Das Institut für Holztechnologie Dresden hat in Zusammenarbeit mit zwei weiteren Instituten ein Forschungsprojekt zur Entwicklung eines einheitlichen, schnellen und personenunabhängigen Verfahrens für die Bewertung der elektrostatischen Personenaufladung von Bodenbelägen gestartet.
Unter der Kurzbezeichnung "E-StatWalk" nahmen mit Jahresbeginn 2018 das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) gemeinsam mit dem TFI – Deutsches Forschungsinstitut für Bodensysteme und dem Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI) die Arbeiten am Forschungsprojekt "Verfahren zur einheitlichen, schnellen und personenunabhängigen Bewertung der elektrostatischen Personenaufladung von Bodenbelägen mit langlebigen Referenzmaterialien" auf. Für 30 Monate werden die Institute gemeinsam mit einem Projektausschuss von mehr als 20 Teilnehmern aus der Industrie die Aufgabe bearbeiten.
Hintergrund des Forschungsprojekts ist, dass die in den 70er-Jahren entwickelten Normen zur Überprüfung der elektrostatischen Eigenschaften, EN 1815 (elastische und Laminatbodenbeläge) und ISO 6356 (textile Bodenbeläge), nicht mehr auf die heute am Markt befindlichen Produkten passen.
Ziel ist der Entwurf eines Normvorschlags
Im ersten Schritt stehen nun eine Analyse zur Personenaufladung auf Bodenbelägen und die Spezifikation von Referenzmaterialien an. Daneben führen die Institute Untersuchungen mit existierenden Messsystemen durch, die die Basis zur Konzeptionierung von Laborversuchseinrichtungen darstellen. Nach Ermittlung von Einflussgrößen auf die Personenaufladung und Optimierungsschritten soll das neue Verfahren mit den Industriepartnern getestet werden. Ziel ist der Entwurf eines Normvorschlags.
Ein einheitliches Verfahren, wie im Vorhaben angestrebt, bietet rechtliche Sicherheit für Bodenbelaghersteller, da es die Produktionsüberwachung der Antistatik erlaubt und somit die Risiken für Reklamationen senken kann.
Bundesministerium fördert Forschungsvorhaben
Das IGF-Vorhaben 19770 BG der Forschungsvereinigung Trägerverein Institut für Holztechnologie Dresden, des Forschungskuratoriums Textil und des Prüf- und Forschungsinstituts Pirmasens wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.