Es gibt nicht viele Romane, in denen die Bodenbelagsbranche eine Rolle spielt. Der Schriftsteller Marc Lunghuß aus Berlin stellt in seinem Buch „Am Boden“ den textilen Belag in den Mittelpunkt.
Der Vater des Ich-Erzählers ist jüngst verstorben, die verbliebene Familie aus Mutter, Tochter und Sohn arbeitet die vergangenen Jahre auf. Dabei spielt Teppichboden eine wichtige Rolle, denn der Vater stand über Jahrzehnte im Dienst eines im Buch namentlich nicht genannten Unternehmens aus Hameln.
Suche nach einem Leben mit und für Teppichboden
Immer wieder wird dabei auch das Produkt, das der Vater so liebte, aus manchmal ungewohnter Sicht beleuchtet: „Ein vollflächig verklebter Teppichboden ist pure Zukunftsverweigerung, ist Todesverdrängung oder Ausdruck einer bösartigen, rachsüchtigen Persönlichkeit: Der Nachwelt soll nichts geschenkt werden, sie soll es verdammt nochmal schwer haben“, heißt es etwa im Text. Der Roman spielt in den sechs Tagen, die zwischen Tod und Beerdigung des Vaters liegen. Auf der Fahrt kreuz und quer durch Niedersachsen macht sich der Sohn im Auto des verstorbenen Vaters auf die Suche nach einem Leben mit und für Teppichboden, über das er, wie er nach und nach feststellt, kaum etwas wusste.
Zumindest teilweise ist der Debütroman von Marc Lunghuß wohl auch autobiografisch gefärbt, denn tatsächlich war auch der Vater des Autors Handelsvertreter für Teppichboden. Die goldenen Jahre des Produkts und der darauf folgende Abstieg sind wohl auch in der Familie Lunghuß stets präsent gewesen. Anders wären die vielen Beobachtungen rund um Bodenbeläge in diesem Buch nur schwer zu recherchieren gewesen.
Am Boden: Erscheinungstermin Mitte Oktober
Der Roman „Am Boden“ umfasst 192 Seiten und erscheint Mitte Oktober im Verlag Bärmeier & Nikel.
