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10. IHD-Kolloquium in Dresden: Zwischenstände, Ergebnisse und Ausblicke Im Dschungel der Prüfmethoden

Auch Georg Oberdorfer von der Holzforschung Austria verspricht sich von den Tests verlässliche Erkenntnisse hinsichtlich der Einflüsse verschiedener Beschichtungen, Holzarten, Trägermaterialien auf unterschiedlichen Parkettkonstruktionen und deren Dimensionsverhalten. Am Ende der Testreihen steht im besten Fall ein einheitliches Verfahren zur Produktbewertung, das dann auch in die verschiedenen Normierungen mit einfließen soll, um auf diese Weise der Sicherung beziehungsweise Steigerung der Qualität und Eignung von Mehrschichtparketten in der Praxis dienen soll. boden wand decke wird nach Projektabschluss ausführlich über die Ergebnisse berichten.

Dr. Rico Emmler setzte sich in einem seiner Beiträge anlässlich des Kolloquiums in Dresden ebenfalls mit dem umfassenden Cornet-Forschungsprojekt in Hinsicht auf Prüfverfahren für die Oberflächenqualität von nicht-filmbildenden Beschichtungen auseinander. Nichtfilmbildende Beschichtungen, wie vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte, ­zumeist sehr dünne, oxidativ ­härtende Öle, Wachse oder deren Kombinationen, vergrößern laut Dr. Rico Emmler ständig ­ihren Anteil im Parkettbereich, ohne mit genormten Prüfverfahren wie Abriebfestigkeit, Stoß- oder Elastizitäts- beziehungsweise Chemikalienbeständigkeitsprüfungen in ihrer Leistungsfähigkeit qualifiziert werden zu können. Neben Versuchen an ausgewählten Parketttypen wurden auch Feldversuche in stark frequentierten Bereichen in verschiedenen Standorten mit einbezogen. Von fünf untersuchten Methoden erwiesen sich die neu entwickelten beziehungsweise modifizierten Methoden zur Bestimmung der Chemikalienbeständigkeit, Verschmutzungsneigung und Nassabriebfestigkeit per Kontaktwinkelmessung als geeignet, um die Oberflächenqualität differenziert bewerten zu können, so Emmler und betonte: „Die abgeleiteten Methoden durch Ring- und Vergleichsversuche sind noch nicht validiert. Geruchsprüfungen sind tagesformabhängig, die Gerüche in einer Wohnung wenig reproduzier- und vergleichbar.“ Fazit eines aktuellen Forschungsprojektes zur Evaluierung der sensorischen Bewertung von Bauprodukten war darüber hinaus, dass die Methode in der jetzigen Fassung nicht praxistauglich sei sowie fehleranfällig und wenig robust. Dipl.-Ing. Martina Bröge (IHD) berichtete über Erfahrungen mit Geruchsprüfungen, die sich seit einigen Jahren mit der DIN ISO 1600 in der Einführungsphase befindet. Vorgesehen ist diese Methode für Bewertungssysteme wie AGBB-Schema oder Blauer Engel. Allerdings sei nach Informationen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) die Geruchsemission nicht als Beurteilungskriterium für allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen vorgesehen. Der Geruch gelte nicht als bauaufsichtlich relevant, zitierte Broege die Ausführungen des Instituts.

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