In einer lockeren Serie stellt bwd Personen aus der Branche und ihre ungewöhnlichen Freizeitaktivitäten vor. Lesen Sie im ersten Teil unserer Serie über einen Handelsvertreter für Bambus- und Parkettprodukte, der es als Hobbykoch im Fernsehen mit Johann Lafer aufnimmt.

Küchenschlacht hat Spaß gemacht
Lammfilets auf Couscous-Minz-Salat als Vorspeise, danach Filet vom Fleckvieh mit gefüllten Kartoffeltaschen und Essigkirschen, anschließend Zackenbarschfilet auf Blattspinat an einer Apfel-Mango-Creme und zum Schluss exotische, gratinierte Früchte – mit diesem Menü bewarb sich Egbert Kind in der ZDF-Sendung „Die Küchenschlacht“ – und wurde eingeladen. Bei der Sendung, die derzeit montags bis freitags um 14.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird, treten Hobbyköche gegeneinander an. Der beste darf anschließend mit den Fernsehköchen – darunter Johann Lafer, Ralf Zacherl oder Kolja Kleeberg – gemeinsam bei Johannes B. Kerners Kochshow am Herd vor der Kamera stehen. „Ich wollte wissen, ob Profis auch nur mit Wasser kochen, wie ein altes Sprichwort sagt. Außerdem können die Fernsehköche auf dem Bildschirm immer erzählen, wie toll ihr Gericht schmeckt. Das muss ich schon selbst beurteilen können“, sagt Kind und erzählt begeistert von seiner Teilnahme an der Sendung, die der bekannte Fernsehkoch Johann Lafer moderiert hat (www.kuechenschlacht-zdf.de, 18. Februar 2008)
Kein Lampenfieber
Lampenfieber hatte Kind bei seinem Fernsehauftritt nicht, als es gegen die anderen fünf Kandidaten um die „Wurst“, sprich um den Einzug ins Finale, ging. „Das Schwierige sind auch nicht die Gerichte, problematisch ist die knapp bemessene Zeit. Mehr als 35 Minuten bekommt man bei Kerner nicht, um einen Gang fertig zu kochen.“ Um sich dafür zu wappnen, absolvierte der Hobbykoch im Vorfeld zwei Menü-Kochkurse in der Dresdener Kochagentur.
Dann ging es zur Sache. Die Schürze umgebunden, den Kochlöffel in der Hand zauberte Kind im Fernsehstudio Spaghettini mit Gemüsestreifen, Safransoße und gebratene Scampi auf den Tisch. Sein Leibgericht „Kartoffelpuffer“ war ihm für die Küchenschlacht etwas zu unspektakulär.
Der Einsatz in der Fernsehstaffel war letztlich nicht ganz vom erwünschten Erfolg gekrönt und der Parkettprofi schaffte es leider nicht ins Finale mit Johannes B. Kerner.
Konzentration auf das Kochen und gleichzeitig Small Talk zu führen – sonst durchaus eine Stärke des Hobbykochs – das war in der Sendung nicht so unter einen Hut zu bringen, wie Kind es sich gewünscht hat. Eine schwere Erkältung verhinderte zudem das Erreichen seiner ehrgeizigen Ziele. Die Teilnahme an der Küchenschlacht hat seinen Ruf als „begnadeter Hobbykoch“ unter Freunden und Bekannten jedoch gefestigt. Häufig wird er gar beim Verkaufen von Bambusparkett auf sein Freizeitvergnügen angesprochen. Dabei ist das Kochen nicht das einzige Hobby des vielseitigen Dresdeners.
Rezepte von der Mutter
Im Garten seines Hauses hat Kind, der in seiner Freizeit auch aktiv in einem Dresdener Gospelchor mitsingt, vor drei Jahren einen Holzbackofen gebaut. Dort werden Schweinshaxen, Brot oder in der Adventszeit Stollen gebacken. Letzterer wird nach einem alten Familienrezept zubereitet, das ihm seine Mutter überlassen hat. „Gerade bei der Stollenzubereitung macht die Übung den Meister“, sagt Kind. Der in Thüringen geborene Holzingenieur ist seit Anfang der 90er Jahre in der Parkettbranche tätig. Er engagiert sich heute erfolgreich für den niederländischen Bambusspezialisten Moso sowie für andere Parkettproduzenten. Von seinem Firmensitz in Rabenau, seit jeher eine Wiege handwerklicher Stuhlbauerkunst und seit vergangenem Jahr Sitz des „Deutschen Stuhlbaumuseums“, besucht Kind seine Kunden von der Ostsee bis zum Thüringer Wald. Als Schwiegersohn eines renommierten Stuhlbauermeisters hat der vielseitige Holzingenieur auch in diesem Metier schon sein praktisches Können bewiesen.
⇥Walter Pitt walter.pitt@t-online.de