Österreich -

service & more und Corona: Ein Statusbericht von Christian Wimmer

Die österreichische Wirtschaft soll in den nächsten Wochen wieder langsam hochfahren. Was dies für den österreichischen Einrichtungsmarkt bedeutet und vor welchen Herausforderungen die Raumausstatter stehen, kommentiert Mag. Christian Wimmer, Geschäftsführer von service & more.

Christian Wimmer: „Seit Mitte März sind wir mit allen unseren Händlern in ständigem Kontakt und zeigen, dass wir gerade in der Krise als starker Partner unterstützen wollen. Die Grundvoraussetzungen für die Arbeitsumstellung bei den meisten unserer Händler waren sehr gut. Planungsarbeiten wurden teilweise weiter ausgeführt, natürlich ohne direkten Kundenkontakt, und bestehende Kundenaufträge konnten realisiert werden.“

Chancen in der Krise

Die Corona-Krise bringt nach Ansicht von Wimmer auch Chancen und Möglichkeiten mit sich, Kunden auf neuen und anderen Wegen anzusprechen und zu erreichen. service & more sieht seine Entfaltungsmöglichkeiten seit jeher und auch jetzt vor allem in der Beratung – zurzeit eben über Videokonferenzen, Online-Präsentationen und digitale Tools wie eVA 5.0, die elektronische Verkaufsassistentin.

Wimmer erkennt auch einen weiteren Trend im Kundenverhalten, das durch das derzeit eingeschränkte Reise- und Mobilitätsverhalten unterstützt wird: „Nach einer Krise merkt man immer zeitversetzt einen verstärkten Bedarf nach dem sogenannten „Cocooning“, wie z.B. nach den Finanzkrisen 2001 oder 2008. Die Auswirkungen waren bei den service & more Händlern noch zwei Jahre später spürbar. Das Zuhause einer gründlichen Analyse unterziehen, es sich hier gemütlich zu machen und regional einzukaufen – diese Verhaltensweisen erwarten wir auch dieses Mal.“

Dieses Potential gilt es laut dem Experten zu nutzen, und hier ist auch Kreativität gefragt. Wimmer: „Als ganz kleines Beispiel sei hier genannt, dass einige unserer Raumausstatter gleich zu Beginn der Wiedereröffnung damit geworben haben, ihren Kunden kostenlosen Mund-Nasen-Schutz aus – ohnehin vorhandenen – Stoffen zur Verfügung zu stellen.“

Bis zur Normalität wird es dauern

Seit dem 14. April sind viele der Schauräume im service & more-Verbund wieder geöffnet. Wimmer: „Nach der ersten Woche ist es schwierig, die erste Bilanz zu ziehen. Was wir aber erkennen können, ist, dass es noch einige Wochen bzw. Monate dauern wird, bis die Normalität wieder einigermaßen einkehrt.“ Obwohl Geschäfte und Werke wieder öffnen, könne man aufgrund der vorgeschriebenen Schutzbedingungen bei den Lieferanten noch eine deutlich geringere Produktivität beobachten. „Derzeit haben das Heimwerken und die Gartenarbeit, wie man bei den Anstürmen auf die Bau- und Gartenmärkte sehen kann, höchste Priorität. Genauso wird das Interesse an der Einrichtung der eigenen vier Wände nach einiger Zeit auch wiederkommen“, ist sich Wimmer sicher.

20 Prozent weniger Umsatz in diesem Jahr

„Der Jahresstart war für den Einrichtungsmarkt heuer wieder sehr stark, bis Ende Februar hat service & more sehr gute Zahlen geschrieben. In der jetzigen Situation ist beim Einkaufsumsatz mit einem Rückgang von ca. 20 Prozent für das gesamte Jahr 2020 zu rechnen. Für 2021 gehen wir aktuell von einem starken Wirtschaftsaufschwung aus. Auch wenn unsere Partnerbetriebe wirtschaftlich sehr gut aufgestellt sind, werden sich die Auswirkungen der Corona-Krise zeitverzögert zeigen.“

Umso wichtiger sei es, von staatlicher Seite die Investitionen anzukurbeln – das gelte für Unternehmen und Konsumenten gleichermaßen. Wimmer: „Die 38 Milliarden Euro für die Wirtschaft sind ein guter Anfang. Seitens der Regierung sollten aber weitere Investitionsprämien und Förderungen für den Herbst angedacht werden, um die wirtschaftlichen Verluste möglichst gut abzufangen.“ Ziel muss es laut Wimmer sein, möglichst gestärkt und schnell aus der Rezession herauszukommen.

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