Otger ter Hürne, Holzkaufmann, Gründer und Seniorchef der Unternehmensgruppe ter Hürne ist am 21. Januar 2017 im Alter von 87 Jahren nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben.
Geboren 1929 und im März 1943 schulentlassen erlernte Otger ter Hürne in den letzten Kriegsjahren das Schreinerhandwerk. Nach Abschluss der Lehre setzte er seine Ausbildung zum Holzfachmann in Handwerksbetrieben und Möbelfabriken in Westfalen und im süddeutschen Raum fort. Im Alter von 28 Jahren übernahm er die elterliche Schreinerei in Stadtlohn. Mit seiner frühen Ausrichtung auf industriell zu fertigende Produktsortimente schaffte er eine dynamische Unternehmensentwicklung, die er 1959 mit der Gründung des Holzwerks Otger ter Hürne in Südlohn konsequent fortsetzte.
Durch das frühzeitige Erkennen sich verändernder Märkte entwickelte er Produktinnovationen, welche das Wachstum vom regionalen zum nationalen und internationalen Anbieter für hochwertige Innenausbauprodukte ermöglichte. Beginnend mit Türfuttern und Bekleidungen wurde das Unternehmen unter seiner Führung zum Marktführer für Echtholzpaneele und Vertäfelungen. Der hohe Anspruch an Qualität, die kontinuierliche Weiterentwicklung der Produktionstechnologie und die Innovationskraft des Unternehmens schafften die Grundlage für den heutigen Markennamen ter Hürne.
In den frühen 90er Jahren wurde das unternehmerische Betätigungsfeld auf den Bodenbereich ausgedehnt, in dem sich das Unternehmen zu einem Marktführer in der europäischen Parkettproduktion entwickelt hat. Getragen durch die Initiativkraft des Unternehmers ist ter Hürne heute ein europäisch führendes Industrieunternehmen der Holzbranche.
Im Mittelpunkt seiner Unternehmensphilosophie stand dabei der Dreiklang „Mensch, Maschine, Material“. Die kontinuierliche Entwicklung dieser drei Säulen verstand Otger ter Hürne als seine primäre unternehmerische Aufgabe. Mit zeitweise deutlich mehr als 300 Mitarbeitern entstand ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Münsterland. Expansion mit den Menschen aus dem eigenen Haus und Mitarbeitern frühzeitig eigenständiges, verantwortliches Tun zu ermöglichen, entsprach der Überzeugung des Unternehmers, die bis heute prägend für den Geist des Unternehmens ist. Mitte der 90er Jahre gelang der erfolgreiche Generationswechsel zu seinen Söhnen Erwin und Bernhard. Bis ins hohe Alter begleitete er die Unternehmensentwicklung in enger Verbindung.
Unternehmerisches Handeln und soziale Verpflichtung gehörten für Otger ter Hürne zusammen. Ehrenamtliches Engagement in sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gremien und Verbänden kennzeichneten seinen Lebensweg. Vorsitzender des SC Südlohn 28, langjähriges Mitglied des IHK-Regionalausschusses, Gründungsstifter der Südlohner Bürgerstiftung sind Beispiele seines Engagements.
Als Naturfreund widmete er sich darüber hinaus bis zuletzt dem Waidwerk und seinen landwirtschaftlichen Interessen und fühlte sich in seiner münsterländischen Heimat im Kreise seiner Familie, Mitarbeiter und Freunde am wohlsten. Familiensinn, Menschlichkeit und Lebensfreude standen bis zum Schluss im Zentrum seines Lebens.
