Die Firma Aug. Wilhelm Rudolph gehört zu den ersten Parkettverlegebetrieben in Berlin. Die Geschichte begann vor genau hundert Jahren: Mit Ziehklinge, Stahlspänen und Bohnerwachs zog August Rudolph in den guten Wohnvierteln Berlins von Villa zu Villa. Als "Bohner" bot er das Abziehen, Wachsen und Bohnern von Parkettböden an.
Vom "Bohner" zum Parkettprofi
Die Geschichte des renommierten Berliner Parkettlegebetriebes Fa. Aug. Rudolph beginnt im Jahre 1910. Der spätere Firmengründer August Rudolph war als junger Radrennfahrer aus dem schlesischen Ottmachau nach Berlin gezogen. Nach einem schweren Sturz mit Schädelbruch wurde ihm das Rennradfahren untersagt. Jetzt erwerbslosgeworden, schloss er sich einem Freund an, der als „Bohner“ mit Ziehklinge, Stahlspänen und Bohnerwachs ausgerüstet in den guten Wohnvierteln Berlins von Villa zu Villa zog und das Abziehen, Wachsen und Bohnern der Parkettböden anbot.
Mitunter waren auch kleine Reparaturen auszuführen und irgendwann begannen die Parkettneuverlegungen.
Der Bedarf an „Bohnern“ und Parkettlegern war groß und so verselbstständigten sich die kleinen Betriebe als Untergruppe innerhalb des Tischlerhandwerks. Die Fachgruppe „Bohner“ wurde gegründet, deren Interessen August Wilhelm Rudolph ab 1930 als Obmann vertrat. Zunächst führte er dieses Amt in Berlin aus, dann sogar deutschlandweit.
Als im Jahr 1934 innerhalb der Tischlerinnung die Fachgruppe Parkett gegründet wurde, stand Rudolph auch ihr als Obmann vor.
Alle Söhne am Start
Trotz Inflation entwickelte sich der Parkettbetrieb kontinuierlich und es wurden weitere Mitarbeiter eingestellt. 1936 heiratete die Tochter des Chefs, Hildegard Rudolph, den Bauschlosser Max Barth aus Nowawes (Potsdam). Der Schwiegersohn sattelte um und wurde Parkettleger im Rudolph’schen Betrieb. Auch die beiden Söhne des Paares, Klaus Jürgen und Joachim Barth, traten nach ihren Schulabschlüssen in das Unternehmen ein. Nach dem Tod des älteren Sohnes Klaus Jürgen, der bei einem Tauchunfall im Jahr 1968 verunglückte, übernahm Joachim Barth die Leitung.
1995 wurde auch sein Sohn und Urenkel des Firmengründers, Thorsten Barth, Lehrling bei Aug. Wilhelm Rudolph. Joachim Barth zog sich 2006 auf seine Tätigkeit als Sachverständiger zurück.
Sein Sohn Thorsten Barth, inzwischen Parkettlegermeister, Restaurator sowie Betriebswirt und Controller im Handwerk, übernahm das Unternehmen und wandelte es in eine GmbH um. Zum 100. Geburtstag der Fa. Aug. Wilhelm Rudolph beschäftigt der Betrieb neben dem Geschäftsführer Thorsten Barth fünf Gesellen, zwei Lehrlinge und eine Bürokraft.
Stets Einsatz gezeigt
Die Fa. August Rudolph Barth steht für beste Qualität bei der Parkettverlegung und Restaurierung. Und auch über den eigenen Betrieb hinaus war das Engagement immer sehr groß. Alle Seniorchefs des Betriebes wurden bislang zu öffentlich vereidigten Sachverständigen des Parkettlegerhandwerks bestellt und vertraten darüber hinaus die Interessen des Berufsstandes als Innungsmeister. So steht Joachim Barth seit dem Jahr 2002 dem Zentralverband der Parkettinnung als Obermeister bundesweit vor und kann somit als höchster Vertreter seiner Zunft bezeichnet werden. wp