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Heimtextil: Mehr Themen, weniger Besucher

Die 50. Ausgabe der Heimtextil ist in Frankfurt mit einem Besucherminus zu Ende gegangen. Nachhaltigkeit avancierte zum alles überstrahlenden Top-Thema.

Nach Auswertung der vorläufigen Kennzahlen haben laut Veranstalter 63.000 Besucher (Vorjahr: 67.500) die Heimtextil besucht und sich bei den 2.952 Austellern über die großen Themen der internationalen Branche informiert. Wie erwartet sorgte insbesondere der einmalig frühe Termin für eine Delle bei den Besucherzahlen, dennoch ist die Veranstaltung laut Angaben der Messe die weltweit führende Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien.

"Die Branche steht momentan vor immensen Herausforderungen. Das bekamen einige Beteiligte auf der Heimtextil zu spüren. Dennoch: Die Ausstellerzufriedenheit ist auf dem gleichen, guten Niveau wie im Vorjahr", sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, nach Auswertung der vorläufigen Zahlen. Die Zufriedenheit der Besucher sei sogar gestiegen: von 93 auf 95 Prozent. Als weiteren Grund für den Dämpfer bei den Besucherzahlen nennt Braun die starke Konsolidierung der Fachgeschäfte beziehungsweise die Entwicklung vom stationären Handel in Richtung E-Commerce. "Auch konjunkturell ist der Trend abgeschwächt, erklärt Braun. "Dazu passt, dass ganze 34 Prozent unserer Aussteller die aktuelle Branchenkonjunktur als schlecht bewerten, im Vergleich zu gerade mal 18 Prozent im Jahr zuvor."

Branchen-Content am Puls der Zeit

Die Jubiläumsausgabe der Heimtextil bot das reichhaltigste Event-Programm ihrer Geschichte: Über 150 Vorträge und Diskussionsrunden, 30 geführte Messerundgänge und zahlreiche weitere Programmpunkte lieferten Inspirationen zu Produktneuheiten und forcierten den Austausch zwischen Vertretern aus Industrie und Handel, Design, Innenarchitektur und Hospitality. "Wissbegierige Händler, die am Markt etwas bewegen und mit der Zeit gehen, holen hier in Frankfurt ihren Schwung für die neue Saison. Die Heimtextil hat als weltgrößte Messe existentielle Bedeutung für unsere Branche. Es gibt auf keiner Messe eine größere Informationsdichte", sagt Ottmar Ihling, Sprecher des DecoTeams und zieht ein positives Fazit für die Interessengemeinschaft deutscher Heimtextilanbieter in der Halle 8.0.

An Nachhaltigkeit führt kein Weg vorbei

Ob Start-up oder Traditionsunternehmen – an umweltschonenden Materialien und Produktionsverfahren kommt 2020 kein Hersteller vorbei. Auch große Namen legen Wert auf Textilien aus zertifizierten Materialien und vermeiden Plastikverpackungen. Zu den Vorreitern in puncto Kreislaufwirtschaft zählt das Krefelder Unternehmen Deco Design Fürus mit der Marke "OceanSafe". "Die Heimtextil 2020 war für uns eine außerordentlich erfolgreiche Messe. In den vielen Gesprächen, die wir hier führen konnten, hat sich ganz klar gezeigt: Unsere Kunden können inzwischen sehr gut zwischen Greenwashing und Cradle-to-Cradle-Kreislaufwirtschaft unterscheiden", bilanziert Manuel Schweizer, CEO von Deco Design Fürus.

Die Panel-Diskussion "Die Zukunft der nächsten Generationen sichern – Nachhaltige Strategien für Hersteller und Handel" war laut Veranstalter eines der Highlights des Programms. Es zeigte Praxisbeispiele der Firmen Lenzing, Vossen und IKEA auf und stellte dem interessierten Fachpublikum das neue staatliche Textilsiegel "Grüner Knopf" sowie die weltweiten Nachhaltigkeitsziele der United Nations vor.

Die nächste Heimtextil findet vom 12. bis 15. Januar 2021 statt. 

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