wasserbasierten Werkstoffen (wie Dispersionsvorstrichen und Dispersionsklebstoffen) wichtig ist. Die Spachtelung stellt neben der Ebenheit des Untergrundes auch die richtige, definierte Saugfähigkeit dar. Die Saugfähigkeit eines Estrichs kann durch die Wassertropfenmethode geprüft werden: Verschwindet aufgetropftes Wasser sehr schnell, ist der Estrich saugfähig, wobei eine hohe Porosität auch die Saugfähigkeit steigert. Bleibt das Wasser dagegen an der Oberfläche stehen, so fehlt die notwendige Saugfähigkeit, was z.B. bei Calciumsulfatestrichen mit der Anreicherung des Fließmittels an der Oberfläche zu tun haben kann. Die dann vorliegende Schicht (Schale) – ohne die Wassertropfenprobe nur schwer erkennbar – muss entfernt werden.