Im Fokus der heutigen bwd Fachinfo steht die OSB-Platte. Was genau ist das und was kann sie?
Der Begriff OSB steht für „oriented strand boards“, was man mit gerichtete Grobspanplatten übersetzen könnte. Man versteht darunter Holzwerkstoffplatten, die vornehmlich aus parallel zur Ebene der Plattenoberfläche liegende Langspäne angeordnet sind. Sie werden vorzugsweise aus Durchforstungshölzern geringeren Wertes, speziell der Holzart Kiefer, gefertigt, die nach der Bearbeitung und Zerkleinerung der Späne zu einer flachen Platte miteinander verpresst werden. Die Langspäne haben bestimmte Abmessungen und sind in der Regel etwa 0,6 bis 1,2 mm dick, 75 bis 200 mm lang und circa 20 bis 40 mm breit. Üblicherweise ordnet man die Strands in drei Schichten kreuzweise an, in dem man sie in einer kontinuierlich arbeitenden Pressanlage gerichtet auf das Band streut, mit Leim vermengt und zu langen Strängen verpresst. Vorteil der vielfältigen und in seinen Eigenschaften veränderlichen OSB-Platten gegenüber den Spanplatten ist ihre definitiv geringere Leimmenge.
Gute Biegfestigkeit
Vorteilhaft ist auch, dass die Biegefestigkeit in der Regel über der einer Spanlatte liegt. Weiterhin ist die Biegefestigkeit in Längsrichtung der Platten deutlich höher als in Querrichtung. Die Festigkeit und die guten mechanischen Eigenschaften werden durch den hohen Überlappungsgrad der Langspäne bewirkt. OSB-Platten finden im Fußbodenbereich in Unterkonstruktionen, bisweilen auch als Nutzböden, Anwendung.
Achtung beim Verschrauben
Verschraubt man OSB-Platten auf Unterkonstruktionen, sind ganz spezielle Schrauben von Vorteil, bei denen die Fräsrippen so angeordnet sind, dass sie für eine dauerhaft feste Verbindung zum Lagerholz sorgen und auf diese Weise weitestgehend im Laufe der Zeit einstellende Knarrgeräusche verhindern.
