Feuchtigkeitsprüfung

Feuchtigkeitsprüfung

Wissenswertes zur Feuchtigkeitsprüfung: Bei der Prüfung einer Estrichprobe nach der CM-Methode wird das Kapillarwasser, die im Estrich freibefindliche und überschüssig enthaltene Wassermenge erfasst und am Manometer angezeigt. Die gesamte Messung sollte vom Verschließen des CM-Gerätes (nach Einfüllen der Probe, der Kugeln und der Prüfampulle) bis zum Ablesen des Wertes am Manometer nicht länger als zehn Minuten dauern. Weiteres Abwarten beeinflusst das Messergebnis, weil nun auch chemisch festgebundenes Wasser einen weiteren Druckanstieg verursachen kann, was besonders bei calciumsurfatgebundenen Estrichen der Fall ist.

Bei der Trocknung einer Zementestrichprobe nach der Darrmethode (bei 105Grad Celsius) wird das genannte Kapillarwasser und außerdem das physikalisch gebundene, unter normalen Umständen nicht austrocknende Wasser ermittelt. Das Gleiche gilt für die Ermittlung des Wassergehaltes eines Calciumsulfatestrichs, dessen Prüfung nach der Darrmethode bei 40Grad Celsius erfolgt.

Die Differenz zwischen der Darrmethode und der CM-Methode beträgt bei einem Zementestrich ewa 1,2 bis 2,0 Masse-Prozent, bei einem Calciumsulfatestrich entsprechend weniger – alles immer abhängig von der Höhe des Feuchtigkeitsgehaltes.

Schallschutzprobleme sind an der Tagesordnung. Die Anfrage eines Bauherren bei der Redaktion bezog sich auf das Schallverhalten von Zementestrich und Anhydritestrich (Calciumsulfatestrich). Er schreibt, dass in seinem Bauvorhaben statt des ausgeschriebenen Zementestrichs ein Anhydritestrich verwendet wurde. Erglaube, dass die in dem Dreifamilienhaus auftretenden Schallschutzprobleme – man höre beispielsweise Unterhaltung aus der oberen Wohnung – auf den verlegten Anhydritestrich zurückzuführen seien. Wir haben geantwortet: Bezüglich der Schalldämmung unterscheiden sich Anhydritestriche von Zementestrichen nicht oder nur unwesentlich. Bei Einbau dieser Estriche kommt es in erster Linie auf deren Dicke und diebei schwimmenden Estrichen verwendeten Dämmstoffe an. Notwendig ist jedoch immer die völlige Trennung der Estriche von den Wänden, umSchallbrücken zu vermeiden. Hören Sie Unterhaltung aus der oberen Wohnung, handelt es sich um Luftschall, der meist über die Wände übertragen wird. Luftschall sollte bereits bei seiner Entstehung verhindert werden: Verbesserungen erreicht man durch Möblierung, Vorhänge – vor allem durch Teppiche/Teppichböden, die außer dem Trittschall auch den Luftschall erheblich dämpfen oder erst gar nicht entstehen lassen.

Schallschutz ist ein sehr komplexes Gebiet. Dazu gehören genaue Messungen. Um festzustellen, obdie gesetzlich vorgeschriebenen Werte eingehalten werden, ist zweckmäßigerweise ein Akustiker einzuschalten.

Nadelvliesbeläge sind in den vergangenen Jahren wegen Fugenbildungen zwischen den verlegten Bahnen vermehrt ins Blickfeld geraten. Man hat lange über die Gründe gerätselt. Ob es am Belag liegt, an neuen Klebstoffen oder einfach an der immer schneller werdenden Verlegeweise – eindeutig ist bis heute nichts geklärt. Man weiß, dass Nadelvliesbeläge – insbesondere solche mit einer Nutzschicht aus 100 Prozent Polyamid – allein in der Faser bis zu 0,7 Prozent Wasser aufnehmen und sich die Beläge dann ausdehnen und sogenannte Stippnähte zeigen. Ist es dagegen trocken, wie bei warmer Heizungsluft im Winter (mehr als 50 Prozent Luftfeuchte), ziehen sich die Bahnen quer zur Naht zusammen und bilden Fugen. Diese Bewegungen finden unabhängig von der Klebstoffart statt. Kleber mit hoher Scherfestigkeit, mit harter Klebstofffuge sollen sich nach den Beobachtungen besser verhalten. Wie auch immer – man hat festgestellt, dass auch der Nahtschnitt eine Rolle spielt und sich dadurch zumindest kleine Stauchungen oder geringfügige Fugenbildungen auschließen lässt. Und zwar werden die Produktionskanten der Nadelvliesbahnen nicht wie üblich übereinandergelegt und doppelt (in einem Zug) durchschnitten, sondern jede Bahnenkante für sich. Es wird mit einem Zweimeterlineal gearbeitet (auf der Rückseite als Rutschbremse mit Schleifpapier beklebt), das auf die Bahnenkante gelegt wird. Nun wird mit dem sogenannten Unterschnitt (im „negativen Sturz“) die Bahnenkante zirka zwei Zentimeter breit beschnitten. Die Masserhaltung beträgt zirka 30 Grad. In gleicher Art wird die Kante der danebenliegenden Bahn beschnitten. Auf diese Weise stauchen nach dem Verlegen die oberen Bahnenkanten sehr eng zusammen und es entsteht eine dicht geschlossene Naht. Interessanterweise bilden sich bei geringfügigen Bewegungen weder Stauchungen noch erkennbare Fugen. Man könnte das Ganze bei der nächsten Verlegung ausprobieren. Im Übrigen ist diese Art des Nahtschnitts nichts Neues: Bei Linoleumbahnen praktiziert man sie schon seit 60 Jahren – und mit Erfolg!