Mit neuer Zielgruppe und einem Fokus auf die Tücken der Untergrundvorbereitung hat sich zur Domotex 2008 das von bwd und Deutsche Messe AG veranstaltete Forum Handwerk dem treuen Fachpublikum präsentiert. Fazit: Wenn Experten wie Norbert Strehle, Oliver Erning und Jörg Baumann aus dem Nähkästchen plaudern, wird der Platz vor der Bühne schnell knapp.
In der Tiefe lauern Gefahren und die Fußbodenheizung
Warum das so ist, erklärt auf Nachfrage Norbert Strehle. Als Obermeister der Bezirksinnung Parkett und Fußbodentechnik Mittelrhein-Mosel, einer der bekanntesten Sachverständigen der Branche und etatmäßiger Moderator für das Forum Handwerk, hat der Mann aus dem Koblenzer Institut für Fußbodentechnik längst kein Fachchinesisch mehr nötig, um seine Kompetenz zu dokumentieren. Er sagt: „Nur wer selbst verstanden hat, worum es geht, kann andere überzeugen.“ Deshalb führt er in klaren, unmissverständlichen Worten durch das von ihm selbst als Alternative für den Vortrag des kurzfristig erkrankten Prof. Dr. Andreas Rapp ins Leben gerufene Forum Fußbodenheizung.
Geht es um dieses Thema, prallen mit Bodenleger und Heizungsbauer bisweilen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander – laut Strehle ein Kommunikationsproblem: „Wird er auf die Notwendigkeit des Belegreifheizens angesprochen, reagiert der Heizungsbauer nicht selten, als wolle ihm ein Fachfremder die Qualität seiner Arbeit madig machen. Er meint, der Bodenleger misstraue der Funktionstüchtigkeit seiner Heizung.“ Dabei habe der das Austrocknen des Estrichs im Sinn, wenn er für den Arbeitsschritt ein entsprechendes Protokoll anfordert; schließlich hängt davon ganz wesentlich der Erfolg seines Gewerks ab.
Bitte nicht schludern!
Nicht minder wichtig ist für das Gelingen der verschiedenen Bodeneinsätze, was Diplom-Physiker Oliver Erning, wie die anderen Referenten ö.b.u.v. Sachverständiger und dazu Leiter des Instituts für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) in Troisdorf, über den richtigen Umgang mit diversen Untergründen berichtet. Denn auch hier gilt: Das Parkett kann noch so filigran verarbeitet, das Steinzeug präzise eingepasst sein; wenn beim Beurteilen und Prüfen des Verlegeuntergrunds geschludert wurde, ist oftmals alles nichts wert.
Die drohenden Folgen hat Jürgen Schütterle, Raumausstattermeister und Geschäftsführer der Boden Plus KG in Kehl-Sundheim sowie nach eigenen Angaben Stammzuhörer am Forum Handwerk, verinnerlicht: „Da geht es um die Existenz.“ Als neuralgische Punkte hat der Forumfan völlig zu Recht Feuchtigkeitsschäden bei Heizestrichen und das Prüfprozedere für die jeweilige Oberfläche ausgemacht.
Sachverständige haben genug zu tun
Wie hat sich in der jüngeren Vergangenheit der Wissensstand auf der Baustelle entwickelt? „Nicht grundlos haben die Sachverständigen so viel zu tun“, sagt Karsten Krause, Bundesfachgruppenleiter Bodenleger des ZVPF und erklärter Befürworter regelmäßiger Aus- und Weiterbildung. Deshalb seien Informationen zu Verlege- und Verarbeitungstechnik eine optimale Ergänzung zum Messeangebot. Die gibt es auch von Jörg Baumann, Ingenieur, Malermeister und Fachgruppenleiter Bodenleger in der von Strehle geführten Innung Mittelrhein-Mosel. Und das ist eine Premiere: Denn der erfolgreiche Handwerksunternehmer wendet sich explizit an die Bodenlegenden Maler.