Holzpflaster ist ein wunderbares Material, hat aber auch das Potenzial zu erstaunlichen Effekten. Im beschriebenen Fall konnte der Schaden einfacher behoben werden, als zunächst gedacht. Mit Sachverstand im Vorfeld wäre er allerdings vermeidbar gewesen.
Der Sachverständige wurde in ein Objekt gerufen, das der landwirtschaftlichen Ausbildung dient. Die schweren Gerätschaften der Landwirte sind dort zu Lehrzwecken in Hallen aufgestellt und können in einer großen Halle sogar durch eine Ackerfläche gezogen werden. Die Auszubildenden lernen dabei die Handhabung von einschlägigen Maschinen und Zubehör unter erstaunlich realistischen Bedingungen. Weil schwere Lasten und scharfes Metall besondere Anforderungen an die Hallenböden der unterschiedlichen Lehrabteilungen stellen, fiel bei der Neugestaltung der Ausbildungsstätte die Wahl auf einen Holzpflasterboden.
Wenig später kam es im Holzpflaster plötzlich zu Aufwerfungen. Die Verwaltung der Ausbildungsstätte mutmaßte, dass die Schäden am Holzpflaster auf Feuchteeinwirkung zurückzuführen wären. Wahrscheinlich käme die Feuchte aus dem Untergrund und die Betonsohle wäre nicht ausreichend nach unten abgedichtet. Schlimmstenfalls rechnete man bereits damit, die gesamte Fußbodenkonstruktion neu erstellen zu müssen.
Schadensbild: Holzpflaster türmt sich auf
Beim Ortstermin machte sich der Sachverständige ein Bild von den Gegebenheiten: Als Untergrund wurde ein mit Epoxidharz abgesperrter Betonboden eingesetzt. Das Holzpflaster aus Nadelholzklötzen war mit einem elastischen Spezialkleber in Sektoren verlegt, die untereinander mit Hohlprofilen getrennt waren. Dieses Konstruktionsprinzip ist branchenüblich und bewährt. Aber wie bei allen Konstruktionen gibt es Grenzen des Machbaren.
