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Die Udo-Herrmann-Kolumne Wiedersehen macht Freude

Exklusiv in bwd stellt Udo Herrmann in seiner Kolumne ­Bausteine aus dem "Erfolgskonzept für Handwerker" vor. Heute erfahren Sie, wie Sie Maschinen und Werkzeuge ohne nachträglichen Ärger verleihen können.

Es ist immer dasselbe. Jedes Mal schwöre ich mir: "Nie mehr wird eine Maschine verliehen.“ Mal sind es Freunde, mal entfernte Verwandte oder die Nachbarn. Ab und zu die eigenen Mitarbeiter, manchmal auch Stammkunden. Sie wollen ein Werkzeug oder eine Maschine ausleihen. Bei uns sind es häufig die Parkettschleifmaschine oder ein Teppichstripper. Schnell wird ein Zettel geschrieben, wer sich das Gerät ausgeborgt hat. "Bitte bringe es Ende der Woche wieder zurück. Nächste Woche brauchen wir es selbst auf einer Baustelle.“ Am Samstagnachmittag steht dann kommentarlos die verliehene Schleifmaschine vor dem Hallentor. Der Staubsack prall gefüllt, die Laufrollen unter dicken Klebstoffresten verborgen, das Kabel mehrmals durchgeschliffen. Beim Stripper sind häufig die Messer gnadenlos ramponiert, bei der Tellermaschine fehlt der Innensechskantschlüssel, beim Akkuschrauber befindet sich die Ladestation nicht mehr im Maschinenkoffer. Nun fängt das lästige Nachtelefonieren an, um die fehlenden Teile zurückzuerhalten oder um die entstandenen Reparaturkosten einzufordern. Das Kabel war schon vorher kaputt: "Das bezahle ich nicht!“ Das bekamen wir dann häufig zu hören.

Klare Regeln für Ausgabe und Rücknahme

Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder nie mehr etwas verleihen oder mit klaren Regeln und Dokumentation die Ausgabe und Rücknahme organisieren. Wir haben uns für Variante zwei entschieden, weil manchmal aus dem Verleihgeschäft ein schöner Folgeauftrag zu verzeichnen war oder wie zum Beispiel durch den Verleih von Teppichreinigungsgeräten eine gute Kundenbindung entstanden ist. Werfen wir einen Blick in eine andere Branche: Wie wird es dort gemacht? Leiht man sich einen Mietwagen, kommt ein Formular zum Einsatz, auf dem vermerkt wird, ob irgendwelche Schrammen, Beulen oder Kratzer am Auto sind. Zusätzlich ausgehändigte Dinge wie beispielsweise ein mobiles Navi werden dort zusätzlich vermerkt und vom Mieter unterschrieben. Die Autovermieter machen es vor und für jemanden, der dort etwas leihen möchte, ist das beschriebene Verfahren selbstverständlich. Das haben wir abgeschaut und in unser Handwerk übernommen: Bei der Ausgabe von Geräten und Werkzeugen werden nun direkt die Leihkosten mitgeteilt und durch Unterschrift nachweislich vereinbar t. Außerdem wird besprochen, ob beispielsweise Zubehör wie Schleifmittel oder angebrochene Bauchemieprodukte zurückgenommen werden. Auch in diesem Punkt haben wir dazugelernt und wollen nicht mehr über die Kostenerstattung von benutztem Schleifpapier oder geöffneten Klebstoffgebinden diskutieren.

Zusatzgeschäft generieren, Kundenbindung erhöhen

Bei der Übergabe von Werkzeugen und Geräten wird gemeinsam mit dem Abholer gecheckt, ob alles funktioniert und unbeschädigt ist. Dies bestätigt der Empfänger ebenfalls mit seiner Unterschrift. Fehlt dann bei der Rückgabe etwas, wird das zusätzlich zur vereinbarten Leihgebühr abgerechnet. Auch bei Freunden oder Verwandten machen wir da keine Ausnahme mehr. Die Formulare passt man jeweils entsprechend dem Mietgerät an, so dass keine wichtigen Punkte vergessen werden. Sowohl Ausgabe als auch die Rücknahme gehen nun zügig und professionell vonstatten. Jetzt macht das Wiedersehen einer Verleihmaschine richtig Freude und bringt ohne Ärger zusätzlich Euros in die Kasse.

Für heute grüßt Sie herzlich

Udo Herrmann

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