Joerg Grieder veranstaltet die netto-Messe seit vielen Jahren. bwd hat er verraten, wie sich der Preis beim Bodenbelag in der Schweiz entwickelt, ob das Handwerk dort wirklich nicht mit dem Baumarkt konkurriert und wo der Trend im Bodenbelag hingeht.
bwd: Herr Grieder, wie sieht es mit der Preisentwicklung beim Bodenbelag in der Schweiz aus?
Grieder: Da dreht sich die Spirale weiter nach unten wie in Deutschland. Wobei es signifikant ist, dass wir im Parkettbereich das preisaggressivste Land sind. Da werden Preise angeboten, die an die Schmerzgrenze gehen. Ob das noch lange so gehalten werden kann, stelle ich in Frage. Allen voran ist das Zweischicht-Parkett massiv unter Druck und es fängt auch schon beim Dreischicht-Parkett an. Wobei sich da sicher die exklusiven Anbieter wie mafi, Schotten und Hansen, Hain etc. noch einigermaßen halten können.
bwd: In der Schweiz ist „do-it-yourself“ weniger angesagt. Sind Baumärkte überhaupt eine Konkurrenz für das bodenlegende Handwerk?
Grieder: Es gibt eine Konkurrenz, das darf man nicht unterschätzen. Vor allem im aggressiven Preisbereich werden einige Produkte über die Baumärkte vertrieben. Aber natürlich nicht in dem Ausmaß wie in Deutschland.
bwd: Was glauben Sie, wo der Trend im Bodenbelagbereich hingeht?
Grieder: Das ist schwierig zu sagen. Ich glaube, Parkett wird nach wie vor sehr gefragt sein. Wir stellen aber fest, dass eher wieder die ruhigeren Sortierungen angesagt sind. Textile Bodenbeläge halten etwa das Niveau. Da werden die Farben natürlich immer eine Rolle spielen. Zurzeit sind da sicher eher die kräftigen Farben stärker. Das machen Hersteller wie Object Carpet schon ganz wunderbar. Aber auch Balsan und Lano. Wenn ich die Kollektionen mit denen vor fünf/sechs Jahren vergleiche, merkt man, dass sie auf Farbe setzen. Wir haben mit Falquon ein neues Produkt Magnus im Stein-Klick-Bereich im Sortiment. Das ist eine auf Gipsfaserplatte basierende Fliese zum Klicken. Wir hoffen natürlich, dass sich da eine gewisse Menge verkaufen wird. Ob das ein Trend wird, kann man noch nicht sagen.
