Armstrong Europäische Fertigung wird in Deutschland konzentriert; Restrukturierung angekündigt

Europäische Fertigung wird in Deutschland konzentriert; Restrukturierung angekündigt

Armstrong Floor Products Europe, eine Geschäftseinheit von Armstrong World Industries Inc. („Armstrong“) plant, sich in Zukunft auf die erfolgreichen Produktsegmente im Objektgeschäft zu fokussieren, das Produktsortiment zu vereinfachen und die Vertriebsstrategie dementsprechend anzupassen. Mit dem deklarierten Ziel, Marktführer in ausgewählten Produktsegmenten in bestimmten Regionen zu werden, löst sich Armstrong von seinem Vollsortimentsangebot für ganz Europa.

Diese Strategie geht mit einer tiefgreifenden Restrukturierung des europäischen Geschäfts einher. Die Standorte in Deutschland, Bietigheim-Bissingen und Delmenhorst, sollen als einzige europäische Fertigungsstätten verbleiben und den neuen Bedingungen angepasst werden. Die bisher in Schweden produzierten so genannten heterogenen Produkte sollen aus dem Sortiment genommen werden. Dies hätte zur Folge, dass das schwedische Werk mit ca. 120 Mitarbeitern in Holmsund geschlossen werden müsste. Die Umsetzung dieser Maßnahme steht unter dem Vorbehalt der gesetzlich erforderlichen Einbindung der Arbeitnehmervertretungen.

An den deutschen Standorten Bietigheim-Bissingen und Delmenhorst wären aller Voraussicht nach ca. 170 Arbeitsplätze betroffen, davon 70 Arbeitsplätze in der Verwaltung und jeweils ca. 50 in der Fertigung in Bietigheim-Bissingen und ca. 50 in der Fertigung in Delmenhorst. Die Maßnahme selbst muss noch mit den Arbeitnehmervertretungen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen beraten werden. Im Vertrieb, inklusive Marketing und Innendienst, wären zusätzlich ca. 70 Arbeitsplätze europaweit betroffen.

Außerdem wird Armstrong in Bietigheim-Bissingen und Delmenhorst durch die bereits begonnene konsequente Umsetzung einer Lean Management Strategie mittelfristig Herstellungs- und Verwaltungskosten reduzieren und so die Wettbewerbsposition des Unternehmens verbessern. Darüber hinaus plant Armstrong langfristig in die Entwicklung neuer Produkte und gezielt in neue Fertigungstechnologien zu investieren, um so seinem Anspruch an Design- und Qualitätsführerschaft nachzukommen.

„Wir müssen uns in Zukunft auf unsere Stärken fokussieren“, erklärte der CEO der Armstrong Floor Products Europe, Charles Irving-Swift. „Wir haben herausragende Produkte und führende Marktpositionen in wichtigen europäischen Märkten. Wir erwirtschaften aber trotzdem Verluste. Deshalb müssen wir uns auf unsere Stärken konzentrieren – mit der Konsequenz, dass wir schwächere Produktgruppen und Vertriebsregionen aufgeben, um wieder profitabel zu werden. Langfristig wollen wir in der Lage sein, aus eigener Kraft in unser Geschäft zu investieren. Wir bedauern sehr, dass all das Positive, das wir mit diesen Maßnahmen bezwecken, nicht ohne schwerwiegende Eingriffe für unsere Mitarbeiter machbar ist.“

Die detaillierten Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen sollen so früh wie möglich beginnen. „Wir werden unsere Absicht ausführlich mit den Arbeitnehmervertretungen diskutieren und beraten. Es ist uns sehr wichtig, dass wir gemeinsam sozialverträgliche Lösungen im Sinne der Mitarbeiter finden. Der großen Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern sind wir uns voll bewusst. Wir wollen verantwortungsvoll und fair handeln“, betonte Irving-Swift.