Fachrechner Stundenverrechnungssatz berechnen: Was eine Stunde kosten muss

Der Rechner ermittelt den kostendeckenden Stundenverrechnungssatz aus Lohn, Lohnnebenkosten, Ausfallzeiten, unproduktiver Zeit, Gemeinkosten sowie Wagnis und Gewinn. Für Boden-, Parkett-, Estrichleger, Raumausstatter und Maler gleichermaßen.

Eingaben

Alle Werte sind Beispielwerte. Für die eigene Kalkulation die Zahlen aus Buchhaltung oder BWA eintragen.

Pers.
Gesellen, Helfer, mitarbeitender Meister
€/h
h
%
Sozialabgaben des Arbeitgebers, Berufsgenossenschaft, Sonderzahlungen, ohne bezahlte Ausfallzeiten
Tage
Tage
Tage
%
Fahrten, Rüstzeiten, Lager, Aufmaß und Nacharbeit, die sich nicht verrechnen lassen

Betrieb

€
Miete, Fahrzeuge, Werkzeug und Abschreibung, Versicherungen, Büro, Verwaltungslohn, Steuerberater
€
Nur der Teil, den die produktiven Stunden des Inhabers nicht schon abdecken
%
%

Ergebnis

Das Ergebnis wird berechnet …

Grundlagen

Der Stundenverrechnungssatz ist der Preis, den der Betrieb für eine Arbeitsstunde berechnen muss, damit alle Kosten gedeckt sind und ein Gewinn bleibt. Er ist deutlich höher als der Stundenlohn – oft das Zwei- bis Dreifache. Der Grund: Bezahlt wird jede Arbeitsstunde einschließlich Urlaub, Feiertagen und Krankheit, verrechnen lässt sich aber nur die produktive Zeit beim Kunden. Und auf diese Stunden müssen sich auch alle Gemeinkosten des Betriebs verteilen.

Der Rechner folgt der im Handwerk üblichen Zuschlagskalkulation. Er ist eine Orientierung. Für die eigene Kalkulation gehören die Zahlen aus Buchhaltung, Lohnabrechnung und betriebswirtschaftlicher Auswertung hinein.

So rechnet der Rechner

  • Bezahlte Stunden = 52 Wochen × Wochenarbeitszeit. Urlaub, Feiertage und Krankheit werden bezahlt, aber nicht gearbeitet.
  • Produktive Stunden = Anwesenheitsstunden minus unproduktive Zeit. Die Produktivitätsquote zeigt, welcher Anteil der bezahlten Zeit verrechnet werden kann.
  • Lohnkosten je produktive Stunde = Lohn × bezahlte Stunden × (1 + Lohnnebenkosten) ÷ produktive Stunden.
  • Gemeinkosten und kalkulatorischer Unternehmerlohn werden auf alle produktiven Stunden des Betriebs verteilt.
  • Selbstkosten plus Wagnis und Gewinn ergeben den Netto-Stundenverrechnungssatz.

Wo Betriebe Geld verlieren

Unproduktive Zeit unterschätzt

Fahrten zur Baustelle, Material holen, Aufmaß, Angebote, Reklamationen, Aufräumen: Diese Zeit wird bezahlt, aber selten verrechnet. Schon 15 % unproduktive Zeit verschieben den Stundensatz spürbar. Eine einfache Zeiterfassung für ein paar Wochen zeigt, wo der Betrieb wirklich steht.

Gemeinkosten unvollständig

Fahrzeuge, Maschinen und Werkzeuge verlieren an Wert, auch wenn sie bezahlt sind. Abschreibungen gehören in die Gemeinkosten. Dazu Versicherungen, Kammerbeiträge, Software, Telefon, Fortbildung, Steuerberatung und die Bürozeit von Inhaber und Familienangehörigen.

Unternehmerlohn vergessen

Wer im Betrieb vor allem kalkuliert, berät und organisiert, erbringt wenig verrechenbare Stunden. Sein Gehalt muss trotzdem verdient werden – als kalkulatorischer Unternehmerlohn in den Gemeinkosten. Sonst arbeitet der Inhaber unbemerkt für den Gewinn, der eigentlich Rücklage sein sollte.

Häufige Fragen zum Stundenverrechnungssatz

Gehört das Material in den Stundensatz?

Nein. Material, Fremdleistungen und Entsorgung werden gesondert kalkuliert, meist mit einem eigenen Zuschlag für Beschaffung, Lagerung und Gewährleistungsrisiko.

Was zählt zu den Lohnnebenkosten?

Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Umlagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen, tarifliche Zusatzleistungen. Die bezahlten Ausfallzeiten selbst nicht – sie stecken im Rechner bereits in den bezahlten Stunden.

Wie oft sollte man den Satz prüfen?

Mindestens einmal im Jahr und immer nach Tariferhöhungen, neuen Fahrzeugen oder Mitarbeiterwechseln. Eine Nachkalkulation abgeschlossener Aufträge zeigt, ob die angesetzten Zeiten stimmen.

Ist der berechnete Satz am Markt durchsetzbar?

Der Rechner zeigt die Untergrenze, ab der der Betrieb Geld verdient. Liegt der Markt darunter, helfen höhere Produktivität, geringere Gemeinkosten oder Leistungen mit höherer Wertschöpfung – nicht ein Preis unter den eigenen Kosten.

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