Nachgefragt bei IBF-Leiter Oliver Erning
bwd Herr Erning, sind Sie sauer auf die TKB?
Erning Nein. Aber ich ärgere mich, wenn in einem Gremium, das in der Branche stark wahrgenommen wird, die These aufgestellt wird, die CM-Messung sei nach Einführung der CEM-II-Zemente überholt, ohne dass dafür Belege in Form von Messergebnissen, wie wir sie hier am IBF ermittelt haben, vorgelegt werden.
bwd Wer ist der Leidtragende der Verunsicherung?
Erning Natürlich der Handwerker auf der Baustelle. Da hört er irgendwas von Bohrlochmessung und Luftfeuchte, ohne dass ihm exakte Vorgaben für die Durchführung und Grenzwerte für die Belegreife an die Hand gegeben würden.
bwd Apropos Grenzwerte: Die CM-Messung und die dafür vom IBF, namentlich Werner Schnell, ermittelten Grenzwerte bleiben also unantastbar?
Erning Klar ist, dass ich mit meinen herkömmlichen Grenzwerten bei Schnellestrichsystemen nicht weiterkomme. Da bin ich auf die schriftlichen Angaben des Herstellers zur Belegreife angewiesen. Bei seriösen Anbietern funktioniert das auch. Ansonsten ist die CM-Messung das, was den Handwerker mit einem auf der Baustelle realistischen Aufwand vernünftige Aussagen über die Belegreife eines Estrichs treffen lässt.
bwd Schaut man sich die Teilnehmer des Workshops an, wird man das Gefühl nicht los, dass solche Informationsangebote immer die annehmen, die sich ohnehin schon gut auskennen ...
Erning Und die, die es am nötigsten hätten, kommen nicht? So ist es. Aber was wollen Sie dagegen machen? Das IBF wiederholt wegen der positiven Resonanz am 25. November 2009 den Workshop „Feuchtemessung“. Ich möchte auch mal darauf hinweisen, dass der BEB in Deutschland vorangeht, was die technische Information und Qualität betrifft. Sonst würde ja gar nichts geschehen.
