Dass Produktlieferanten der Spagat zwischen Funktionalität und Ästhetik glückt, wünschen sich Architekten schon immer. Die Bewerber um den 8. Innovationspreis Architektur und Boden zeigen in der Contractworld-Halle neue Möglichkeiten auf.
Leuchtende Beispiele für das, was möglich wäre
Die Palette reicht von rot hinterleuchtetem „Kunstrasen“, der für Messezubehör-Spezialist Expomobil eine besondere Auszeichnung bedeutet, über das mit einer Auszeichnung belohnte Recyclingprodukt „Lucca eTX“ von Anker-Teppichboden bis hin zum exklusiven Webteppichboden „Ply“; der verstärkt in der Variante „Geometric“ seine dreidimensionale Wirkung noch durch den Wechsel von Schlinge und Velours und bringt Hersteller Carpet Concept damit einen der vier begehrten Innovationspreise Architektur und Boden ein. Natürlich sehen es – wie im zuletzt genannten Fall – die Juroren eines von Architekturzeitschriften wie „AIT“ sowie „xia Intelligente Architektur“ ins Leben gerufenen Bewerbs gerne, wenn Produktinnovationen aus der Zusammenarbeit mit Designern entstehen.
Dass Toucan-T nicht nur für das maschinell gefertigte „Track“ mit einer zufällig angeordneten Dreistreifenoptik, sondern auch für eine architektenfreundliche Vorstellung der gesamten Textilkollektion eine besondere Auszeichnung erhält, erscheint ebenfalls konsequent. Schließlich, das ist bekannt, ist den Planern bei Produkt wie Präsentation in der Regel weniger lieber als mehr.
Richtig abgeräumt haben mit zwei weiteren Innovationspreisen die Schweizer von Tisca Tiara und der Augustdorfer Belaghersteller Witex. Während das Produkt „Tisca Forte“ dank breiter, elektronisch gesteuerter Jacquard-Maschinen dem Architekten mit rapportlosen und formal freien Dessins jede Gestaltungsmöglichkeit lässt, wuchert Witex-Beitrag „cerastone crystal white“ mit dem Pfund eines Objekteinsatzes im neuen Porsche-Museum.
Schließlich zeichnet die Jury die Maßarbeit „Zieltraffic“ von Egetaepper für eine gleichnamige Internetagentur aus. Der Teppichboden, als Gemälde für eine Fläche von 600 Quadratmeter designt, nimmt in Pfeilform nicht nur auf den Namen des Auftraggebers Bezug. Er soll ferner Arbeitsstränge im Unternehmen abbilden. Damit aus dem Spagat ein Dreisprung wird, wenn Funktionalität, Ästhetik und Kommunikation aufeinandertreffen.
Reinhold Kober
reinhold.kober@holzmannverlag.de