FEP: neue Unsicherheiten für Parkett

Der europäische Parkettsektor sieht sich erneuter Unsicherheit gegenüber. Das teilt der Europäische Parkettverband (FEP) mit Sitz in Brüssel mit.

Europaweit zeigten die Parkettmärkte zu Beginn des Jahres leichte positive Anzeichen mit moderatem Wachstum bei privaten Investitionen sowie Renovierungs- und Bautätigkeiten. Die jüngste Iran-Krise habe jedoch neue Unsicherheiten geschaffen und den sich abzeichnenden positiven Trend abrupt gebremst oder gestoppt. „Steigende Energie- und Transportkosten, die in einigen Regionen bereits hoch sind, werden voraussichtlich weiter steigen und den Produktionsdruck erhöhen. Die Inflation bleibt ein großes Problem, das durch steigende Rohstoffkosten wie Holz noch verstärkt wird“, berichtet der Verband.

Vertriebsschwierigkeiten und Margendruck tragen zusätzlich zur Belastung entlang der Lieferkette bei. Obwohl Liquidität vorhanden und Investitionspotenzial vorhanden ist, werden viele Projekte neu berechnet oder verschoben, um steigende Kosten zu vermeiden, was sich negativ auf den Parkettverbrauch auswirken könnte. Gleichzeitig könnten bestimmte Faktoren dem Sektor in begrenztem Maße entgegenwirken, wie beispielsweise ein erneutes Interesse an energieeffizienten Gebäuden und insbesondere eine mögliche Verlangsamung der Importe aus Asien – einschließlich chinesischer Importe zu niedrigeren Preisen im Vergleich zum Zeitraum vor den Antidumpingmaßnahmen gegenüber mehrschichtigen Holzfußböden sowie Parkettprodukte aus anderen asiatischen Ländern, die bis vor Kurzem keine bedeutenden Lieferanten der EU waren.

„Insgesamt ist der europäische Parkettmarkt derzeit von Vorsicht, geringerer Transparenz und einem eher stagnierenden Ausblick geprägt, da wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten frühere Anzeichen einer Erholung überschatten“, so der FEP. „Obwohl sich in Deutschland leichte positive Anzeichen für das Baugewerbe abzeichnen, insbesondere für Innenausbauten und Investitionen in Energieeffizienz, stellt die jüngste Iran-Krise einen drastischen Einbruch dar, der sich bereits Ende März bemerkbar machte. Es besteht wenig Hoffnung, dass die angestrebte Anzahl notwendiger Neubauten in diesem Jahr erreicht wird, und der Neustart der Bautätigkeit wird sich auf 2028 verzögern. Dies bedeutet, dass sich positive Auswirkungen auf den Parkettsektor erst 2029 ergeben werden“, erklärt der Verband.

Und: „Der österreichische Parkettmarkt ist stabil und spiegelt positive Trends bei privaten Investitionen wider. Die Auswirkungen der Iran-Krise waren noch nicht absehbar, aber die Energiekosten – die in Österreich bereits sehr hoch sind – dürften steigen. Die Inflation liegt über drei Prozent. Auch die Rohstoffkosten (Fichte, Eiche) steigen. Der Schweizer Parkettmarkt, der in den letzten Quartalen stagnierte, wird voraussichtlich um zwei Prozent wachsen, hauptsächlich dank neuer Aufträge im Renovierungsbereich, aber auch im Wohnungsneubau. Die Inflation und die Energiekosten sind niedrig. Dennoch ist das Verbrauchervertrauen ein entscheidender Punkt, der im aktuellen Kontext auf dem Spiel steht“, so der FEP.