Die Heinrich Krüger & Sohn GmbH & Co. KG (HKS 1835), ein traditionsreiches Familienunternehmen der Holzbranche mit Sitz in Münster (Westfalen), hat beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Der Geschäftsbetrieb wird uneingeschränkt fortgeführt.
Das Gericht bestellte am 24. Oktober den Rechtsanwalt Eric Coordes (Mönig Wirtschaftskanzlei, Münster) zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er sehe gute Chancen, das Unternehmen im Rahmen des Verfahrens zu sanieren und fortzuführen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Unser Ziel ist es, die Zukunft von HKS 1835 zu sichern und gemeinsam mit den Mitarbeitenden, Kunden und Partnern eine nachhaltige Perspektive zu entwickeln“, erklärt Insolvenzverwalter Coordes. Alle bestehenden und künftigen Aufträge würden wie gehabt bearbeitet und ausgeführt. HKS 1835 hat sich auf den Handel und Import hochwertiger Parkettböden und Terrassenbeläge spezialisiert.
Seit der Gründung 1835 befindet sich die Firma durchgehend in Familienbesitz und wird heute in sechster Generation von Henrik Krüger geleitet. Die Insolvenzantragstellung sei im Wesentlichen auf mehrere externe Faktoren zurückzuführen, die das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit erheblich belastet hätten, teilt HKS 1835 mit. So habe das überaus erfolgreiche Programm „Krügers“ sowie der Import von Birkensperrholz infolge der Sanktionen gegen Russland und Belarus aufgegeben werden müssen. Zusätzlich trafen das Unternehmen in diesem Jahr Anti-Dumping-Zölle auf Importware aus China, die zu erheblichen zusätzlichen finanziellen Belastungen führten. Darüber hinaus wirke sich die anhaltende Schwäche im Wohnungsneubau zunehmend auf die Nachfrage im Innenausbau aus. Ziel sei es nun, den Geschäftsbetrieb im Sinne einer nachhaltigen Sanierung zu sichern und den Standort in Münster zu erhalten.
